Wer hat‘s erfunden? Nicht die Schweizer...

Spaß mit System bei den „Grasshoppers“ Höhenkirchen

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Intensiver Trainingsalltag bei den „Grasshoppers“.

Wer beim Teamnamen „Grasshoppers“ nur an den Schweizer Renommier-Fußballclub „Grasshoppers Zürich“ denkt, springt gedanklich ins Leere. Seit 2007 sorgen unter dem Dach der SpVgg Höhenkirchen die „Grasshoppers“ für Aufsehen. Nicht im Fußball, sondern im filigranen und anspruchsvollen Hockey.

Über ein Dutzend Teams von den Minis bis zum Herren-Team entsenden die „Grashüpfer“ im Sommer in die Freiluft-Punkterunden des Bayerischen Hockey-Verbandes. Im Winter starten die Ballkünstler in ihren rot-schwarzen Vereins-Jerseys in den Hallenrunden. Vornehmlich in den Verbands- und Oberligen tummeln sich die Teams. Insgesamt sind das gut 250 Aktive in 18 Teams. Dazu richtet der Verein jährlich zwei Turniere aus: Den Frühlingscup für Nachwuchsteams im Mai und den Kürbis-Cup an der Schwelle zwischen Frei- und Hallensaison im Herbst.

Der Erfolg hat Gründe. „Der Kunstrasen war für uns das wichtigste Momentum“, erzählt Hockey-Abteilungsleiterin Gabriele Lemmle. Früher habe man die besten Nachwuchsakteure an renommierte Vereine der Region verloren. „Die hatten einfach das richtige Geläuf“, so Lemmle. Unterstützt durch einen Kraftakt der Gemeinde und des Vereins haben die „HöKis“ einen solchen Kunstrasen seit Herbst 2015. Frühnachmittags üben die Kleinen, nach Jahrgängen und Teams gestaffelt wird bis zu den Herren-Einheiten in die Nacht hinein trainiert. Apropos Herren. Erst seit gut zwei Jahren sind die am Start und von der Zweiten in die Erste Verbandsliga aufgestiegen.

Doch die Erfolgskurve der ehrgeizigen Grashüpfer verläuft jahrgangsübergreifend. Die Mädchen U14 etwa sind amtierender Verbandsliga-Champion und Pokalmeister in der Halle. Die „Minis“ konnten zuletzt beim renommierten Münchner Drei-Königs-Cup gegen hochrangige Teams aus München und der Region den Sieg entführen.

Die Erfolge sind hausgemacht. Ein starkes Trainerteam mit einem Dutzend ausgebildeter Übungsleiter zeichnet für die Alltagsarbeit verantwortlich. Die Coaches wachen mit Argusaugen über die sportlichen Fortschritte – und muntern lachend die Kleinen auf, wenn mal eine Ballstafette nicht wie gewünscht funktioniert. Der Spanier Carlos Escriba Linero fungiert als hauptamtlicher Coach. Der 37-Jährige ist ausgebildeter Hockeytrainer und lief für die Iberer als U16- und U18-Nationalspieler auf. Derzeit ist der Stürmer Ü35-Nationalspieler seines Landes. Neben seinem professionellen Wirken als Trainer absolvierte er ein Sport-Management-Studium. Bei den „Grasshoppers“ koordiniert er die Trainingsarbeit und coacht verschiedene Teams. „Carlos ist ein Glücksfall für den Verein“, so Lemmle. Der spielt den Ball zurück: „Höhenkirchen ist ein Verein, in dem die Chemie stimmt, zur sportlichen Ambition kommt auch das Menschliche.“

Das Konzept überzeugt auch Spätberufene. Andreas Osmers kam über seine Schläger schwingende Gattin und den in Höhenkirchen aktiven Nachwuchs zum Hockey. „Ich war immer überzeugter Fußballer“, verrät er. „Aber Hockey hat mich voll in seinen Bann gezogen: Schneller, technisch vielseitiger und knochenschonender als das Kicken“, lacht der 48-Jährige. Er spielt ebenso wie Sepp Poschner in der Eltern-Freizeit-Mannschaft. Der kam über seine Kinder zum Hockey und ist mit seinem C-Schein einer der mittlerweile Dienst ältesten Coaches des Vereins. „Ein hoch anspruchsvoller, faszinierender Teamsport“, schwärmt er: „Wir sind eine echte Sport-Familie!“

Harald Hettich

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