Interview

Fack Ju Göhte-Musical: Im Gespräch mit Produzentin Simone Linhof 

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Jetzt geht es endlich los: Die Darsteller des Musicals "Fack Ju Göthe" stehen in den Startlöchern.

Hip Hop, Pop-Balladen und eine Chaosklasse: Mit dieser Mischung feiert „Fack Ju Göhte“ Welt-Premiere in Münchens erstem festen Musical-Theater am Ostbahnhof. Produzentin Simone Linhof verrät, warum es Elyas M’Barek nicht braucht und plaudert über Schlafmangel und sexy Darsteller.

Freut sich sehr, dass es endlich losgeht: Simone Linhof, Produzentin des Fack Ju Göthe-Musicals 

Zur Person

Zwischen Elbe und Isar: Simone Linhof pendelt zwischen ihrem Zuhause Hamburg und München hin und her. Denn schließlich steht die Premiere von „Fack Ju Göhte. Se Mjusicäl“ an. Die letzten Monate haben sie und das Team rund um die Uhr gearbeitet. In dieser Zeit hat Linhof, die an der Hochschule für Fernsehen und Film in München studiert hat, auch neue Jugendwörter dazugelernt: „I bims statt ich bin’s zum Beispiel“, erzählt sie. Linhof ist Produzentin von Stage Entertainment und für das Casting und die künstlerische Qualität aller Shows zuständig. Obendrein leitet sie sämtliche Neuentwicklungen, zuletzt „Das Wunder von Bern“ und aktuell „Fack Ju Göhte“.

„Unterricht? Der lief bei mir ganz nebenbei“

Frau Linhof, was waren Sie für eine Schülerin?

Ich war eigentlich überall ganz gut. Ich bin gerne zur Schule gegangen, weil ich dort alle meine Freunde getroffen habe. Ich war in Schüler-Vereinigungen aktiv und habe Konzerte organisiert, der Unterricht lief dann nebenbei (lacht).

Sie sind die Produzentin des Musicals „Fack Ju Göhte“. Am 21. Januar ist in München Welt-Premiere. Wie schlafen Sie derzeit?

Eigentlich ganz gut, allerdings ein bisschen wenig. Denn wir arbeiten bis spät abends. Morgens treffe ich mich mit der Technik, den Mitarbeitern vom Licht und von den Kostümen. Mittags gehen die Proben los, heute haben wir beispielsweise eine Szene und einen Song geändert. Diese Neuerung wird dann spät nachts noch mit dem Kreativteam analysiert.

Wirklich, so kurz vor der Premiere?

Ja, das ist ganz normal. Wir bringen bis zum Schluss Ideen ein. Es wird auch noch bis zur Premiere im Werk 7 gebaut werden. Noch immer laufen Handwerker umher, schrauben, malen und hämmern.

Die Herausforderung war riesig

Die Filme lockten Millionen in die Kinos. Ist da der Druck besonders hoch?

Ja. Für uns ist das spannend. Wir haben zur Geschichte Musik und Tanz addiert – die Herausforderung war riesig. Eine weitere war, junge Menschen zu finden: Es sollten besondere Charaktere sein, keine Abziehbilder der Film-Schauspieler. Jeder der Darsteller hat etwas ganz Eigenes – das Publikum wird sie lieben.


Das ist der neue Zeki Müller: Max Hemmersdorfer spielt im Mjusicäl die Hauptrolle



Der Film besticht ja insbesondere durch den Schauspieler Elyas M’Barek – wie geht es ohne?

Es geht total ohne. Max Hemmersdorfer spielt Zeki Müller sensationell. Er ist nicht auf den Mund gefallen, sehr sexy und ein toller Darsteller mit Charme.

Hatten Sie im Vorfeld Kontakt mit Elyas M’Barek?

Nein, er war sehr mit seinem Film beschäftigt und ist jetzt auf Reisen, aber er will sich das Musical anschauen.

Der Plan ging auf, eine junge Zielgruppe neu fürs Musical zu gewinnen

Die Kunst ist es ja, Jung und Alt für das Musical zu begeistern. Wie schaffen Sie den Spagat?

Wir stellen anhand des Ticket-Verkaufs fest, dass Eltern mit ihren Kindern, Großeltern mit ihren Enkeln Karten für das Musical kaufen, was uns sehr freut. Es ist quasi ein Familien-Event.

Hatten Sie damit gerechnet?

Wir haben gehofft, dass es so kommt. Wir wollten eine junge Zielgruppe ansprechen, vor allem mit dem Bau, der sich von einem typischen Theater abhebt. Insbesondere durch die 180 Grad-Bühne und die Plätze, die eben nicht aus rotem Plüsch sind, sondern ganz modern.

Welche Fäden laufen bei Ihnen zusammen?

Eigentlich alle. Ich muss primär den Zeitplan im Auge behalten, denn die Premiere steht ja fest. Ich bin die Ansprechpartnerin für die Regie, die Bühnenbildner und die Darsteller, aber auch für das Budget. Ich bin wirklich das Kommunikationszentrum.

Sie sind dann quasi die Mutter der Kompanie.

Alle sind aufgeregt, und ich versuche natürlich, eine Grundruhe reinzubringen und den Druck auszugleichen. Manchmal mache ich aber auch den Druck (lacht).

Das Deutsche Theater ist das Musical-Theater Münchens. Steht das Werk 7 in Konkurrenz zum Theater?

Nein. Wir sehen uns zum Deutschen Theater und auch zum Gärtnerplatztheater als Ergänzung. Wir sind von beiden sehr willkommen geheißen worden, was uns sehr freut.


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