160 Messstellen in der Stadt

Blitzmarathon gestartet: Hier wird kontrolliert

Beim Blitzmarathon kontrolliert die Polizei an 160 Messstellen in München die Geschwindigkeit.
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Beim Blitzmarathon kontrolliert die Polizei an 160 Messstellen in München die Geschwindigkeit.

München: Runter vom Gas: Der Blitzmarathon ist gestartet. Seit heute Morgen gibt es in ganz Bayern Geschwindigkeitskontrollen. In München blitzt die Polizei an 160 Stellen.

Autofahrer aufgepasst: Am heutigen Mittwoch wird ab 6 Uhr wird 24 Stunden lang Jagd auf Temposünder gemacht. Rund 1.900 Polizisten sowie etwa 50 Bedienstete der Gemeinden und Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung messen die Geschwindigkeit an rund 2.000 möglichen Messstellen in ganz Bayern.

Besonders im Visier sind Unfallschwerpunkte auf Landstraßen und Abschnitte, auf denen oft zu schnell gefahren wird. In der Stadt München wird an 160 Messstellen kontrolliert, darunter auf allen wichtigen Zubringerstraßen wie zum Beispiel auf dem Frankfurter Ring, der Bodenseestraße, der Wasserburger Landstraße und der Schwere-Reiter-Straße. Die bayerische Polizei hat eine  Übersicht über alle Messstellen veröffentlicht. Unser Partnerportal  tz.de hat außerdem eine  interaktive Karte erstellt. 

Zum Einsatz kommt moderne Messtechnik, zum Beispiel spezielle Lasermesspistolen und hochpräzise digitale Messgeräte. „Unser 24-Stunden-Blitzmarathon ist Teil des europaweiten 'Speedmarathons', der vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk 'TISPOL' koordiniert wird", erklärte Innenminister Joachim Herrmann.

Ziel sei, Problembewusstsein für zu hohe Geschwindigkeit stärken, bis zum Jahr 2020 die Zahl der Verletzten zu reduzieren und insbesondere die Zahl der Verkehrstoten auf unter 550 (2017: 608 Verkehrstote in Bayern) zu senken. „Mit unserem Blitzmarathon wollen wir alle Verkehrsteilnehmer aufrütteln, sich dauerhaft an die Geschwindigkeitslimits zu halten und im Zweifel besser den Fuß vom Gas nehmen", sagt Herrmann. Wer zu schnell gefahren ist, wird deshalb in den meisten Fällen gleich nach der Messung angehalten, zur Kasse gebeten und aufgeklärt.

2017 wurden rund 9000 Geschwindigkeitssünder erwischt

Im Jahr 2017 wurden beim Blitzmarathon in Bayern 8.941 Geschwindigkeitssünder erwischt. Das wiegt nach Herrmanns Worten besonders schwer, denn laut der bayerischen Verkehrsunfallstatistik ist zu schnelles Fahren die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle. 2017 wurden insgesamt 226 (2016: 215) und damit 5,1 Prozent mehr Menschen durch Geschwindigkeitsunfälle getötet, als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten ging dabei mit 10.112 zwar leicht zurück (2016: 10.234, -1,2 Prozent). Insgesamt stieg die Zahl der registrierten Geschwindigkeitsunfälle aber auf 19.060 (2016: 18.763, +1,6 Prozent) weiter an.

Kritik vom Automobilclub Mobil in Deutschland

Der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. sieht in der Aktion dennoch eine enorme Verschwendung von Personalkapazitäten der Polizei und ein falsches Signal an alle Autofahrer. „Der Blitzmarathon ist ein Auslaufmodell, das weder der Sicherheit noch dem Ansehen der Polizei dient", heißt es von der Vereinigung. Ein geringer Nutzen würde einem hohen Personaleinsatz und enormen Aufwand gegenüberstehen.  „Radarkontrollen sind richtig und wichtig. Sie dürfen aber nur einem Ziel dienen, nämlich der Verkehrssicherheit", erklärt Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V. Beim Blitzmarathon sei das nicht der Fall:  „Jeder weiß, dass es nicht um Sicherheit geht, sondern (fast) nur ums Geld."

Der Automobilclub führt an, dass vergangenes Jahr der Blitzatlas 2017 veröffentlicht wurde. Dabei wurden die mobilen Radarkontrollstellen mithilfe tausender Online-Meldungen über Blitzer.de mit den häufigsten Unfallstraßen für einige Städte verglichen. Es hätte oft nur wenige bis gar keine Überschneidungen zwischen Häufigkeit von Blitzern und Anzahl der Verkehrsunfälle gegeben, so der Verband.

Ergebnisse werden veröffentlicht

Die Ergebnisse des sechsten Bayerischen Blitzmarathons werden am 19. April gegen 14 Uhr veröffentlicht.

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