Fachdezernats Cybercrime

Er sucht Spuren im Netz

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Oliver Penonic kämpft gegen Kriminalität im Internet und bekommt dabei bald weitere Unterstützung.

Die bayerische Polizei rüstet auf und sucht 68 Internetkriminalisten.

4,5 Millionen Euro Schaden, über 1000 Opfer, Betrugskonten in ganz Europa: Es war ein bestens organisiertes Netzwerk, das bei Internetverkäufen abzockte – bis November. „Wir konnten zwölf Täter festnehmen“, sagt Oliver Penonic (38), Leiter des Fachdezernats Cybercrime der Münchner Polizei. Aktuell unterstehen ihm rund 50 Polizisten und Informatiker. Nicht genug: Jetzt wird der Bereich aufgestockt, bayernweit sucht die Polizei 68 weitere Informatiker. „Die Kriminalität wandert immer mehr in den IT-Bereich“, sagt Penonic. „Von 2015 auf 2016 gab es in München eine Steigerung der Straftaten um 25 Prozent.“

Hinter jedem aufgeklärten Fall steckt viel Arbeit. Bei den Betrügern aus Rumänien zum Beispiel ermittelten die Münchner Beamten ein Jahr, zusammen mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern und Kollegen aus anderen Ländern. „Unsere Ermittlungen sind sehr aufwendig“, erklärt Penonic. „Wir müssen sehr viele Daten auswerten und sind häufig darauf angewiesen, dass die Täter Fehler machen und man ihnen so die Daten zuordnen kann.“ Außerdem agieren im Internet viele Täter aus dem Ausland, was die Suche nach ihnen ebenfalls erschwert.

Die Internetkriminalisten ermitteln zum Beispiel bei Computerbetrug, Hacking, Sabotage, illegalem Handel im Darknet oder Beleidigungen in sozialen Netzwerken. Außerdem schulen sie Polizisten aus anderen Abteilungen und untersuchen beschlagnahmte Geräte. Egal ob Tötungsdelikte, Erpressung, Terrorismus oder Drogenhandel: Auch bei solchen Straftaten führt die Spur zum Täter oft über das Internet. Wichtig ist dabei immer, dass schnell gehandelt wird. „Viele Spuren sind flüchtig und können nach einiger Zeit nicht mehr nachvollzogen werden“, sagt Penonic.

Wer Opfer von Internetbetrug geworden ist, soll sich deshalb möglichst bald bei der Polizei melden. Dazu hat Penonic einen weiteren Tipp, um erst gar nicht Opfer von Straftaten zu werden: „Bevor man im Internet etwas macht oder preisgibt, soll man sich immer überlegen, ob man das auch in der realen Welt machen würde.“

C. Schuri

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