"Der Abschied fällt mir schwer"

Wilfrid Spronk

kämpfte mit Herzblut für den Olympiapark und die Winterspiele 2018 – und setzte damit seine Gesundheit aufs Spiel. Nach der Diagnose Burnout im Herbst 2008 stand für den 63-Jährigen fest, dass er seine Jobs als Chef der Olympia-Bewerbungsgesellschaft und des Olympiaparks an den Nagel hängen wird. „Heute weiß ich, dass es Limits gibt“, sagt Spronk. Nach dem 31. Mai will er sich vor allem seiner Familie widmen, die lange Zeit an zweiter Stelle stand. Dann beginnt der Ruhestand, den der umtriebige Sportmanager zusammen mit seiner Frau auf Reisen verbringen möchte. „Und ich werde diese Zeit ganz sicher nicht dazu nutzen, eine neue Beschäftigung zu finden!“ Nicht zuletzt durch die Krankheit sei ihm bewusst geworden, welchen Rückhalt ihm Tochter, Enkelkinder und Ehefrau in seinem Leben gegeben haben. „Sie haben mir in all den Jahren und während der schweren Stunden in meinem Leben Kraft gegeben“, weiß Spronk. Die Verwirklichung eines beruflichen Ziels sehnt der künftige Ruheständler dennoch herbei: „Mein größter Traum ist die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 an München.“ Dass er der Verlockung des Engagements für diese Herzensangelegenheit widerstehen kann, bewies er Anfang des Jahres, als die Personalfrage für die Olympia-Bewerbungsgesellschaft erneut aufkochte. Seine Freizeit ist ihm jetzt doch wichtiger: „Die wird in Zukunft groß geschrieben!“ Christina Jackson Abschied: Erlebe ich im Moment fast wöchentlich von Neuem – ich war in vielen Verbänden tätig. Das fällt mir schwerer als ich es jemals gedacht habe. Berufung: Ich bin nicht nur von meinem Vorgänger ins Amt gerufen worden. Es kam vielmehr einer Berufung gleich. Und nur so kann man das hier mit Herzblut machen. Charisma: Man muss sich damit umgeben, um in dieser Branche und in den heutigen Zeiten bestehen zu können. Doping... ist ein Thema der Gesellschaft insgesamt. Was mich bei dem Thema stört ist, dass man sich einzelne Wenige herauspickt und außer Acht lässt, dass Doping heute viel weiter verstreut ist als nur im Sport. Ehrungen: Die häufen sich halt immer am Ende der beruflichen Laufbahn. Bei den Ehrungen, die ich über mich habe ergehen lassen müssen, war auch Dank spürbar gewesen. Darüber freue ich mich. Freizeit: Die wird in Zukunft bei mir groß geschrieben! Sie kam in der Vergangenheit deutlich zu kurz. Galas: Ich bin kein großer Freund von offiziellen Galas. Aber ich gestalte gerne die kleinen, familiären Galas – also Familienfeste. Holiday on Ice: Eine Veranstaltung, die mich während der gesamten Olympiaparkzeit – also 26 Jahre lang – begleitet hat. IOC: Ich wünsche mir, dass das IOC für München und das Jahr 2011 eine positive Entscheidung trifft. Die Winterspiele 2018 müssen nach München! Jugendsport: Er hatte während meiner Zeit im Präsidium der bundesdeutschen Radfahrer absolute Priorität. Kristall-Trophäe: Ein zweischneidiges Thema! Ich habe viele Kristall-Trophäen an Sieger von Sportveranstaltungen vergeben, lege aber keinen großen Wert darauf, selbst eine zu empfangen. Leichtathletik: Ist mir von Jugend an ans Herz gewachsen. Ich war selbst aktiv und habe meine berufliche Laufbahn mit meinem Team bei der EM 2002 gekrönt. München ist mir wirklich zur Heimat geworden in den vielen Jahren, die ich nun hier lebe. Nachfolger: Ich bin sicher, dass der Nachfolger in die besonderen Fußstapfen, die man als Geschäftsführer dieses Veranstaltungszentrums braucht, hineinpasst. Olympia 1972: Das ist – was die Spiele angeht – eine sehr schöne Erinnerung mit den traurigen schwarzen Flecken des Attentats. Es war auch der Anlass dafür, dass ich hier tätig sein durfte. Privatleben: Das Privatleben mit meiner Frau, den Töchtern und Enkeln war immer mein Rückhalt – gerade in den schweren Stunden. Es ist oft zu kurz gekommen. Querulanten: Oh, da gibt es viele! Das dicke Fell muss man mitbringen und sich sagen: „Das interessiert mich nicht!“ Und man muss die Anliegen und die Kritk sehr genau auf den Inhalt prüfen, sonst reibt man sich auf. Ruhestand: Ich möchte ihn sicher nicht im Sinne von Ruhe und Stillhalten leben. Genauso wenig will ich ihn nutzen, um einen neuen Job zu finden. Ich will dabei einen vernünftigen Mittelweg finden. Sea Life: Auf Sea Life bin ich sehr stolz, weil das ursprünglich von all denen, die hier alles bewahren wollten, bekämpft wurde. Jetzt ist es ein Highlight im Park. Talente: Durch meine Aktivitäten im Radsport habe ich eine Reihe von Fahrern erlebt, die als junge Talente angefangen haben und Stars wurden, wie Erik Zabel. Ude: Christian Ude habe ich als Aufsichtsratsvorsitzenden der Olympiapark AG sehr zu schätzen gelernt. Als es meiner Frau sehr schlecht ging, war er ein wichtiger Ansprechpartner für mich. Vereinigung deutscher Stadionbetreiber: Eine Einrichtung, die mich von 1983 begleitet hat. Ich bin jetzt sehr gerne Ehrenmitglied. Winterspiele 2018: Das wäre die Verwirklichung eines Traums, den mit mir sicher viele Münchner träumen. Xundheit: Wie sehr man darauf achten muss, habe ich nach meinem Burnout ja selber zur Kenntnis nehmen und ausbaden müssen. Man lebt nur einmal – das habe ich jetzt erkannt. Yin und Yang: Das Ausgeglichen-Sein habe ich mit Hilfe meiner Frau immer wieder versucht. Ich habe es aber oft nicht erkannt, wenn die Balance nicht gegeben war. Zukunft: Die Zukunft möchte ich mit meiner Frau, mit der ich 38 Jahre verheiratet bin, zusammen gestalten. Wir planen Reisen nach Italien etwa.

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