Bewohner des Ackermannbogens klagen über neue Linienführung

Wir sind abgeschnitten!

Protest an der Haltestelle Deidesheimer Straße: Ältere Menschen mit Gehwagen und Rollatoren, aber auch viele Jugendliche aus dem nördlichen Teil des Ackermannbogens wollen ihren Bus zurück.

Die Anwohner des nördlichen Ackermannbogens sind sauer: „Seit der 59er-Bus nicht mehr hier, sondern am Stadtplatz hält, müssen wir weit laufen – und viele von uns sind älter, haben Gehhilfen oder Rollatoren“, erklärt Ernestine Heckmann. Warum der neue 144er-Bus ein schwacher Trost ist, was sie und ihre Mitstreiter von der Stadt fordern, lesen Sie hier.

Der neue MVG-Fahrplan hat klare Verlierer. Als solche fühlen sich zumindest die Anwohner des nördlichen Ackermannbogens: „Wir wurden einfach abgeschnitten“, beschwert sich Dasha Kiefer. Für die 35-Jährige ist es nervig, jetzt bis zum Stadtplatz zu laufen, wo der 59er-Bus seit Neuestem verkehrt. Für viele ihrer älteren Nachbarn ist es eine Herausforderung. „Viele hier haben einen Rollator oder einen Stock, da braucht man bis zum Stadtplatz zwischen 15 und 20 Minuten“, erklärt Christine Pfaller, die an der Deidesheimer Straße wohnt. Der Weg sei unbeleuchtet und jetzt im Winter kaum geräumt. Früher hielt der 59er-Bus an mehreren Punkten entlang der Ackermannstraße, auch auf Höhe der Deidesheimer Straße, bevor er über die Münchner Freiheit bis nach Giesing fuhr. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember fährt der 59er-Bus jetzt direkt von der Ackermannstraße zum Stadtplatz und wieder nach Süden auf die Schwere-Reiter-Straße.

Als „Ersatz“ wurde für die Bürger im Norden des Ackermannbogens jetzt der Bus 144 eingeführt, der vom Scheidplatz über die Ackermannstraße in den Olympiapark über die Dom-Pedro-Straße zum Rotkreuzplatz fahre. „Aber der Bus fährt nur alle 20 Minuten – und schlimmer, nur bis 20.30 Uhr“, beschwert sich Ernestine Heckmann. „Da muss man sich nicht wundern, dass kaum jemand diese Linie nutzt.“ Die meisten Bürger wünschen sich die alte Linienführung des 59er-Busses zurück – oder zumindest eine Variante, die den Stadtplatz und den Norden des Wohngebiets miteinschließt.

Alternativ fordern die Bürger, dass der 144er-Bus wenigstens bis Mitternacht fährt. „Meine Kinder gehen abends oft aus – und kommen dann mit dem Bus nicht mehr nach Hause“, erklärt beispielsweise Anwohnerin Ingrid Weislaemle. Ebenso wenig wie viele der Senioren, die abends ins Theater gehen oder Stammtische besuchen.

Eine andere Anwohnerin der Therese-Studer-Straße wünscht sich eine Umsteigemöglichkeit vom 144er-Bus auf den 59er-Bus. „Stattdessen fährt der 59er jetzt entlang der Schwere-Reiter-Straße, wo außerdem noch der 53er-Bus und die 12er-Tram fahren.“

MVG-Sprecher Matthias Korte sagt zu den Beschwerden, die neue 59er-Linienführung sei von jeher so geplant gewesen, nur die Umsetzung habe einige Jahre bis zur Fertigstellung des Stadtplatzes gedauert. „Es ist schwer, einen Kompromiss zu finden, der allen gerecht wird, aber von dieser Positionierung profitiert die Mehrzahl der Ackermannbogen-Bewohner“, verteidigt Korte die Entscheidung.

Beschwerden zum 144er-Bus müssten die Bürger direkt an die Stadt adressieren. „Diese Linie ist nicht durch Fahrgeldeinnahmen zu finanzieren, sondern wurde vom Stadtrat als Zusatzaufgabe beschlossen und finanziert.“ Dementsprechend könne auch nur dieser eine Verlängerung in die Abendstunden beschließen. „Wir sind natürlich bereit, Alternativen zu prüfen und zu diskutieren, aber man sollte dem 144er-Bus Zeit geben. Er fährt erst fünf Wochen – noch kann man nicht sagen, wie er angenommen wird“, erinnert Korte. Die Vorteile der Linie seien die innere Erschließung des Olympiaparks und die bessere Anbindung des Quartiers um den Dom-Pedro-Platz. Und für die Bewohner des Ackermannbogens? „Ist es immerhin eine Anbindung an den Scheidplatz.“
Maren Kowitz

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