Mit minimalem Aufwand Leben retten

Ottobrunner Polizist Johannes Fraas für Stammzellspende ausgezeichnet

Die einzige Chance auf Heilung für an Leukämie Erkrankte ist eine Stammzellspende — eine Chance, die Polizist Johannes Fraas mit seiner Spende geben konnte. Dafür wurde er vom Polizeipräsidenten Hubertus Andrä ausgezeichnet.

Es kann jeden treffen! Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs.Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche. Ihre einzige Chance auf Heilung — eine Stammzellspende. Doch jeder zehnte Patient findet laut DKMS (ehemals: Deutsche Knochenmarkspenderdatei) keinen Spender. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Spender registrieren lassen. 

So auch der Polizeibeamte Johannes Fraas, der bei der Polizeiinspektion in Ottobrunn arbeitet. „Ich habe mich bereits vor mehreren Jahren registrieren lassen“, berichtet der 30-Jährige. Im Sommer letzten Jahres habe er dann den Anruf von der DKMS bekommen: Er komme als Stammzellspender in Frage. „Ich konnte einem an Blutkrebs erkrankten Menschen eine Chance auf ein zweites Leben geben!“ Fraas sei direkt klar gewesen, dass dieser minimale Aufwand für ihn einem anderen Menschen das Leben retten kann. „Natürlich habe ich es gemacht“, sagt er. Für den Eingriff sei er dann in ein Krankenhaus nach Ulm gefahren. „Das ganze hat rund fünf Stunden gedauert“, erinnert sich der Polizist. In den meisten Fällen (80 Prozent) — so auch bei Fraas — werden Stammzellen über die sogenannte „periphere Stammzellspende“ der Blutbahn entnommen. In wenigen Fällen (20 Prozent) werden die Stammzellen direkt dem Knochenmark entnommen.

So seien die Stammzellen des 30-Jährigen extrahiert und dem „Empfänger erfolgreich übermittelt worden“, wie man Fraas mitteilte. Kontakt zu dem Empfänger darf er frühestens in zwei Jahren aufnehmen. „Ich könnte mir nach Ablauf der Kontaktsperre ein Kennenlernen gut vorstellen, wenn von Seiten des Empfängers ebenfalls Interesse besteht“, sagt Fraas. Bis dahin freue er sich erst einmal, dass er jemandem helfen konnte. Auch der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä freute sich: „Es macht mich stolz, einen Knochenmarkspender mehr in unseren Reihen zu haben“, sagt er bei der Ehrung von Johannes Fraas. „So können wir der Typisierung ein Gesicht geben und zeigen, dass Menschen dahinter stehen!“ Bereits im Jahr 2008 startete die Münchner Polizei eine große Typisierungsaktion. Damals war ein Kollege an Leukämie erkrankt. „Je mehr sich registrieren, desto besser“, sagt Andrä.

Neben der Auszeichnung überreichte der Polizeipräsident Johannes Fraas ein Töpfchen Polizeihonig. „Der geht ja direkt ins Blut“, sagt er. Gewonnen wird die süße Masse von Bienenvölkern, die die Polizeibeamten in ihrer Freizeit auf dem Dach des Polizeipräsidiums München betreuen. „Anschließend wird er dann an besondere Leute verteilt“, freut sich Andrä.

tb

Weitere Informationen zur Registrierung als Stammzellspender sind auf der Homepage der DKMS unter www.dkms.de/de zu finden.

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