Engpass wenn’s tagsüber brennt

Zu wenige Einsatzkräfte: Feuerwehren im Münchner Süden brauchen Verstärkung

Pullach Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Unfall oder ihre Wohnung brennt – und keiner kommt, um zu helfen... Die Freiwilligen Feuerwehren im Münchner Süden können sich das Szenario für die Zukunft mittlerweile vorstellen: Ihnen fehlen aktive Feuerwehrler, die auch unter der Woche und tagsüber zum Einsatz ausrücken können, ohne gleich um ihren Job bangen zu müssen. „Das mit dem Tagesalarm ist mittlerweile bei allen Freiwilligen Feuerwehren das Problem“, sagt Klaus Neukamm, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pullach. „Die Leute haben einfach Angst, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren und kommen nicht zu den Einsätzen.“ Manchmal hat Neukamm sogar Sorge, nicht einmal ein Fahrzeug vollzubekommen. „Das sind dann acht plus eins Leute“, sagt er. Sollte dann auch die Drehleiter mitausrücken müssen, werden noch einmal drei Feuerwehrler benötigt, für ein zweites Fahrzeug sind es nochmals sechs. „Dann sind wir schon bei 18 Helfern, die wir für einen Einsatz benötigen“, rechnet Neukamm vor. Die anderen Feuerwehrkameraden aus dem Münchner Süden können von ähnlichen Situationen erzählen. „Generell suchen wir immer. Phasenweise dringend bis händeringend“, sagt Florian Aulenbacher von der Feuerwehr Grünwald. Wieder liegt das Problem an den Einsätzen tagsüber: „Da haben wir manchmal Engpässe“, sagt Aulenbacher. Früher hätten die Leute am Ort gearbeitet und seien für Einsätze abkömmlich gewesen. „Die wenigen, die jetzt da sind, bekommen Probleme mit ihren Arbeitgebern“, erklärt Aulenbacher. Etwas anders ist die Lage in Sendling. Natürlich sind die Floriansjünger auch hier immer auf der Suche nach fähigen Leuten. „Das größere Problem bei uns sind jedoch die Studenten“, berichtet Peter Pöggeler, bei der Feuerwehr Sendling zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Unter der Woche haben die zwar viel Zeit und sind auch sehr engagiert. „Aber am Wochenende fahren die meisten dann nach Hause.“ Nicht so dramatisch gestaltet sich die Situation beim jugendlichen Nachwuchs. „Da haben wir im Moment genügend Zugänge“, sagt Klaus Neukamm, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. Zwölf Jugendliche ab 14 Jahren lassen sich in Pullach zurzeit zu Feuerwehrmännern ausbilden. In Grünwald sind es ebenfalls zwölf Jugendliche. Die sind allerdings bereits 16 Jahre alt und können bei Einsätzen mit ausrücken. „Das ist eine gute Motivation“, meint Aulenbacher. Katharina Kraus

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Corona in München: Söder beschließt Corona-Maßnahmen für Bayern - OB Reiter hat sie schon umgesetzt
Corona in München: Söder beschließt Corona-Maßnahmen für Bayern - OB Reiter hat sie schon umgesetzt
Maskenpflicht im Unterricht bleibt - Diese Schulen und Klassen sind in München wegen Corona geschlossen
Maskenpflicht im Unterricht bleibt - Diese Schulen und Klassen sind in München wegen Corona geschlossen
„Wirtshaus-Wiesn“ vor dem Aus? Erster Wirt zieht die Corona- Reißleine
„Wirtshaus-Wiesn“ vor dem Aus? Erster Wirt zieht die Corona- Reißleine
Hallo verlost mit der Munich Guitar Company eine Cordoba Ukulele inklusive Tasche
Hallo verlost mit der Munich Guitar Company eine Cordoba Ukulele inklusive Tasche

Kommentare