Erstklassige Perspektiven

Rugby-Nachwuchsstar Paul Blasi aus Ottobrunn überzeugt auf und neben dem Platz

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Rugby-Talent und guter Typ: Paul Blasi weiß nicht nur im Sport, wo es langgeht.

Rugby gilt als brutal, als Männersport, nichts für Weicheier. Der 16-jährige Ottobrunner Paul Blasi gehört zu den besten Rugbyspielern Deutschlands – und bedient keines dieser Vorurteile. Im Gegenteil. Der junge Mann ist ziemlich clever und sozial engagiert.

Schreiende Riesen mit blutigen Köpfen, die sich martialisch um ein eiförmiges Spielgerät balgen und dabei vor keinem Mittel zurückschrecken, um den Gegner einzubremsen: Paul Blasi muss schmunzeln, wenn man ihn auf die Vorurteile anspricht, die manch einer gegenüber dem Rugby-Sport pflegen dürfte. Während auf den britischen Inseln, in Frankreich, Südafrika und insbesondere „down under“ in Australien oder Neuseeland der Männersport mit wahlweise sieben oder 15 Feldspielern fast religiösen Status genießt und die Stars der Branche majestätisch hofiert werden, führen Rugby-Athleten hierzulande eher ein Schattendasein. Der 16-jährige Ottobrunner Gymnasiast Paul Blasi freilich ist einer, der als höchst sympathischer Geist nicht nur das Image-Vorurteil vom Rugby-Krieger widerlegt. Der junge Mann hat auch reichlich Talent mitbekommen!

Das ist längst nicht nur den Trainern seines Heimatclubs von Studentenstadt Rugby München (Stusta) aufgefallen. Seit geraumer Zeit ist der Sohn eines deutschen Vaters und einer Ivorerin auch fester Bestandteil der bayerischen Juniorenauswahl und hat nach tollen Leistungen dort auch den Sprung in den Bundeskader der U16-Nationalmannschaft geschafft. Abheben ist für den bodenständigen Blasi dennoch tabu. Außer im wörtlichen Sinn: Vergangene Woche ging es nach Polen zum Länderspieltrip. Weil er ein guter Schüler ist, werden ihm diese Ausflüge während der Schulzeit hin und wieder genehmigt. Trotz seiner Jugend ist der Ottobrunner schon heute ein Modellathlet: Mit seinen 1,94 Meter Größe und 90 Kilo Gewicht läuft er als Center im Innendreiviertel des Rugby-Feldes auf. Schnelligkeit, Wendigkeit, Kraft und Passgenauigkeit sind Eigenschaften, die er als unverzichtbar für seine Position aufzählt. „Aber“, so betont er, „wichtig ist auch anderes, etwa der Respekt vor den Teamkollegen, den Schiedsrichtern und besonders den Trainern und Betreuern!“

Am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching kam er als Fünftklässler einst zum Rugby. „Ich war sofort begeistert“, bekennt der Schlaks mit leuchtenden Augen. Auch der Umzug nach Ottobrunn habe ihn nicht gebremst. „Bei Stusta habe ich einen tollen Verein gefunden – da sind mir auch die Fahrzeiten zum Training egal!“

Wöchentlich wird zweimal dort geübt. „Aber ich mache zusätzlich auch viel Eigentraining von mental bis Athletik“, erklärt Blasi. Seine Maxime dabei lautet stets: „Man muss füreinander da sein, jeder im Team muss sich auf den anderen verlassen können!“ Und sie passt auch zu seiner zweiten Leidenschaft: der Ottobrunner Jugendfeuerwehr. Entsprechend freue er sich auch schon, wenn er im kommenden Jahr endlich „auf die ersten richtigen Einsätze“ dürfe. Auch über die Zukunft macht er sich seine Gedanken. Nach dem Abi könnte vielleicht die ein oder andere Auslandsstation folgen. „Toulon in Frankreich“ nennt er als ein Traumziel. Dort spielt nämlich seine Lieblings-Profi-Rugby-Mannschaft.

hh

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