"Ja so war’s, die Burg"

Neues Museum lässt Grünwalder Geschichte aufleben: vom 15. Jahrhundert bis zu Valentin

Grünwald Bis nach Köln ist der Burgherr gefahren, um im Karl Valentin-Archiv nach Bildern aus seiner Grünwalder Zeit bei der Burgfamilie Zeiller zu suchen. Das Resultat seiner langen Recherche kann Professor Dr. Ludwig Wamser, Chef der Archäologischen Staatssammlung, jetzt stolz präsentieren. Ab dem 22. Juni gibt es ein neues Burgmuseum, das sich besonders auf die Nutzungsgeschichte der Burg während des 17. bis 20. Jahrhunderts konzentriert. „In dieser Zusammenstellung war sowas noch nie zu sehen“, freut sich Professor Wamser, „das neue Museum ist etwas ganz Besonderes.“ Die neue Dauerausstellung zeigt die Burg als „Staatsgefängnis“ für „privilegierte“ Gefangene, als Pulver- und Munitionsmagazin und als eine Art „Anthropologisches Museum“ unter der Bildhauer-Familie Zeiller, die die Burg 1879 erwarb. „Ich freue mich besonders, dass jetzt der Schwerpunkt auf Grünwald und seine Geschichte gelegt wird“, betont Bürgermeister Jan Neusiedl. „Bis jetzt zeigte die Zweigstelle der Archäologischen Staatssammlung interessante Funde aus ganz Bayern, aber hatte wenig Bezug zum Ort.“ Die neue Ausstellung sei von überregionalem Interesse, aber auch für jeden Grünwalder interessant. „Dort wird Geschichte erlebbar“, freut sich Neusiedl. Die Gemeinde zahlte 30 000 Euro für ein Modell der Burg um 1500, das sie dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte. Außerdem bezuschusste sie die Renovierung der Räume mit 16 000 Euro. Die bisher nur bedingt nutzbaren Räume 1 bis 3 im Westflügel der Burg wurden komplett saniert und klimatisch stabilisiert. „Die Wände sind jetzt alle mit Rehgips verkleidet“, so Ausstellungsschreiner Andreas Söll. „An die Original-Burgmauer durfte man nichts montieren, wegen des Denkmalsschutzes.“ Aber nicht nur finanziell half die Gemeinde: „In meinem Amtszimmer sind die Wände leer“, erklärt der Bürgermeister, „zwei Bilder von dort hägen jetzt in der Sonderausstellung über die verschiedenen Darstellungen der Burg über die Zeit.“ Und auch eine Neuerwerbung der Gemeinde fand den Weg in eine Vitrine. Ansonsten überzeugt die Ausstellung durch ihre liebevollen Details wie eine Originalaufnahme von Valentins „Ja, so warn’s, die alten Rittersleut“ oder einem Modell der Burg Schwaneck, die von der Grünwalder Burg inspiriert wurde. Maren Kowitz

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