Grünwalderin auf Extremwanderung

Mammutmarsch: Ein Tag, 100 Kilometer – Sie geht an ihre persönlichen Grenzen

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Viele ihrer Wanderungen führen Kathrin Bauchinger Löbel an der Isar entlang.

24 Stunden und eine Strecke von 100 Kilometern: Kathrin Bauchinger Löbel aus Grünwald stellt sich der Herausforderung und nimmt am diesjährigen Mammutmarsch teil.

Grünwald – Nachts ist es am anstrengendsten. Wenn der Lichtkegel der Stirnlampe nur einen kleinen Ausschnitt des Weges beleuchtet und sich Kathrin Bauchinger Löbel fragt, warum sie sich das eigentlich antut: aufgeriebene Füße, Krämpfe und Kreislaufprobleme. 

25 000 Teilnehmer machen sich dieses Jahr wieder beim Mammutmarsch in ganz Deutschland und Österreich auf, in 24 Stunden 100 Kilometer zu gehen. Eine der Extremwanderer, die am Samstag zu Hunderten aufgeregt hinter der Startlinie in Krailling stehen werden, ist Bauchinger Löbel.

„Ich bin seit Januar schon 1000 Kilometer gewandert“

„Meine Gefühlslage wechselt im Moment zwischen Nervosität, Freude und Angst. Man kann sich nicht wirklich auf alles, das auf der Strecke passieren könnte, vorbereiten“, erläutert die Grünwalderin. Letztes Jahr hat sie spontan an einer Verpflegungsstation eines Marsches ausgeholfen und als Belohnung ein Ticket erhalten. 

Für das Training schloss sich die 47-Jährige dann einer Wandergruppe an. Zu zehnt werden sie nun den Mammutmarsch gemeinsam bestreiten. „Ich bin seit Januar schon 1000 Kilometer gewandert“, berichtet Bauchinger Löbel vom Training.

„Es tut so weh, auch wenn man trainiert hat.“

Jedes zweite Wochenende absolviert sie eine 50-Kilometer-Wanderung – zur Vorbereitung für die 24-stündige Belastung am Samstag auch nachts: „Wir sind um den Wörthersee gelaufen. Ab 10 Uhr morgens habe ich halbstündlich einen Energydrink getrunken – insgesamt sechs Stück. Mir wären die Augen fast im Gehen zugefallen.“ 

Viele Teilnehmer helfen sich in dieser Extremsituation mit Koffeintabletten. Doch von der Anstrengung kann auch das nicht ablenken. „Es ist etwas, bei dem man wirklich an seine Grenzen geht“, schwärmt Bauchinger Löbel. Was immer ihr momentan Sorgen bereite, rücke beim Wandern in den Hintergrund. 

Ab Kilometer 70 wird das aber wohl auch keine Rolle mehr spielen: „Es tut so weh, auch wenn man trainiert hat. Man muss sich im Kopf motivieren, dass man es schafft.“

Den Zieleinlauf stets vor Augen

Die Motivation ist eigentlich ganz einfach: „Ich hoffe, dass ich das Gefühl beim Zieleinlauf nie vergessen werde.“ Und wenn die Nacht sich dann langsam dem Ende zuneigt und über die Hälfte der Distanz geschafft ist, erwartet Bauchinger Löbel die Unterstützung ihres Freundes und ihrer Tochter – und der Duft von frischem Kaffee.

Sophia Oberhuber

Start des Münchner Mammutmarsches wird am Samstag, 27. Juli, um 15.30 Uhr am Turnverein Planegg-Krailling, Sportplatz 1, sein.

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