HALLO hat nachgeforscht

Warum bringt der Osterhase eigentlich Eier?

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Osterbräuche

Dass der Hase an Ostern die Eier bringt, weiß jedes Kind. Spätestens, wenn Kinder aber die Frage nach der Henne und dem Ei geklärt haben, bemerken sie oft eine gewisse Unstimmigkeit in der Ostertradition. Es tun sich Fragen auf wie: Legt ein Hase etwa auch Eier? Und: Was hat der Hase überhaupt mit der Auferstehung Jesu zu tun, die am Ostersonntag gefeiert wird?

Nun, die erste Frage ist leicht zu beantworten. Natürlich legt der Hase keine Eier. Warum ausgerechnet er also zum Osterlieferanten ernannt wurde — und nicht etwa die Henne, ist schon etwas komplizierter. So ganz kann man die Frage heute leider nicht mehr klären, wahrscheinlich ist das so ähnlich wie mit Coca Cola und dem Weihnachtsmann.

Schon im 17. Jahrhundert gab es in den Niederlanden einen Brauch, auf den die Tradition von Santa Claus (englisch für Weihnachtsmann) zurückgeht, und die Werbeindustrie von Coca Cola hat in den 30er-Jahren dafür gesorgt, dass er weltweit bekannt wurde. Heute lieben Kinder den weißbärtigen Mann im roten Anzug, der freundlich lächelnd Geschenke verteilt. So in etwa lief das wohl auch mit dem flauschigen Hasen und den bunten Eiern ab. Ein paar Interpretationen zu den Zusammenhängen gibt es allerdings schon: Hasen gelten als sehr fruchtbare Tiere. Im Jahr bekommen sie bis zu 20 Junge! So stehen sie schon seit je her als Symbol für Fruchtbarkeit und Leben. Auch im christlichen Glauben. Schon im Oströmischen Kaiserreich in der Antike war der Hase daher ein Symbol für die Wiedergeburt. Passt also ganz gut zu Jesus Auferstehung. Auch die weltliche Geschichte gibt eine Interpretationsmöglichkeit vor. Der Gründonnerstag galt früher als Tag, an dem Schulden beglichen wurden. Als Zahlungsmittel sollten oft Eier und Hasen angenommen worden sein. Auch im alten Babylonien, Ägypten und Persien galten Eier schon als Symbol für Fruchtbarkeit und erneutes Leben. Und so kamen der Hase und das Ei in Verbindung zum Osterfest — und letztlich auch zueinander.

Bereits seit dem 17. Jahrhundert gehen Kinder auf die Wiese zum Ostereier-Suchen. Zu dieser Zeit gab es aber noch viele Tiere, die für das Zustellen von Eiern zuständig waren. In Westfalen und Hannover soll es der Fuchs gewesen sein, in der Schweiz übernahm der Kuckuck diese Aufgabe. Da die Hasen aber nach einem langen, harten Winter oft ausgehungert waren, kamen sie zur Futtersuche in die Gärten und Dörfer. So kam es, dass Kinder beim Eiersuchen stets Hasen aufscheuchten, die aufgeregt weg hoppelten, sobald sie die Kinder bemerkten. Da war für die Kinder der Fall klar! Niemand anderes als der Hase konnte die Eier im Garten versteckt haben. Seither wurde der Osterhase immer populärer, doch so richtig durchsetzen konnte er sich erst mit der Schokoladenindustrie im 20. Jahrhundert.

Lydia Wünsch

Ämter für Osterpost

Ähnlich wie an Weihnachten das Weihnachtspostamt, gibt es auch an Ostern Orte, an denen Briefe an den Osterhasen beantwortet werden, wenn sie an eine der folgenden Adressen gesendet werden: 

- Hanni Hase, Am Waldrand 12, 27404 Ostereistedt (Niedersachsen) 

- Olli Osterhase, Oberlausitzer Osterhasenpostamt, OT Eibau, Hauptstraße 214a, 02739 Kottmar (Sachsen) 

- Osterhase, Siedlungsstraße 2, 06295 Osterhausen (Sachsen-Anhalt)

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