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Zwischen Bomben: Exklusiv-Gespräch aus dem Kriegsgebiet mit Christian Springer

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Die Lage in Syrien spitzt sich immer weiter zu, dennoch reist Christian Springer zu den Flüchtlingen in den Libanon.

Christian Springer befindet sich aktuell mitten im syrischen Krisengebiet. Hallo hat mit ihm telefoniert.
1 / 4Christian Springer befindet sich aktuell mitten im syrischen Krisengebiet. Hallo hat mit ihm telefoniert. © picture alliance / dpa
Die Feldküche versorgt einen Teil der Flüchtlinge.
2 / 4Die Feldküche versorgt einen Teil der Flüchtlinge. © Sina Schweikle
Christian Springer pflügt nahe der syrischen Grenze ein Feld, damit syrische Bauern im Libanon ihr Saatgut anpflanzen.
3 / 4Christian Springer pflügt nahe der syrischen Grenze ein Feld, damit syrische Bauern im Libanon ihr Saatgut anpflanzen. © Sina Schweikle
Springer beim besuch einer Bildungseinrichtung für geistig behinderte Kinder.
4 / 4Springer beim besuch einer Bildungseinrichtung für geistig behinderte Kinder. © Sina Schweikle

Gasangriffe und Bombardierungen in Syrien halten den Westen in Atem! Droht ein dritter Weltkrieg? „In Deutschland empfinden wir das als große Krise. Hier redet niemand davon. Und das beruhigt mich“, sagt Kabarettist Christian Springer (53). Derzeit ist er eine Woche für seinen Verein „Orienthelfer“ in Flüchtlingslagern im Libanon nahe der syrischen Grenze. Einmal im Monat fährt er ins Niemandsland zwischen Libanon und Syrien, wo Tausende Flüchtlinge hausen. Von dort aus hat er mit Hallo telefoniert.

„Oft kann man ihre Unterkünfte nicht als Zelte bezeichnen. Die Lage ist katastrophal“: Es gibt kein fließendes Wasser, kein Abwasser. Frauen werden sexuell bedroht, Kinder müssen arbeiten. Die Flüchtlinge sind schon lange dort: Erst jetzt hat er eine 26-Jährige getroffen, die mit 19 Jahren ins Lager kam. Seither hat sie ihre Heimat nicht mehr gesehen, wie so viele andere. Denn die Grenzen sind dicht: Sie können nicht zurück – was die meisten wollen. „Hier will keiner nach Europa.“

Jeden Tag versorgt Springers Krankenwagen 30 000 Flüchtlinge

Der aktuelle Anlass für Springers Reise ist ein alltäglicher: „Die Schüler im Handwerker-Haus bekommen Zeugnisse“, erzählt er. Obendrein hat er sich den Krankenwagen angeschaut, den er mithilfe von Spenden organisiert hat. Jeden Nachmittag fährt der Wagen zu den rund 30 000 Flüchtlingen und versorgt sie. Besucht hat Springer auch eine Bildungseinrichtung, in der geistig behinderte Kinder leben – „sie sind schrecklich traumatisiert“.

Springer hat viele Projekte realisiert: Feldküchen, Krankenwagen und Einrichtungen für Kinder. Und er packt neue an: Er braucht dringend einen Traktor und einen Anhänger – Kosten: rund 12 000 Dollar. Denn syrische Flüchtlinge haben Saatgut mit in den Libanon gebracht. Mithilfe des Traktors können die Bauern Gemüse anbauen – „sie können die Ernte dann verkaufen. Hilfe zur Selbsthilfe“. Denn der Libanon ist teuer – und die meisten Flüchtlinge haben weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung. Ines Weinzierl

Weitere Infos und Spendenkonto unter www.orienthelfer.de

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