Wilhelmsgymnasium im Umbau

Baustellen-Romantik im Lehel

+
Die 56-Millionen-Euro-Baustelle an der Maximilianstraße: Elf Meter tief ist die Baugrube, in der eine zweite Turnhalle für das mit über 450 Jahren älteste Gymnasium der Stadt entstehen soll. Die denkmalgeschützte Fassade wird erhalten, dahinter entsteht fast alles neu.

Schulreferat zeigt Fotografien der spektakulären Sanierungsarbeiten.

30 Jahre ist Hans-Jürgen Stein nun schon beim Referat für Bildung und Sport, nun steht er vor seiner kompliziertesten Baustelle an der Maximilianstraße. Das älteste Gymnasium der Stadt wird neu – für 56 Millionen Euro.

„So etwas anspruchsvolles wie die Generalsanierung des Wilhelmsgymnasiums hatte ich noch nie“, sagt der stellvertretende Geschäftsbereichsleiter des zentralen Immobilienmanagements. Der Grund: Ein selten beengtes Grundstück in dichter Innenstadtlage mit vielen Bäumen, die unter Baumschutz stehen und einer denkmalgeschützten Fassade. „Dahinter haben wir alles entkernt und das Gebäude breiter gemacht“, so Stein. Insgesamt habe man 600 Quadratmeter dazu gewonnen, bis zu sieben Unterrichtsräume mehr geschaffen und auch das Lehrerzimmer und die Verwaltungsräume vergrößern können. Neben der bestehenden unterirdischen Turnhalle entsteht auf selbem Niveau eine zusätzliche 400 Quadratmeter große Halle. „Dazu musste die Baugrube elf Meter tief ausgehoben werden, das Fundament des Kellers wurde mit Beton­spritzen untermauert und auch die angrenzenden Privatgrundstücke hat man mit Injektionsankern unterfangen“, erklärt Stein. Auf die neue Turnhalle kommt eine extra Pausenhalle – außerdem entsteht ein Aufzug, ein Treppengang und ein Übergang ins Hauptgebäude. „Auf der Seite zum Max-II-Denkmal haben wir noch mehr Fläche im Pausenhof geschaffen, dort sollen auch Radl-Stellplätze Platz finden, die dem Neubau weichen müssen.“ (Hallo berichtete) 

Als Besonderheit wurde auch die Bibliothek des Wilhelmsgymnasium mit ihren höchst wertvollen Büchern während der Bauarbeiten in die bayerische Staatsbibliothek ausgelagert. „Wenn sie zurückkehrt, ist der vier Meter hohe Raum mit einer Be- und Entlüftungsanlage ausgestattet, der Boden verstärkt“, verspricht Stein. Ein Jahr wurde jetzt schon gebaut, zwei Jahre stehen noch bevor. Aber Stein ist zuversichtlich, dass das ausführende Baureferat den Zeitplan einhält und die Schüler zum September 2018 an ihren Standort zurückkehren können. Derzeit findet der Unterricht in einer Pavillonanlage an der Tivoli­straße statt. Für diese stehen schon wieder die nächsten Mieter bereit, das Maximiliansgymnasium zieht von der Leopoldstraße dorthin – die nächste Generalsanierung in dichter Innenstadtlage.
Maren Kowitz

Auch interessant:

Meistgelesen

Wegen einer Duftkerze: Die Öhlschläger-Zwillinge sind wieder auf Wohnungssuche
München Mitte
Wegen einer Duftkerze: Die Öhlschläger-Zwillinge sind wieder auf Wohnungssuche
Wegen einer Duftkerze: Die Öhlschläger-Zwillinge sind wieder auf Wohnungssuche
Münchens berühmteste Zwillinge haben Jubiläum – doch nach Feiern ist ihnen nicht
München Mitte
Münchens berühmteste Zwillinge haben Jubiläum – doch nach Feiern ist ihnen nicht
Münchens berühmteste Zwillinge haben Jubiläum – doch nach Feiern ist ihnen nicht
Mein Onkel, der Widerstandskämpfer
München Mitte
Mein Onkel, der Widerstandskämpfer
Mein Onkel, der Widerstandskämpfer
Nach mehr als 40 Jahren: Abschied von floh! und Flohkiste
München Mitte
Nach mehr als 40 Jahren: Abschied von floh! und Flohkiste
Nach mehr als 40 Jahren: Abschied von floh! und Flohkiste

Kommentare