Keine Chance den Borkenkäfern!

Vier Ottobrunner Schüler entwickeln Bayerns beste Geschäftsidee

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Groß ist die Freude in Ottobrunn: Den bayerischen Regionalentscheid des Schülerwettbewerbs „business@school“ gewannen die vier Ottobrunner Gymnasiasten (von links): Niklas Reinders, Mark Trui, Eileen Vu und Nikolas Rosenberg. Mit ihnen freut sich Lehrerin Ulrike Nesbeda (links). Ihre Geschäftsidee: Waldbesitzer sollen mit Hilfe von Drohnenaufnahmen Auskunft über Schädlingsbefall ihrer Bäume erhalten.

Schädlingsbefall von Bäumen ist ein großes Problem im Münchner Südosten. Vier Schüler des Gymnasiums Ottobrunn haben jetzt einen Weg gefunden, wie Waldbesitzer effektiv und schnell dagegen vorgehen können. Mit ihrer Idee gewannen sie nun sogar den Regionalentscheid des renommierten Schülerwettbewerbs „business@school“!

„Drone Protect“ heißt die originelle Geschäftsidee der vier Ottobrunner Schüler Mark Trui, Eileen Vu, Niklas Reinders und Nikolas Rosenberg. Dabei sollen Waldbesitzer mit Hilfe von Drohnenaufnahmen frühzeitig gewarnt werden, wenn ihre Bäume von Schädlingen befallen sind. Mit dieser Idee haben die vier Gymnasiasten kürzlich sogar beim „business@school“-Regionalentscheid in Ottobrunn den ersten Platz gewonnen.

„Dass wir ein gutes Team sind, das gemeinsam weit kommen kann, habe ich schon früh gemerkt“, sagt Niklas Reinders, Mitglied des Gewinner-Teams, gegenüber HALLO. Aber dass sie den Regionalentscheid sogar gewinnen, damit habe selbst er nicht gerechnet.

Zusammengekommen sind die vier Musterschüler über das Projekt „business@school“, das am Ottobrunner Gymnasium angeboten wird. „Das ist ein Schulprojekt, bei dem wir praktische Erfahrungen für das Berufsleben sammeln können“, erklärt Niklas Reinders. Dazu gehöre auch, im Team und unter der Anleitung von Fachkräften ein eigenes Geschäftsmodell samt Businessplan zu entwickeln. So suchten die Vier nach einer innovativen Idee und fanden sie schließlich in ihrer eigenen Umgebung: „Borkenkäfer sind nämlich ein großes Problem im Münchner Südosten“, verrät der Schüler. „Da haben wir uns überlegt, wie wir den Waldbesitzern helfen können. Mit Bildern von oben zu arbeiten, erschien uns schließlich sinnvoll“, erklärt der 17-Jährige weiter. Von oben könne man den Schädlingsbefall nämlich viel schneller erkennen, führt der Elftklässler aus. Vom Boden aus bemerke man die Käfer erst dann, wenn sie den Baum schon so weit zerfressen hätten, dass Sägemehl nach unten falle. „In den Baumkronen hingegen könne man schon den ersten Befall der Käfer erkennen, da diese sich dann gelblich färben, was sich mittels einer speziellen Farberkennungs-Software zeigen lässt“, erklärt Reinders. Die Aufnahmen aus der Luft sollen mittels einer Drohne erfolgen, die über den Wäldern fliegen soll und dann mithilfe einer eigens entwickelten Software die Daten direkt auf das Handy der Waldbesitzer schickt. „So können sie schnell handeln und den Baum frühzeitig behandeln oder fällen — bevor weitere Bäume in der Umgebung befallen werden“, fügt Reinders an. Das sei viel effizienter, als jeden Baum zu Fuß einzeln abzulaufen, findet er.

Nicht nur durch das gut ausgearbeitete Konzept und das klar erkennbare Ziel konnte das Projekt schließlich bei der Jury von „business@school“ punkten: „Auf die Präsentation beim Wettbewerb kommt es auch an“, erklärt der Schüler. Schließlich gehe es letztlich darum, seine Idee zu verkaufen!

Und das hat das Power-Team aus Ottobrunn getan! Die vier Elftklässler haben nämlich nicht nur im Wettbewerb überzeugt: Laut Reinders gebe es sogar schon jemanden, der das Geschäftsmodell gemeinsam mit den Schülern in die Tat umsetzen will! Ein Betreuer des Teams, der eine Firma in Grünwald hat, findet die Idee klasse und würde den Schülern bei der Umsetzung helfen. „Natürlich brauchen wir dazu Kapital und Zeit, die man als Schüler ja nicht in Unmengen hat“, sagt der Gymnasiast. „Aber grundsätzlich sind wir sehr daran interessiert, unser Projekt auf den Markt zu bringen!“

Als nächstes geht es aber erst mal zum Deutschland-Finale von „business@school“, das am Montag, 19. Juni, in München stattfindet. Dort wird sich zeigen, ob die Idee auch im bundesweiten Vergleich bestehen kann. Acht Teams aus ganz Deutschland werden dabei gegeneinander antreten. „Sollten wir dort weit kommen, sieht es für die Realisierung unseres Projekts sehr gut aus“, freut sich Reinders. 

Lydia Wünsch

business@school

Die Bildungsinitiative der internationalen Unternehmensberatung „The Boston Consulting Group“ (BCG) vermittelt mit dem Projekt „business@school“ seit 1998 jährlich rund 1500 Schülern über ein Schuljahr hinweg Wirtschaft praxisnah: zunächst durch die Analyse eines Groß- und eines Kleinunternehmens, dann durch die Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee. Unterstützt werden die Schülerteams durch ihre Lehrer sowie rund 500 BCG-Berater und Betreuer von über 20 Partnerunternehmen. 

Weitere Infos gibt es unter www.business-at-school.net.

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