„Wir stehen bei den Senioren im Wort“

Standortsuche für Neubiberger Seniorenzentrum nimmt Fahrt auf

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Der derzeit als zu klein und nicht behindertengerecht abgestempelte Standort Hauptstraße könnte nach umfangreicher Sanierung womöglich wieder ganz oben auf der Liste für ein neues Seniorenzentrum auftauchen.

Die Gemeinde Neubiberg bietet seinen Senioren zu wenig Platz. Den Schiefstand hat der Gemeinderat erkannt. Es fehlte bisher an der Entscheidung für den Standort. Ein Antrag der SPD-Fraktion, weitere kommunale Grundstücke an der Tannen- und an der Hauptstraße in die Standorte-Prüfung einzubeziehen, wurde einstimmig angenommen.

Freilich ganz ohne Säbelrasseln ging es beim Dauerbrenner-Thema Seniorenzentrum erneut nicht ab. Noch immer haben offenbar manche Räte den Umstand nicht verschmerzt, dass am Rathausplatz kein solches Zentrum entstehen wird. Wie berichtet, hatte sich der Investor von den Planungen zurückgezogen, nachdem der Rat per eigenem Bebauungsplanverfahren die Richtlinien für den Neubau des Medizininischen Versorgungszentrums – aus Sicht des Bauwerbers – allzu streng formuliert hatte. Hartmut Lilge (CSU) richtete daher auch am Montag im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung deutliche Kritik an die Rathausspitze: „Durch die unsinnige Idee, das Seniorenzentrum am Rathausplatz situieren zu wollen“, sei die 15 Jahre bestehende Option an der Schopenhauer Straße vernachlässigt worden. „Da muss ich Ihnen schon auf die Sprünge helfen“, konterte Rathauschef Günter Heyland (FW N@U): „Per einstimmigem Beschluss hat sich doch der Gemeinderat auch mit Ihren Stimmen im Juni 2014 für den Standort am Rathausplatz ausgesprochen!“ Diese Option habe sich leider zerschlagen. Aktuell ist deshalb der Fokus fürs neue Seniorenzentrum samt Begegnungsstätte auf ein Grundstück an der Schopenhauer Straße 5-7 gerichtet, das sich in Gemeindeeigentum befindet.

Die SPD brachte nun weitere Areale in die Diskussion ein. „Nach unseren Informationen wünschen sich die meisten Senioren einen zentraleren Standort“, begründete Volker Buck den Vorstoß seiner Fraktion. Im Rahmen der Planungen sollten laut SPD deshalb auch die ebenfalls in Gemeindebesitz befindlichen Grundstücke an der Tannenstraße 3 und 5 sowie ein möglicherweise umfangreich sanierter und den Erfordernissen angepasster, aktueller Standort an der Hauptstraße 12 als Alternativen geprüft werden. „Zentrumslage, gute verkehrliche Anbindung und die Nähe zu Ladengeschäften wie auch zum heutigen Standort“ sprächen laut Buck für einen solchen Richtungswechsel.

Dabei kann sich die Gemeinde offenbar auch eine Synergie gut vorstellen. Im Rahmen einer Konzeptstudie zur Tannenstraße werde auch eine „mögliche Koppelung“ mit dem bestehenden Zentrum an der Hauptstraße geprüft. Hintergrund: Im Umgriff der Tannenstraße will die Gemeinde per ebenfalls einstimmigem Beschluss mit einem eigenen Bebauungsplanverfahren die eigenen Interessen und Planungsansätze langfristig sichern. Ein aus Sicht der Gemeinde „zu massives“ Bauvorhaben eines privaten Bauwerbers war vom Rat abgelehnt worden. Auch dadurch könnten die Pläne für die Senioren dort Fahrt aufnehmen.

Müssen sie auch, befand Rätin und Seniorenvertreterin Elisabeth Stettmeier (FW N@U). „Alle Fraktionen stehen in dieser Frage bei den Senioren im Wort“, betonte sie. Die älteren Bürger würden „genau darauf schauen, wer sich nicht nur in der Vorwahlzeit in drei Jahren dieses Themas endlich entschlossen annimmt. „ Auch deshalb sei der SPD-Antrag voll zu unterstützen, übte sie den interfraktionellen Schulterschluss. „Wir begrüßen, wenn die Planung weitergeht“, betonte Kilian Körner (Grüne) zwar erneut eine Priorisierung der Schopenhauer Straße. Aber auch die Tannenstraße sei prüfenswert: „In jedem Fall muss es jetzt zügig vorwärts gehen!“ Harald Hettich

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