Neue Preise, manchmal eine Verbesserung

Reform des MVV-Tarifs

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Lange wurde diskutiert und verhandelt. Nun ist es soweit: Freistaat und Landkreise haben sich auf eine Reform des MVV-Tarifs verständigt. Die neuen Preise sind bereits auf der Homepage des MVV zu sehen. Der neue Tarif zum 9. Juni 2019 in Kraft treten.

„Viel einfacher und klarer strukturiert“ soll die neue Tarifstruktur künftig sein, wirbt der MVV auf seiner Homepage. „Mit dem umfassenden Reformpaket werden in der Wachstumsregion München wichtige Weichen für die Mobilität von morgen gestellt“, heißt es auf der Website weiter. In die Arbeiten zur Reform waren Politik, Verwaltung, Verkehrsunternehmen und Fahrgastverbände intensiv eingebunden. Damit ist diese Tarifreform ein echtes Gemeinschaftswerk zum Nutzen der Fahrgäste in der Stadt und der ganzen Region.

Einheitliche Tariflogik 

Die neue Struktur folgt einer klaren, einheitlichen Logik für das gesamte Sortiment. Für (fast) alle Fahrscheine gelten nun sieben Zonen – statt wie bisher 16 Ringe, vier Zonen und drei Räume je nach Ticketart. Das sorgt für einfacheres „Ticketlösen“. Die günstigen Einheitspreise für den Kinderfahrschein, das Semesterticket und die Fahrradmitnahme bleiben auch künftig erhalten.

Mit der Sieben-Zonen-Logik sinken im Bartarif die viel kritisierten Preissprünge: Für eine Fahrt aus dem näheren Umland nach München reichen künftig drei Streifen für 4,20 Euro (Zonen M und 1) statt wie bisher vier Streifen für 5,60 Euro. Dies wirkt sich durch die Lage des Landkreises München und seine große Nähe zur Stadt München für viele Landkreisbürger positiv aus. Künftig bildet der heutige Innenraum die neue Zone M, die das Stadtgebiet München sowie zahlreiche Nachbargemeinden umfasst. Innerhalb der Zone M gibt es keine Tarifgrenzen mehr und somit nur noch eine Preisstufe für Gelegenheits- und Zeitkartenkunden. Die Zone M wurde gegenüber dem heutigen Innenraum um einige Ortschaften erweitert. Für den Landkreis München bedeutet dies, dass nun auch Aschheim, Ottendichl, Keferloh, Putzbrunn, Potzham und Oberhaching innerhalb der Zone M oder im Übergangsbereich der Zonen M und 1 liegen.

Für die Landkreisgemeinden außerhalb der M-Zone gibt es neu gefasste Tarifzonen, die größer sind als die bisherigen Zeitkartenringe. Viele Kommunen liegen jetzt auf Tarifzonengrenzen, so dass harte Tarifsprünge abgemildert werden. Und die Fahrt in den Innenraum wird für den weit überwiegenden Teil der Bevölkerung, insbesondere für MVV-Fahrgäste mit Monats- oder Jahreskarten, deutlich günstiger. Obendrein können sie den gesamten Innenraum nutzen, ohne noch einmal extra zu bezahlen.

Öfter öffentlich fahren lohnt sich 

Vielfahren wird durch Monats-, Abo- und Jahreskarten günstiger. So sinkt der Preis für die Monatskarte für ganz München (Zone M) oder für zwei Zonen im Umland auf 59,90 Euro – und für die Jahreskarte pro Monat (Abo mit jährlicher Zahlung) sogar auf 47,25 Euro.

Die Streifenkarte 

Die Preise für Einzel- und Tageskarten werden hingegen um 13,8 Prozent angehoben. Waren es bisher 2,90 Euro pro Zone, muss man nach der Reform 3,30 Euro bezahlen. Mit der Streifenkarte kommen Kunden dadurch künftig günstiger weg. Sie kostet weiterhin 14 Euro, also 1,40 Euro pro Streifen (2,80 Euro pro Zone).

„Die neue Tarifstruktur im MVV ist ein wichtiger Schritt für den gesamten Verbundraum und ein elementarer Baustein, um die Attraktivität des ÖPNV noch weiter zu steigern und durch eine starke Nutzung der ‚Öffentlichen‘ die verkehrlichen Herausforderungen der Region zu bewältigen.“, sagt Landrat Christoph Göbel. „Die Entlastung der Straßen vom motorisierten Individualverkehr und der Schutz des Klimas können nur gelingen, wenn mit dem ÖPNV leistungsfähige und attraktive Alternativen zur Nutzung des privaten Kfz für die Bürger zur Verfügung stehen.“ Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zeigt sich zufrieden: „Wir haben gemeinsam eine Reform beschlossen, die allen Fahrgästen zugutekommt.“ Er lobt die Zusammenarbeit mit den Landkreisen: „Mir war es besonders wichtig, dass die Münchner bestmöglich profitieren und wir gleichzeitig die erfolgreiche Kooperation mit der Region intensivieren.“

Weitere Informationen 

Alle Informationen zur Tarifreform gibt es auf der Homepage des MVV unter www.mvv-muenchen.de/tarifreform.

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