AWM-Offensive in diesem Jahr

Biotonne soll raus aus der Schmuddelecke

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Sie ist Pflicht, aber nicht allenthalben belieb: die Biotonne. Der AWM will sie daher heuer mit einer großen Image-Offensive aus der Schmuddelecke holen. Wie das gehen soll erfahren Sie hier:

Seit Jahresbeginn ist sie deutschlandweit Pflicht: die Biotonne. In München gilt das zwar schon seit 20 Jahren, allerdings wird sie nicht so richtig gut genutzt. Das soll sich ändern, der Abfallwirtschaftsbetrieb plant heuer eine Biotonnen-Offensive. AWM-Sprecherin Bettina Folger verrät in Hallo München, wie das aussehen soll.

Frau Folger, wie viele Haushalte haben in München eine Biomülltonne?

„88 Prozent der Tonnenstandplätze haben eine. Bei dieser Zahl sind aber nicht die Menschen mit eingerechnet, die auch selbst kompostieren. Außerdem gibt es auch Münchner, die sich mit Nachbarn eine Tonne teilen. Wenn man diese Leute noch dazu rechnet, sind wir bei einer größeren Prozentzahl der Menschen, die Biomüll trennen.“

Und das machen die auch richtig?

„Da gibt es durchaus noch Potenzial. Wir wissen, dass da noch nicht so gut getrennt wird, wie wir uns das wünschen. Daher setzen wir in diesem Jahr auch einen Schwerpunkt in dem Bereich. Im März starten wir einen Test in Neuhausen. Dort probieren wir aus, wie wir die Münchner zu einer besseren Mülltrennung bewegen können.“

Warum ist die Biotonne unbeliebt?

„Es macht nicht jeder gerne, sie gilt als unhygienisch. Und sie stinkt. Daher wollen wir ab März aufklären, dass dem nicht so ist. Wir wollen die Biotonne aus der Schmuddelecke holen. Unser Ziel ist eine Recyclingquote von 65 Prozent. Damit wären wir weltweit die erste Millionenstadt.“

Wo entsorgen die Münchner denn sonst ihren ganzen Biomüll?

„In der Restmülltonne. Da gibt es eine Analyse, 36 Prozent des Inhalts der Restmülltonne sind Bioabfälle. Da drin enthalten sind 20 Prozent aller Bioabfälle vor dem Teller, also nicht angemachte Lebensmittel. Zwölf Prozent sind nach dem Teller, also Knochen, gekochte Nudeln oder Salatreste. Bei den übrigen vier Prozent handelt es sich um Gartenabfälle.“

Kostet das nicht? „Es gibt eine Trennpflicht, also theoretisch kann jeder Bürger belangt werden, der sich nicht daran hält. Das wäre dann eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.“

Wie oft ist das schon vorgekommen?

„Bei der Mülltrennung noch nie. Wir wollen das auch gar nicht. Wir wollen partnerschaftlich mit den Münchnern arbeiten. Dass die Leute Vertrauen haben und verstehen, warum Mülltrennung sinnvoll ist und was wir mit den Wertstoffen machen.“

Was passiert mit dem eingesammelten Biomüll?

„Daraus produzieren wir Strom, und es entsteht Münchner Blumenerde. Die kann an den Wertstoffhöfen erworben werden. Da schließt sich dann der Kreis. Aus dem alten Apfel wird der Dünger für die Blumen im Frühjahr.“

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