Gedenkstätte frisch herausgeputzt

Eröffnung der neu konzipierten „Weiße Rose“-Ausstellung in der Ludwig-Maximilians-Universität

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Interaktive Medienstationen zeigen die Biografien der wichtigsten Pro­tagonisten der Weißen Rose.
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Markus Schmorell (li., Neffe von Alexander Schmorell), Hildegard Kronawitter (Vorsitzende der Weiße Rose-Stiftung) und Wolfgang Huber (Sohn von Kurt Huber) am Lese-Tisch.
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Am Morgen des 18. Februar 1943 verteilten Hans und Sophie Scholl kurz vor ihrer Verhaftung in der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) das berühmte Flugblatt „Kommilitonen! Kommilitoninnen!“. Genau 74 Jahre später eröffnet am Ort des Geschehens die Ausstellung „Die Weiße Rose. Widerstand gegen die NS-Diktatur“.

Am Morgen des 18. Februar 1943 verteilten Hans und Sophie Scholl kurz vor ihrer Verhaftung in der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) das berühmte Flugblatt „Kommilitonen! Kommilitoninnen!“. Genau 74 Jahre später eröffnet am Ort des Geschehens die Ausstellung „Die Weiße Rose. Widerstand gegen die NS-Diktatur“.

Gegeben hat es sie ja schon früher: Seit 1997 war in der „Denkstätte“ der Universität eine Ausstellung über die Widerstandsgruppe. „Doch die Ausstellung war einfach nicht mehr zeitgemäß, zu viel Text auf einmal und nur auf Deutsch. Dabei sind ein Drittel unserer Besucher aus dem Ausland“, sagt Hildegard Kronawitter (70), Vorsitzende der Weiße Rose-Stiftung. „Nun gibt es jeden Text auch auf Englisch und man kann auswählen, wie tiefgehend man sich mit etwas beschäftigt. Es gibt kurze Thementexte und kleingeschriebene Zusatzinfos“, sagt Krona­witter.

Früher lag die Denkstätte versteckt zwischen Audimax und Lichthof. Nun kann man sie durch ein großes Fenster vom Lichthof aus sehen. Ein Lese-Tisch in der Mitte des Gewölbes zeigt die Bücher, von deren Ideen die Widerständler beeinflusst wurden. Der Tisch schlägt zudem durch die Worte „Lesen“, „Denken“, „Diskutieren“ und „Handeln“ vor, welchen Mehrwert man aus der Ausstellung ziehen kann. „Das Handeln ist wichtig, denn die zentralen Werte der Weißen Rose von Toleranz und Achtung der Menschenwürde sind zeitlos“, sagt Kronawitter. Nicht nur durch Geschriebenes werden in der Ausstellung Informationen vermittelt, sondern auch durch Hörstationen und Videos, in denen unter anderem Zeitzeugen zu Wort kommen.

„Die Ausstellung ist nun viel konzentrierter, flüssiger und chronologischer“, sagt Rentner Markus Schmorell (65) aus Harlaching, Mitglied der Weiße Rose-Stiftung. Er ist der Neffe von Alexander Schmorell, einem der Mitbegründer der Widerstandsgruppe. „Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da dachte man, dass so etwas wie die NS-Diktatur nie wieder kommt. Doch unsere Demokratie ist nicht selbstverständlich. Es ist wichtig, zu wissen, was passiert ist, denn die Geschichte darf sich nicht wiederholen,“ sagt er.
Laura Felbinger

Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und Samstag von 11.30 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es online unter www.weisse-rose-stiftung.de.

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