180-Grad-Wende

Große Enttäuschung am Thomas-Wimmer-Ring: Stadt will jetzt doch fast alle Fahrspuren erhalten

Voraussichtlich bis 2020 ist das unterirdische Parkhaus am Thomas-Wimmer-Ring fertig.
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Voraussichtlich bis 2020 ist das unterirdische Parkhaus am Thomas-Wimmer-Ring fertig.

Altstadt - Es war eine schöne Idee: Im Zuges des Umbaus gleich den Isartorplatz zu verschönern und zwei Fahrspuren zu reduzieren. Doch nun ist alles anders

Es hätte so schön werden können. Bis 2020 ist am Thomas-Wimmer-Ring eine Mega-Baustelle. In dem Abschnitt zwischen Kanal- und Knöbelstraße entsteht eine neue öffentliche Tiefgarage mit 520 Stellplätzen. Danach träumten Bürger und Bezirksausschuss (BA) von einem schöneren Isartorplatz und zwei Fahrspuren weniger. Die Stadt signalisierte Zustimmung, stellte eine Planung vor – ohne Rechtsabbiege-Spur von der Zweibrückenstraße in den Thomas-Wimmer-Ring und mit statt bisher sechs nur noch vier Fahrspuren. Kurz vor der Entscheidung im Stadtrat will das Planungsreferat nun doch wieder zurück zur Ausgangssituation. 

Die Kehrtwende begründet das Planungsreferat mit den Touristenbussen, die in der Nähe des Isartorplatzes halten. Geeignete Ausweichstandorte wurden bisher nicht gefunden. Damit die Busse den Verkehr nicht behindern, soll es von der Maximilianstraße kommend in Fahrtrichtung Isartorplatz weiterhin drei Fahrspuren geben, in der Gegenrichtung würden zwei ausreichen.

Philippe Louis fühlt sich schlecht informiert.

„Der Vorschlag wurde im BA gar nicht vorgestellt“, schimpft Philippe Louis (Grüne, Foto) vom BA Altstadt-Lehel. „Falsch parkende Busse können doch kein Grund sein, dass man nun eine Fahrspur mehr benötigt. Da braucht es ein gescheites Busparkkonzept.“ 

Nicht nur in Bezug auf die Fahrspurreduzierung rudert die Stadt zurück. Im Hinblick auf die Abbiegespur aus Richtung Zweibrückenstraße in den Thomas-Wimmer-Ring bleibt alles wie gehabt. Der BA hatte gefordert, dass der Rechtsabbieger entfällt. Dies würde nach Meinung der Viertelpolitiker für mehr Sicherheit für Radler und Fußgänger sorgen und die Möglichkeit eröffnen, den Platz attraktiver zu gestalten. 

Am 21. Februar fällt die Entscheidung im Stadtrat. Die Grünen im BA fordern, dass die Vollversammlung der Rathauspolitiker vertagt wird und den Viertelpolitikern in Altstadt-Lehel Zeit für eine Stellungnahme eingeräumt wird. Diese Woche berät man im BA, wie man in der Sache weiter vorgehen will. laf

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