Geschenkte Wanderpokale

„A

ch, Du hast mir ein Geschenk mitgebracht – was für eine Freude!“, sag ich und denk mir in Wahrheit: Mist, dabei hab ich doch extra auf die Einladung „Nix mitbringen“ draufgeschrieben, weil ich doch eh schon alles habe was ich brauche; weil ich bereits genug Staubfänger besitze; weil ich eher am Rausschmeißen bin als am Sammeln; weil mir sowieso nie was gefällt, was ich geschenkt krieg; weil ich von dem Kram verschont werden will! Die meisten dieser mitgebrachten Grausamkeiten sind verpackt wesentlich besser erträglich als entblättert. Das erlebte ich auch jetzt wieder: Das Packerl, das ich geschenkt bekam, sah einfach wunderschön aus, wie aus einer Werbung für kreatives Einwickeln. „Das lassen wir einfach zu und stellen es so ins Regal“, schlug ich meinem Mann vor. Doch die Neugierde ist eine quälende Eigenschaft, und so flog die wunderschöne Verpackung dann doch in dem Müll – und zum Vorschein kam ein optischer Alptraum in Form einer gwamperten Keramikkatze im rosa Kleidchen, die auf einem Werkzeugkasten (warum eigentlich?) hockt und mich blöde anglotzt. Aber nicht lang, denn bei nächster Gelegenheit werd ich das Ding weiterverschenken – ja, manche Mitbringsel sind förmlich dazu bestimmt, dass sie weitergereicht werden wie trostlose Wanderpokale. Mit einer Flasche Champagner könnte sowas nicht passieren – mit so einem Geschenk kann doch jeder was anfangen, und sei es nur, sich damit die restlichen Gaben der Gäste schön zu trinken. Mit geschenkten Grüßen, Eure Petra Perle

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