"Ludwig-Festival"

„Fantastisches Erbe“

1 von 8
Jochen Meister, Referent für Kulturvermittlung der Pinakotheken
Ludwig I. von Bayern als Kronprinz
2 von 8
Ludwig I. von Bayern als Kronprinz
3 von 8
Bildung fürs Volk: Seine Schätze wollte Ludwig I. der Öffentlichkeit zugänglich machen. Er beauftragte Leo von Klenze mit dem Bau der Alten Pinakothek, die 1836 eröffnet wurde. „Ludwig als Kronprinz“ entstand 1807 von der Malerin Angelika Kauffmann.
4 von 8
Ludwigs letzte Ruhestätte: Der Königsplatz mit seinen Gebäuden war ein Lieblingsplatz des Monarchen. Die Basilika St. Bonifaz (Führung durch die Kirche, Karlstraße 34, 16.30 Uhr) ist Teil des Ensembles, dort fand Ludwig I. seine letzte Ruhestätte.
5 von 8
Münchner Museo: „Wir müssen auch zu München haben, was zu Rom Museo heißt!“ Diesen Entschluss fasste Ludwig I. bereits in jungen Jahren. Er beauftragte 1816 seinen Privat-Architekten Leo von Klenze, die Glyptothek (Foto: Renate Kühling) zu bauen – 1830 wurde sie eröffnet. Mit der Glyptothek erbaut Ludwig I. das erste als solches geplante Antikenmuseum der Welt. Gezeigt wurden ägyptische, griechische und römische Skulpturen aus der Privatsammlung Ludwigs I. Das Besondere: Der Monarch erwarb Objekte, die durch ihre künstlerische Schönheit hervorstachen. Glyptothek-Führungen, Königsplatz 3, 11 und 15.30 Uhr.
6 von 8
Prächtiges Ensemble: „Ludwig I. König von Bayern“ steht auf dem Sockel und darüber thront die mächtige Statue (Archivfoto: Haag) von 1862 an der Ludwig­straße. Auf den Spuren des Monarchen sind die Münchner bei einer Führung (Max-Joseph-Denkmal, 14 Uhr) durch München unterwegs: Ludwig I. wollte die Stadt zum „Athen an der Isar“ gestalten. Der Königs-, Karolinen-, Wittelsbacher-, Odeons- und Max-Joseph-Platz sowie die Ludwigstraße bilden samt Bauten ein klassizistisches Ensemble.
7 von 8
Ägypten an der Isar: Der Grundstein fürs Ägyptische Museum wurde genau vor 200 Jahren gelegt, als Ludwig I. Objekte vom Nil erwarb, darunter auch die Statue von Antonious. Er soll der junge Geliebte Kaiser Hadrians gewesen sein. Die Statue wurde um 135 nach Christus geschaffen. Bei der Führung (Gabelsbergerstraße 35, 11 Uhr) zeigt Direktorin Sylvia Schoske Ludwigs weitere Einkäufe.
8 von 8
Des Königs Liebling: Das Siegestor (1843-1850), das er von Friedrich von Gärtner bauen ließ, gilt als eines der Lieblingsobjekte des Königs. Der Hof-Architekt reiste zum Studium antiker Bauten nach Rom – der rund 1500 Jahre alte Konstantinbogen diente ihm als Vorbild. Ludwig I. besuchte die Baustelle des Bogens oft und kontrollierte den Fortschritt. Bei der Sanierung des Bauwerks Ende der 90er-Jahre war Restaurator Michael Pfanner dabei, er plaudert bei einer Führung (Siegestor, 12 Uhr) aus dem Nähkästchen.

Ein Festival zu Ehren von Ludwig I. wird auf dem Kunstareal veranstaltet. Was die Münchner dem Monarchen alles zu verdanken haben, lesen Sie hier.

Ludwig I. von Bayern (1786-1868) hatte Großes vor: „Ich will aus München eine Stadt machen, die Deutschland so zur Ehre gereichen soll, dass keiner Deutschland kennt, wenn er nicht München gesehen hat.“ Dieses Vorhaben ist ihm gelungen! Denn der Monarch verwandelte das dörfliche Residenzstädtchen in eine europäische Metropole. Er ließ prächtige Straßen und Plätze sowie klassizistische Bauten, wie beispielsweise die Glyptothek, errichten. Dort wurden die ersten ägyptischen Objekte ausgestellt, die Ludwig I. genau vor 200 Jahren erworben hat – diese Ankäufe legten den Grundstein dafür, dass München heute eine Kunst-und Kulturstadt ist. Das muss gefeiert werden: Und so veranstalten Museen und Institutionen im Kunstareal das „Ludwig-Festival“.

Wo heute Glyptothek und Pinakotheken fest im Stadtbild verankert sind, grasten vor rund 200 Jahren Kühe – „dieser Bereich lag weit draußen“, sagt Jochen Meister, Referent für Kulturvermittlung der Pinakotheken. Grund für die Lage war nicht zuletzt, dass dort „bessere Luft war“. Raus aus der engen Altstadt war das Motto. Auf den Wiesen herrschte „Aufbruchstimmung“: Baumeister, Maurer und Karren voller Steine bevölkerten das heutige Kunstareal. Oft schaute der Monarch selbst vorbei, damit auch alles nach Plan lief.

Aber Ludwig I. ließ nicht nur bauen, sondern kaufte auch Skulpturen und Gemälde von „unschätzbarem Wert“, so Meister, wie Werke von Botticelli, Giotto und Raffael. Sie sind heute alle in der Alten Pinakothek zu bewundern – „er hat Fantastisches geschaffen und uns ein fantastisches Erbe hinterlassen“, sagt Meister, der am 23. Oktober zur Führung „Ludwigs Ankauf der ,Madonna tempi’“ ab 13 Uhr in die Alte Pinakothek lädt.

Was Ludwig alles errichten ließ und wo er begraben liegt, können Sie in unserer Bildergalerie einsehen.
Ines Weinzierl

„Ludwig-Festival“
Sonntag, 23. Oktober,
Infos zum Programm unter www.kunstareal.de

Auch interessant:

Meistgelesen

Karlheinz-Böhm-Preis: Sie lebt seinen Traum
Karlheinz-Böhm-Preis: Sie lebt seinen Traum
Der Wohnsinn: Hier lebt München ausgezeichnet
Der Wohnsinn: Hier lebt München ausgezeichnet
Rückfall in die Ära Strauß? So reagieren Politiker auf die #ausgehetzt-Kundgebung
Rückfall in die Ära Strauß? So reagieren Politiker auf die #ausgehetzt-Kundgebung

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.