Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage

Schüler der Staatlichen Schule Neubiberg holten sich einen starken Titel

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Mit einem bunten Rahmenprogramm in der Aula feierte die Realschule Neubiberg die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“.

„Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“: Diese Auszeichnung haben die 858 Schüler der Staatlichen Realschule nach Neubiberg geholt. Die jungen Leute wenden sich gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt. In einer Feierstunde in der vollbesetzten Aula wurde der Titel jetzt übergeben.

China, Finnland, Polen, Schweiz: Schüler aus 34 Nationen besuchen derzeit die Realschule Neubiberg. An dieser Schule gilt die kulturelle Verschiedenheit als Bereicherung, dafür setzen sich alle seit März 2017 ein. Das Engagement wurde belohnt. „Ihr habt im letzten Schuljahr vieles auf die Beine gestellt, habt euch viel vorgenommen, es wahr gemacht und uns mitgerissen“, lobte Schulleiter Christian Ceglarek. Damit ist die Realschule Mitglied des größten Schulnetzwerks Deutschland. Diesem gehören hier rund 2500 Schulen an, bayernweit sind es bald 100. In der Summe sind das mehr als 1,5 Millionen junge Menschen, die sich aktiv gegen Ausgrenzung engagieren. Den Titel in Form von Urkunde und Metallschild überreichte in der Aula Michael Schneider-Velho, Regionalkoordinator des Projekts für Oberbayern. Schulleiter Christian Ceglarek nahm beides für seine Schüler entgegen. Pate des Projekts ist Matthias Weinzierl, Vorstand der Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco, einem Wohn- und Kulturzentrum für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge, München (www.bellevuedimonaco.de). „Das Schild ist nur ein Schild, ihr müsst es mit Leben füllen. Bleibt wach und mutig“, appellierte Weinzierl.

Unterstützung fanden die Schüler bei ihren Lehrkräften Doris Sextl und Harald Gumplinger. Beide Lehrer unterrichten unter anderem das Fach Ethik und begleiteten die Schüler. Es gab Workshops, ein Videoprojekt und das Benefizfest „Rise against Racism“. Neu ist auch das Wahlfach Zivilcourage an der Schule. Insgesamt sammelten die Schüler 700 Euro für soziale Zwecke, die Hälfte ging an Bellevue di Monaco. Darüber hinaus gelang es den jungen Leuten, mehr als die erforderlichen 70 Prozent an Unterschriften zu sammeln, mit dem Versprechen, sich zukünftig gegen Diskriminierung einzusetzen. „Eure Unterschrift ist eine Verpflichtung, erinnert euch daran, wenn ihr das Schild am Schultor seht“, so Michael Schneider-Velho. Das Projekt sei ein Grundstein für weitere Schüler-Generationen. „Niemand hat das Recht, euch abzuwerten, jeder einzelne von euch ist unheimlich wertvoll und hat Respekt verdient“.

Nach der Feierstunde ging es für die Schüler in die „Hölle“ — wie der Theaterkeller genannt wird. Dort wurde der Titel mit einem Benefiz-Fest gefeiert, organisiert unter anderem von den Ethikgruppen der neunten Klassen und dem Wahlfach Zivilcourage. Weitere Infos sind online unter www.schule-ohne-rassismus.org zu finden.

krb

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