Nach Brandbrief über Radl-Rambos von Christian Springer

Der Fahrrad-Streit geht in die nächste Runde: ADFC bietet Kabarettist witzige Option an

+
Christian Springer reicht es mit dem Fahrrad fahren in München. Auf seinen Brief antwortet nun auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC).

Vergangenen Freitag (17. August) veröffentlichte Kabarettist Christian Springer einen Wutbrief über das Radeln in München. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) reagiert gekonnt

Christian Springer richtet sich in seinem Brief an die vernünftigen Fahrradfahrer und bittet sie, mit den Radl-Rambos zu reden. Denn auf Autofahrer und Fußgänger hören die „Zweirad-Idioten“ nicht.

"[...] Ich habe Angst. Es gibt tödliche Unfälle mit LKWs. Beinahe-Crashs mit Taxis. Aber ich habe Angst vor Radfahrern. Und das mit Recht. In Bayern gibt es jedes Jahr über 14.000 verletzte Radfahrer im Verkehr. An fast zwei Dritteln der Unfälle sind aber die Radfahrer schuld. Das ist Irrsinn.", schreibt Springer.

Er selbst habe Radfahren nie richtig gelernt und deswegen umso größere Angst, sich im Münchner Radverkehr fortzubewegen.

[...] "Und, liebe Stadt München, tu was! Wenn sich die Situation nicht bessert, brauchts halt ein Nummernschild fürs Radl. Eine Bekannte von mir hat ein Pferd am Land. Für den Ausritt braucht das Pferd ein Nummernschild. Das ist zwar Irrsinn, aber sollte auch für Großstadt-Radler gelten - wenn es überhaupt nicht mehr geht. Und es geht nicht mehr. So lerne ich nie Radlfahren", beendet der Kabarettist seinen Brief.

Deswegen will jetzt der ADFC interagieren: Der Fahrradclub bietet dem Münchner jetzt in einem offenen Brief einen Fahrradkurs an – und möchte zugleich einige seiner Angaben gerade rücken:

[...] Sehr geehrter Herr Springer, mit großem Bedauern haben wir gelesen, dass Sie Angst haben vor Radfahrern – Sie als Autofahrer. Umzingelt von aggressiven „Radl-Rambos“ trauen Sie sich kaum noch auf die Straße. Bislang tragen Sie Ihr Radl lieber durch München, als gemütlich zu fahren. Denn Sie haben das Radfahren nie richtig gelernt. Das möchten wir vom ADFC München gern ändern. Unser Anliegen ist es, den Radverkehr zu fördern, und zwar so, dass ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet ist. Denn Radl fahren ist Genuss und Freiheit.

Wir bieten Ihnen daher an, mit dem ADFC zu lernen, sicherer und besser auf Ihrem Radl zu sitzen. Damit Sie gut und auch mit Freude in der Stadt München von A nach B kommen. Das ist nämlich trotz aller Widrigkeiten möglich. Wir laden Sie hiermit herzlich zu einem ADFC-Fahrsicherheitstraining ein. Danach können Sie die Münchener Verkehrssituation, von der Sie so schwärmen, endlich aus der Perspektive eines Radlers erleben – und beurteilen. Und Sie werden feststellen, da ist noch viel Luft nach oben. Aber wenig Platz nach links und rechts", schreibt Andreas Groh, Stellvertretender Vorsitzender des ADFC München.

Ob Springer das Angebot des ADFC annimmt, bleibt abzuwarten.

Julia Langhof

Erst im März sprachen wir mit Andreas Groh im großen A bis Z Interview, wie man sein Fahrrad frühjahrsfit machen kann. 

Auch interessant:

Meistgelesen

Haarige Nanny: Dieser Polizeihund verteilt Küsschen
Haarige Nanny: Dieser Polizeihund verteilt Küsschen
U3/U6: Hier geht am Wochenende nichts mehr - Pendelverkehr wird eingerichtet
U3/U6: Hier geht am Wochenende nichts mehr - Pendelverkehr wird eingerichtet
K2 Blade Night: Straßensperren und Busausfälle am Montag
K2 Blade Night: Straßensperren und Busausfälle am Montag

Kommentare