Aus der Bürgerversammlung

Anwohner der City beklagen Fahrradchaos in der Innenstadt

München ist die Radlhauptstadt, aber für Fahrräder gibt es in der Innenstadt zu wenig Platz, beklagen die Viertelbewohner.
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München ist die Radlhauptstadt, aber für Fahrräder gibt es in der Innenstadt zu wenig Platz, beklagen die Viertelbewohner.
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Heinz-Gerd Gerecke
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Heinz-Gerd Gerecke
Thomas Mayer
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Thomas Mayer

Altstadt/Lehel: Abschleppen von falsch parkenden Rädern, eine bessere Beschilderung und mehr Ständer - Bürger fordern härteres Durchgreifen der Stadt.

München ist die Radlhauptstadt, aber für Fahrräder gibt es in der Innenstadt zu wenig Platz, beklagen die Viertelbewohner.

Geht man vom Marienplatz bis zur S-Bahnstation Isartor, sieht man Unmengen an Fahrrädern. Die Radlständer sind überlastet, die Räder sind an Schilder gekettet oder stehen kreuz und quer. Gegen die Radl-Flut haben nun die Innenstädter in der Bürgerversammlung Altstadt-Lehel gewettert. In einem Drittel der Anträge forderten Bürger eine Lösung für das Fahrradchaos – und sei es mit drastischen Maßnahmen wie Abschleppen.

Besonders problematisch finden Bürger die Situation am Isartorplatz 

Als besonders problematisch sahen die Viertelbewohner die Situation am Isartorplatz und an der S-Bahnstation Isartor beim Geschäft „Breiter Hut & Mode Isartor“, im Volksmund „Breiterhof“ an. Von einem „Fahrradchaos am Isartor“ sprach da beispielsweise eine Bewohnerin. Sie monierte, dass am Isartorplatz kaputte Fahrräder stünden, die die Stadt nicht entsorgen würde und, dass Fahrräder in der Innenstadt nicht ordnungsgemäß abgestellt würden. Die Bürgerin hat deshalb eine klarere Beschilderung gefordert. Die Stadt solle zunächst per Schild damit drohen, falsch abgestellte Fahrräder abzuschleppen und dies im Ernstfall dann auch tun.

In einem anderen Antrag schlug Thomas Mayer (38, kl. Foto) aus dem Lehel vor, dass man

Thomas Mayer

doppelstöckige Fahrradständer am Isartorplatz aufstellen solle, um die Situation am Breiterhof zu entlasten. An der S-Bahnstation gibt es eigentlich ein Fahrrad-Halte-Verbot. Dennoch stehen dort einige Räder zwischen Fußweg und Radweg, weshalb sowohl Fußgänger als auch Radler oft Probleme haben, daran vorbeizukommen. „Auf dem Weg zur S-Bahn gibt es einfach zu wenige Fahrradständer, deshalb stellen die Leute ihre Räder bei der S-Bahnstation ab“, sagt Mayer. 

„Es fehlen Fahrradständer und Ausweichmöglichkeiten“

Ähnlich sieht das auch Heinz-Gerd Gerecke (76, kl. Foto) aus der Altstadt. „Das Fahrradchaos und die rücksichtslose Fahrweise der Radfahrer auf der nördlichen Seite der Zweibrückenstraße beim S-Bahn-Eingang, muss dringend geordnet werden“, heißt es in seinem Antrag. Auch Gerecke merkt an: „Es fehlen Fahrradständer

Heinz-Gerd Gerecke

und Ausweichmöglichkeiten.“ 

Der Radweg an der Zweibrückenstraße stellt auch noch für andere Bürger ein Problem dar: In einem weiteren Antrag heißt es, der Radweg entlang der Zweibrückenstraße sei gefährlich und müsse dringend deutlicher gekennzeichnet werden.

Herumstehende Fahrräder am Marienplatz stören Bürger

Auch am Marienplatz sind nach Meinung der Bürger zu viele Räder. Ein Viertelbewohner beschwerte sich, dass an dem zentralen Münchner Platz Räder ungeordnet herumstehen würden, weil es auch dort zu wenige Fahrradständer gebe. Eine Bürgerin beklagte sich zudem, dass die Schilder den Radlern nicht genügend vermittelten, dass der Marienplatz fahrradfrei bleiben müsse.

Außerdem beklagen die Bürger die asiatischen Leihräder oBikes, die das Chaos noch verstärken würden, ebenso wie sogenannte Bier-Bikes. Thomas Mayer regte zudem an, dass man den Radweg an der Maximilianstraße zwischen Maxmonument und Steinsdorfstraße absenken und als Radstreifen fortführen solle. „Die Fußgänger erkennen oft nicht, dass der Weg nicht für sie bestimmt ist. Hinter einer Mauer neben dem Radweg ist zwar ein Fußweg, aber von dem wissen viele nicht“, erklärt er. 

Das sagt die Stadt zu den Anträgen

„Der Radweg auf der Zweibrückenstraße ist schmal und nicht optimal geführt. Das KVR arbeitet gerade einen Verbesserungsvorschlag aus“, sagt Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Zum Antrag, Schrotträder entfernen zu lassen, teilt Monika Großkopf vom Baureferat mit, dass dieses an besonders frequentierten Stellen das Entfernen von offensichtlich aufgegebenen Rädern durchführe. Diese Räder würden mit Banderolen markiert, die darauf hinweisen, dass sie nach einer Frist von vier Wochen entfernt werden. Nicht abgeholte Räder werden nach Ablauf der Frist beseitigt. Zu den weiteren Anträgen wollten die Referate zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen. Laura Felbinger

Rubriklistenbild: © laf

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