Isarflussbad

So geht München baden

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Vivian Krieg
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Entwurf und Realität vor dem Müllerschen Volksbad: Die strikte Trennung durch die hohe Betonmauer würde beim Entwurf von Vivian Krieg aufgelöst. Ein durch den Auer Mühlbach gespeistes Becken würde auch bei Niedrigwasser Badespaß garantieren.
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Alles im Fluss: Architektur-Studenten stellen ihre Entwürfe für ein Isarflussbad in einer Ausstellung vor – und in Hallo München.

Direkt am Müllerschen Volksbad in der Isar plantschen, sich auf Badeterrassen gegenüber des Deutschen Museums räkeln – nur zwei von insgesamt 16 Visionen für ein Isarflussbad in München. Entwürfe, die ab sofort in einer Freiluftgalerie südlich der Reichenbachbrücke der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Erdacht haben die Vorschläge Architektur-Studenten der Münchner Hochschule für angewandte Wissenschaften. „Mit der Ausstellung wollen wir den Münchnern vor allem die riesige Bandbreite an Möglichkeiten zeigen“, betont Vivian Krieg, von der einer der Entwürfe stammt und die die Freiluftgalerie konzipiert hat.

Die 25-jährige Sendlingerin würde das Flussbad direkt am Fuße des Müllerschen Volksbades situieren. Auf große architektonische Neubauten verzichtet sie, macht die Isar stattdessen mittels mehrerer terrassenartiger Stufen erlebbar. Umziehen könnten sich die Badebegeisterten im Müllerschen Volksbad.

„Dieses Bad war das erste öffentliche Bad in München und das erste, in dem sich alle Schichten getroffen haben. Genau das passiert heute an der Isar – hier treffen sich Menschen aller Klassen.“ Doch nicht nur mit solch sentimentalen Gründen konnte sie bei ihren Professoren punkten. Ihr Entwurf würde auch ein aktuelles Problem lösen: Momentan sind Fußgänger und Radler an dieser Stelle durch eine hohe Mauer – die noch dazu sanierungsbedürftig ist – von der Isar getrennt. Ihr Entwurf würde diese Trennung aufheben. „Weil sich Fußgänger und Radler dann in die Quere kämen, habe ich den hier verlaufenden Radweg in meinem Entwurf hinter das Volksbad verlegt.“ Auch anderen Kritikern nimmt sie den Wind aus den Segeln: „Viele befürchten, man würde mit einem Flussbad die Isar zubetonieren. Aber an dieser Stelle gibt es ja schon eine Betonmauer.“

In ihrem Masterseminar hat ihr der Entwurf die Note eins eingebracht. Ob er – oder überhaupt ein Flussbad – tatsächlich realisiert wird, steht freilich auf einem anderen Blatt. Allerdings: Es scheint immer wahrscheinlicher. Aktuell läuft im Auftrag der Stadt eine Machbarkeitsstudie. Ein Ergebnis wird bis Ende 2017 erwartet. Beim Verein Isarlust, der sich seit 2012 für ein Flussbad einsetzt und Organisator der Ausstellung ist, rechnet man mit einer Umsetzung nicht vor 2022. Unterstützung bekommt der Verein dabei seit Neuestem von der Green City Energy AG. Das international tätige Unternehmen mit Sitz in München könnte sowohl mit technischem Know-How als auch mit Vorschlägen zur Finanzierung behilflich sein. Welche Ideen die Studenten für die praktische Umsetzung haben, lesen Sie hier.
Marco Litzlbauer

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