Feierei am Gärtnerplatz

Banner gegen den Lärm: Streitschlichter präsentieren neue Aktion für den Gärtnerplatz

„Ihr seid da wir schlafen hier“ – der Spruch steht für den in den Sommermonaten am Gärtnerplatz üblichen Konflikt zwischen Feiernden und Anwohnern. Traudl Baumgartner (li.) und Svenja Gellert vom städtischen Konfliktmanagement Akim präsentieren Banner für die Anwohner.
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„Ihr seid da wir schlafen hier“ – der Spruch steht für den in den Sommermonaten am Gärtnerplatz üblichen Konflikt zwischen Feiernden und Anwohnern. Traudl Baumgartner (li.) und Svenja Gellert vom städtischen Konfliktmanagement Akim präsentieren Banner für die Anwohner.
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"Ihr seid da wir schlafen hier“: Traudl Baumgartner und Svenja Gellert vom städtischen Konflikt­management Akim präsentieren bunte Plakate für die Anwohner am Gärtnerplatz.

Weiße Banner mit roter Schrift wehen vor dem Gärtnerplatztheater im Wind – „Ich muss früh raus“ steht darauf geschrieben, „Ich will schlafen“ oder einfach nur „Leiser“. Die Banner sind das neueste Projekt von Akim, dem allparteilichen Konfliktmanagement der Stadt. Sie sollen in diesem Sommer für ein besseres Miteinander sorgen: Anwohner rund um den Gärtnerplatz dürfen ein Motiv aussuchen und es aus dem Fenster hängen, wann immer es ihnen zu laut wird. Aus gutem Grund: Sobald die Tage wärmer und die Nächte länger werden, kommt es dort beinahe täglich zu Konflikten zwischen Anwohnern und Feiernden. Die Streitschlichter des Sozialreferats sind deshalb schon seit drei Jahren im Einsatz, um für Ruhe zu sorgen.

Einige Spaziergänger sehen die Banner-Aktion allerdings kritisch: „Werden die Häuserfronten am Gärtnerplatz dann künftig den ganzen Sommer über zugepflastert?“ fragt ein Mann. „Im Gegenteil“, sagt Traudl Baumgartner, Projektleiterin für die Akim-Einsätze am Gärtnerplatz. „Die Banner sollen mit Bedacht verwendet werden“, erklärt sie. „Wenn Anwohner sich gestört fühlen, können sie den Feiernden mit dem Banner ein Signal geben.“ Dass sie dauerhaft vor dem Fenster flattern, wolle man nicht erreichen. „Das würde auch die Aussagekraft der Banner schmälern“, so Baumgartner.

Die unterschiedlichen Reaktionen der Passanten auf die Banneraktion überraschen sie: „Das hilft ja eh nichts, sagen die einen, jetzt werden die Feiernden noch gänzlich aus dem Viertel verjagt, die anderen.“

Für die Plakate stehen sechs verschiedene Motive zur Wahl, sie wurden von zwei Künstlern aus dem städtisches Atelierhaus in der Baumstraße im Glockenbachviertel gestaltet. Baumgartner würde das Plakat mit der Aufschrift „Ihr seid da wir schlafen hier“ wählen. Ganz wie die Konfliktlöser von Akim selbst beziehe das Plakat keine einseitige Position, sondern erinnere vielmehr an die unterschiedlichen Bedürfnisse von Feiernden und Anwohnern – „diplomatisch, ohne mahnenden Zeigefinger!“

vha

Am Donnerstag, 16. März, sind die Konfliktlöser von Akim von 16 bis 19 Uhr mit den Bannern am Gärtnerplatz und informieren Interessierte.

"Konfliktlöser mit der roten Weste"

Sie sind überall dort, wo es in der Stadt zu Konflikten kommt: die Einsatzkräfte vom allparteilichen Konfliktmanagement Akim. Hallo München hat mit der Projekt-Koordinatorin Brigitte Gans (kl. Foto) gesprochen. 

Frau Gans, Akim ist vor drei Jahren am Gärtnerplatz gestartet: ein Erfolgsprojekt?

Auch wenn der Gärtnerplatz ein Dauerprojekt ist, konnten wir mit Akim dort viel verbessern: Wichtig ist uns, nicht zu mahnen und zu tadeln, sondern den Dialog zu suchen. Viele Feiernde kennen unsere Einsatzkräfte mit den roten Westen bereits – ihre Präsenz ruft ihnen oft direkt ins Gedächtnis, auch auf das Ruhebedürfnis der Anwohner zu achten. Es wird in der Regel automatisch etwas ruhiger, sobald wir vor Ort sind.

Klappt das auch in der Müllerstraße so gut?

Anders als am Gärtnerplatz verweilen die Leute in der Müllerstraße nicht länger, sondern sind in Bewegung. Auf unsere Akim-Einsatzkräfte reagieren sie häufig irritiert oder gar verärgert. Wir organisieren daher regelmäßig einen runden Tisch mit Anwohnern, Wirten, Viertelpolitikern und Vertretern der Stadt, um gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.

Wo trifft man Akim in der Stadt sonst noch an?

Wir sind in Flüchtlingsunterkünften tätig, häufig bei Ruhestörungen rund um den Kolumbusplatz. Kürzlich auch vermehrt im Münchner Norden, in Milbertshofen und am Hart – dort gab es einige Konflikte mit Wohnungsflüchtern.

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