Guter Start – und Hoffnung auf mehr Hilfe

Tropics Oberhaching – die Nummer zwei hinter dem FC Bayern im Basketball an der Isar

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Während das Team übt, konferieren Coach Mario Matic und sein Technischer Leiter Tarkan Ader.

Moritz Wohlers schraubt sich unter dem eigenen Korb nach oben und sichert den Ball. Ein schneller Pass auf Playmaker John Boyer, der sich an zwei gegnerischen Akteuren vorbei tankt und den Ball auf Tommy Nibler ablegt. Der Rückkehrer glänzt mit einem No-Look-Anspiel unter den Korb des Gegners. Center Miljan Grujic vollendet zu zwei weiteren Zählern. Eine Schlüsselszene aus dem dritten Viertel des Saison- auftakts des TSV Oberhaching in der Ersten Basketball-Regionalliga Südost beim Auswärtsderby gegen die Münchner Hellenen. Am Ende entführten die Korbjäger aus dem südlichen Landkreis mit 81:69 gegen den hoch eingeschätzten Lokalrivalen aus dem Münchner Norden die ersten Zähler der Saison. „Wir haben unsere Stellung als klare Nummer zwei im Münchner Basketball hinter dem FC Bayern klar untermauert“, freute sich TSV-Coach Mario Matic nach dem gelungenen Saisonauftakt. Der letztjährige Fast-Champion, der nach dem zuvor erklärten Aufstiegsverzicht in die „ProB“ am letzten Spieltag auch den Meistertitel verspielte, vertraut weitgehend auf bewährte Kräfte.

Auf der Oberhachinger Kommandobrücke schwingt weiter Erfolgscoach Mario Matic das Zepter. Ex-Spieler Andreas Rank soll erste Erfahrungen als Co-Trainer sammeln. Wirklich neu sind nur zwei Akteure. Der erst 17 Jahre alte, hoch talentierte Pointguard Philipp Bode stößt von der Nachwuchstalente-Schmiede der TS Jahn München zu den Kabergriesen. Beide Vereine pflegen ab dieser Saison eine sportliche Kooperation. Dieser entstammt in Jakob Stolte auch ein weiteres Jungtalent. Der auf den kleinen Guard-Positionen eingesetzte 19-Jährige zählte aber auch in der Vorsaison bereits zum erweiterten Kader.

Daneben darf man bei den Gelbhemden auch einen altbekannten Rückkehrer begrüßen. Der vielseitige Tommy Nibler kehrte nach Stationen beim Auftaktgegner Hellenen und bei Jahn Freising zu den Tropics zurück. „Gefühlt schon das dritte Mal“, lacht das sympathische Oberhachinger Original. Aber nicht nur als waschechtes Eigengewächs und Identifikationsfigur kehrt Nibler unter die heimischen Körbe zurück. Der 28-jährige, 1,92 Meter große Modellathlet soll auch die einzige große Lücke im Team schließen. Denn in Power Forward Peter Zeis verlieren die Tropics ausgerechnet ihren wohl stabilsten und besten Spieler der Vorsaison. Aus beruflichen Gründen wechselte er zum Liga-Konkurrenten VFL Treuchtlingen. „Peter hinterlässt eine Riesenlücke“, weiß Coach Mario Matic. Nibler wird es trotz seiner Variabilität und Wurfstärke schwer haben, diese Lücke voll zu schließen. Gegen die Hellenen musste er vorzeitig nach fünf Fouls zum Duschen.

Insgesamt kann sich die Landkreis-Truppe sehen lassen. Korsettstangen wie Kapitän Moritz Wohlers und US-Go-to-Guy John Boyer laufen weiter für den TSV auf und geben der 16-köpfigen Mannschaft Profil. „Zudem hat Center Miljan Grujic in der Vorbereitung toll trainiert. Er will es noch einmal wissen“, glaubt der Coach. Gegen Pro-B-Ligist FC Bayern II sah das im finalen Vorbereitungsmatch trotz knapper Niederlage bereits ganz gut aus. Neben der aktuellen Startruppe in der Bundesliga, die neben Deutscher Meisterschaft und Pokal- erfolg heuer möglichst auch die Euro-League rocken möchte und sich eine zweite Mannschaft als Unterbau und Talentschmiede in der Profiliga ProB leistet, wirkt der sportliche und vor allem finanzielle Ansatz beim Amateurclub vom Dorf bescheiden. Selbstgemachte Wurstsemmeln und Kaffee auf dem Kyberg gegen Kaviar-Häppchen und Schampus im Audi-Dome. Das hat was.

Für diese Saison rechnen sich die Gelbhemden wieder einiges aus. Zu den Favoriten zählt Erfolgscoach Mario Matic sein Team in dieser Saison jedoch nicht. Vor allem das enorm homogene Treuchtlingen mit Ex-Bundesliga-Akteur Peter Zeis, die erneut gereifte Schwabinger Talentetruppe des MTSV und das durch US-Zugänge professionalisierte Team aus Leitershofen sieht Matic an der Spitze. „Wenn wir dahinter Vierter werden, wäre ich sehr zufrieden“. Ein Anfang ist gemacht. Aufstieg ist am Kyberg ohnehin vorerst kein Thema. „Da müsste die Politik erst die entsprechenden Rahmenbedingungen in puncto Halle, Vermarktungsmöglichkeiten und Unterstützung schaffen – wie etwa in Unterhaching beim Fußball und Volleyball abzulesen“, so der Coach, der auch in Planungsfragen des Vereins eingebunden ist. „Mehr Unterstützung vonseiten der Gemeinde, das wäre ein Wunsch“. Zwei weitere Punkte zum Heimauftakt gegen den starken Aufsteiger Goldbach (Sonntag, 16 Uhr, Gymnasium Oberhaching, Kyberg) ein anderer – womöglich leichter zu realisierender.

Harald Hettich

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