Wohin mit dem Neubau?

Zoff im Gemeinderat: Fällt das neue Bad ins Wasser?

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Wohin mit dem Neubau: Was mit dem 1974 eröffneten Hallenbad in Pullach passieren soll, wird sich am Dienstag, 9. April, im Gemeinderat entscheiden.

Pullach – Der Neubau des Hallenbads auf der Kuhwiese war seit 2017 beschlossene Sache: Doch jetzt fordert die WIP-Fraktion, die Planungen zu stoppen – Die Hintergründe und Argumente lesen Sie hier

Eigentlich war der Plan bereits ausgehandelt: Nach mehrheitlichem Beschluss des Gemeinderats im Juli 2017 sollte auf der Kuhwiese westlich des Otfried-Preußler-Gymnasiums ein neues Schwimmbad entstehen. Jetzt stellt die WIP (Wir in Pullach)-Fraktion – zwei Jahre später – zwar auch einen Antrag auf Neubau - jedoch auf dem alten Standort.

„Wir wollen für Klarheit sorgen“, erläutert der Vorsitzende der WIP, Reinhard Vennekold. Er stimmte bereits beim Beschluss im Jahr 2017 gegen den Neubau auf der Kuhwiese. Verwirrung stiftete eine Entscheidung des Gemeinderats im Oktober 2018: Mit einer zehn zu neun Mehrheit beschloss das Gremium den Neubau des Schwimmbades nicht in den Ortsentwicklungsplan (OEP) aufzunehmen – ein Jahr nach der ursprünglichen Zustimmung zum Neubau auf der Kuhwiese. 

Reinhard Vennekold, Vorsitzender der WIP.

Für Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) lag die gegensätzliche Entscheidung im Gemeinderat daran, dass „nicht unbedingt alle da waren“. Tausendfreund habe damals klargestellt, dass es bei der alten Beschlusslage aus 2017 bliebe: „Die Beschlusslage wurde nicht aufgehoben, sondern der Neubau nur nicht in den OEP aufgenommen.“ 

Das sieht Vennekold anders: „Was heißt die Entscheidung denn nun im Endeffekt?“ Er habe Angst, dass es mit dem Neubau auf der Kuhwiese zu Verzögerungen komme. „Wir wollen vermeiden, dass die Schulen und Vereine ohne Schwimmbad dastehen.“ Diese Befürchtung teilt Tausendfreund nicht: „Der Plan ist, den Betrieb des alten Schwimmbads aufrechtzuerhalten bis das neue eröffnet wird.“ So stellt sich auch Vennekold einen Neubau am alten Standort vor: „Wir haben die Idee, auf der jetzigen Liegewiese den Neubau hochzuziehen. Wenn der fertiggestellt ist, kann dann das alte Bad abgerissen werden.“

Die WIP führt außerdem an, dass erhebliche Kosten mit der Errichtung des Hallenbades auf dem alten Standort nicht anfielen – auch im Bezug auf die angekündigte Klage der Anwohner der Kuhwiese. 

Tausendfreund ist enttäuscht: „Es ist schade, dass wenn wir uns nach langer Zeit zu einer Entscheidung durchgerungen haben, grundsätzliche Dinge wieder infrage gestellt werden. So ist es für mich und die Verwaltung schwierig, mit der Planung voranzuschreiten und pünktlich mit dem Bau zu beginnen.“

Wie es für Pullachs Schwimmbad weitergeht, entscheidet sich am Dienstag, 9. April, wenn der Gemeinderat über den Antrag der WIP-Fraktion abstimmen wird. Tausendfreund plant einen Kompromiss vorzuschlagen: Die Voruntersuchungen, die auf der Kuhwiese durchgeführt wurden, könne man auch auf dem alten Standort ins Auge fassen. „So hätten wir die gleichen Basisinformationen zu beiden Standorten und können dann eine fundierte Entscheidung treffen."

Sophia Oberhuber

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