Wir sind bald alle FC Biberg!

TSV Neubiberg und FC Unterbiberg fusionieren auch bei den Erwachsenen

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Überzeugt vom neuen Modell FC Biberg: Harald Geiger (li.) und Ernst Weidenthaler.

FC Biberg heißt das Konstrukt. Der TSV Neubiberg und der FC Unterbiberg schließen ihre fußballerischen Ambitionen zusammen.

Nachdem die Jugendmannschaften seit knapp zwei Jahren zusammenspielen, soll der Zusammenschluss zur kommenden Spielzeit auch auf die Erwachsenenteams ausgeweitet werden. Die beiden Vereine haben bei Mitgliederbefragungen bereits zugestimmt. Drei gemeinsame Teams sind eingeplant. Mittelfristig will der neue FC Biberg eine echte Marke im Landkreis werden.

Während der reine Fußballclub FC Unterbiberg insgesamt unter dem neuen, gemeinsamen Dach aufgeht und der alte Vereinsname verschwindet, verliert der TSV Neubiberg seine Kernsparte Fußball. Der Verlust auf den ersten Blick soll ein Gewinn für die Kicker beider Seiten werden. Man hat erkannt, dass der personelle Schwund im Nachwuchsbereich längst wie in anderen Clubs ein anhaltender ist. Es gilt, diesen Entwicklungen zu begegnen, wollen Traditionsclubs auf der fußballerischen Landkarte echte Faktoren bleiben. Je 200 Aktive aller Altersklassen aus den beiden Vereinen sollen jetzt zusammengeschweißt werden. Schwierigkeiten erwarten beide Zusammenschluss-Parteien dort nicht mehr. Die Führungsriege im neuen Fußballkonstrukt soll paritätisch aus Funktionären beider Vereine besetzt werden. HALLO sprach mit den beiden Vereinsverantwortlichen: Reinhard Weidenthaler, Abteilungsleiter beim TSV Neubiberg, und Harald Geiger, Vorsitzender des FC Unterbiberg.

Die Verbindung zwischen ihren beiden Vereinen war lange keine herzliche. Welche waren die Gründe für den Schulterschluss? 

Harald Geiger: Wir wollen vor allem für die Fußballer beider Vereine ein besseres Angebot schaffen. Es ist doch so: Vier gute Spieler in zwei Vereinen sind doch acht gute bei einem. Zudem hat man die Chance, den eher leistungssportlichen und einen breitensportlichen Aspekt zu verfolgen.

Das müssen Sie erklären. 

Geiger: Im Nachwuchsbereich läuft es seit zwei Jahren sehr erfolgreich. Eine ganze Reihe unserer Jugendmannschaften spielen heuer in den Aufstiegsrunden mit. Die A-Jugend als Aushängeschild wird den Sprung auf jeden Fall schaffen. Ähnliches planen wir bei den Herren.

Ernst Weidenthaler: Beim Nachwuchs klappt es glänzend. Die haben T-Shirts, da steht nur FC Biberg drauf.

Geiger: Der Nachwuchs versteht sich nicht mehr als TSV Neubiberg oder FC Unterbiberg. Die leben den FC Biberg. Das wollen wir auch im Erwachsenenbereich schaffen.

Wie viele Mannschaften sind im Herrenbereich geplant? 

Geiger: Wir planen drei Mannschaften. Entsprechend unserer gegenwärtigen Situation soll die erste Mannschaft in der Kreisklasse an den Start gehen – dort wo jetzt der FC Unterbiberg aktiv ist. Daneben hoffen wir, dass uns der Verband den Aufstieg des TSV Neubiberg von der B-Klasse in die A-Klasse mitnehmen lässt, denn die werden aufsteigen. Der Verband bestärkt Vereine, effizienter zu werden. 

Weidenthaler: Wir planen, dass dann die zweite Mannschaft zunächst in der A-Klasse, die „Dritte“ in der B- oder C-Klasse an den Start gehen wird.

Darf es mittel- und langfristig mehr sein? Will man beim FC Biberg auch höher hinaus? 

Weidenthaler: Die Kreisliga sollte schon in den kommenden Jahren das Ziel sein. Wir wollen wieder reizvolle Derbys gegen Waldperlach oder Ottobrunn spielen.

Geiger: Richtig. Man muss halt bedenken, dass für weiter oben Sponsoren notwendig sind. Ohne die geht gar nichts. Aber die Negativbeispiele in anderen Vereinen zeigen, dass dies nicht immer der beste Weg ist. Steigt ein Großsponsor aus, bricht alles zusammen, wenn man allein auf diesen gesetzt hat. Ein funktionierendes Vereinsleben ist die Basis. Wenn sich da ein Sponsor unterstützend einbringen will, ist er natürlich hoch willkommen.

Wie haben die Vereinsmitglieder auf Ihre Pläne reagiert? 

Weidenthaler: Gemischt. Manches Alt-Mitglied kann sich da mit den neuen Gegebenheiten nur schwer abfinden. Mehrheitlich waren die Reaktionen aber sehr positiv.

Geiger: Die Sinnhaftigkeit des Ganzen hat ohnehin jeder verstanden. Natürlich kann ich das Gefühl von Heimatverlust bei den Altmitgliedern schon verstehen. Es gab auch lange Diskussionen in der Hauptversammlung. Das soll auch so sein. Aber wir haben gute Argumente und klare Ziele formuliert. Sprich: Den Fußball hier im Bestand zu schützen und voranzubringen. Da lief in den vergangenen Jahren vieles schlecht. Früher wäre ein FC Biberg undenkbar gewesen. Auch beim Verband begrüßt man aber mittlerweile Fusionen ausdrücklich. Und bei unserem Nachwuchs kann man de Freude nicht verkennen. Da sind alle schon FC Biberg.

Harald Hettich

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