Isartaler Tisch: "Es reicht hinten und vorne nicht"

Neue Pullacher Essens-Ausgabestation: zu wenig Lebensmittel für Bedürftige

Pullach Dem Isartaler Tisch geht das Essen aus. Woche für Woche wird das bunte Sortiment weniger, das die Helfer der neuen Essens-Ausgabestation für die Bedürftigen aus dem Speckgürtel im Münchner Süden bereitstellen. „Es reicht hinten und vorne nicht“, klagt Mitinitiator Johannes Schuster. Vor allem Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Kartoffeln, Mehl, Butter, Reis, Obst und Gemüse seien Mangelware. Woran liegt es, dass der Isartaler Tisch an der Dr.-Gustav-Adolph-Straße so spärlich gedeckt ist? „Es herrscht ein harter Kampf um die Lebensmittel zwischen den diversen Einrichtungen in München“, erklärt Schuster. Die meisten großen Märkte würden bereits mit der Münchner Tafel zusammenarbeiten, und auch die Grünwalder Tafel beziehe von Pullacher Geschäften Lebensmittel. Viele Märkte hätten außerdem kein Interesse. Der Isartaler Tisch arbeitet derzeit mit acht bis neun Märkten zusammen.  „Pullach ist abgegrast“, zieht Schuster Bilanz, der jetzt sogar von Spendengeldern Lebensmittel zukaufen muss. Angesichts der wachsenden Zahl an Bedürftigen sei das aber keine langfristige Lösung. Derzeit hätten etwa 30 Leute aus Pullach, Baierbrunn und Solln einen Berechtigungsausweis, um beim Isartaler Tisch Nahrung zu beziehen – viele müssten noch ihre Familien versorgen. Bis zum Sommer rechnet das Team mit einem Anstieg auf bis zu 50 Bedürftige. Wie sie versorgt werden sollen, weiß Schuster noch nicht. „Wir sind schon jetzt am Anschlag“, sagt er. Noch müssen die Ehrenamtlichen zwar niemanden mit leeren Händen heimschicken, allerdings leidet die Ausgewogenheit der Essenspakete: „Wenn das Obst aus ist, müssen die die Leute darauf verzichten.“ Einziger Ausweg: „Wir brauchen neue Partner.“ Ein Helfer hat jetzt eine so genannte Kartoffel-Partnerschaft mit einem hiesigen Bauern etabliert: Der Landwirt stellt dem Isartaler Tisch jede Woche einige Kilo Kartoffeln bereit – ein erster Schritt aus der Warenknappheit. Daniela Schmitt Partner gesucht Einzelhändler, Großmärkte, Landwirtschaftsbetriebe und Privatpersonen, die den Bedürftigen einmal in der Woche Lebensmittel bereitstellen wollen, können sich bei Johannes Schuster melden, Telefon 79 33 426, oder per E-Mail an j.schuster@isartaler-tisch.de.

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