In Aying hat das Gedenken an Kriegsopfer eine lange Tradition

Mahner des Friedens

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Das Kriegerdenkmal in Aying mit den Namen der im Krieg Gefallenen.
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Veteranentafel in der Kapelle auf dem Pfarrfriedhof erinnert an die gefallenen Soldaten des Napoleanischen Krieges.
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Josef Bachmair, Vorstandsvorsitzender des Krieger- und Veteranenvereins Aying.

Der Krieger- und Veteranenverein Aying ist der älteste dieser Art in ganz Deutschland. Am Volkstrauertag, Sonntag, 13. November, erinnern die Mitglieder an die verstorbenen und vermissten Soldaten.

„Wir bewahren den Frieden und wollen an die Verstorbenen Krieger und Soldaten erinnern. Wir haben alle ein hohes Blutgeld in den letzten beiden Kriegen gezahlt“, sagt Josef Bachmair, Vorstandsvorsitzender des Krieger- und Veteranenvereins in Aying, anlässlich des bevorstehenden Volkstrauertags am Sonntag, 13. November.

Seit 1986 engagiert sich Bachmair dort ehrenamtlich. Seine Familie selbst musste viele Tote, vor allem im Zweiten Weltkrieg, beklagen. Deshalb wolle er an die vielen gefallenen und vermissten Kameraden aus Aying, Dürrnhaar und Peiß erinnern. „Man kannte ja alle persönlich“, erzählt er weiter. Doch die Gründungsgeschichte des Vereins reicht viel weiter zurück, denn der Krieger- und Veteranenverein Aying ist der älteste Soldatenverein in ganz Deutschland. Aufzeichnungen in alten Pfarrbüchern belegen, dass bereits 1784 Mitglieder des Krieger- und Veteranenvereins Aying gestorben seien. Bachmair vermutet, die Entstehung der Vereinigung habe wohl um 1707 nach der Schlacht von Sendling stattgefunden. Denn bereits mit den Bayerischen Erbfolgekriegen und den Napoleonischen Kriegen hätten sich solche Gemeinschaften gebildet.

Leider wurden alle Aufzeichnungen, die 1933 an den Kyffhäuserbund, dem Landeskriegerverband Deutschland, abgegeben wurden, bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg vernichtet. Damals, so erzählt Bachmair, dienten diese Vereine jedoch einem anderen Zweck: Viele Krieger seien Söldner gewesen, die für den jeweiligen herrschenden Fürsten im Krieg gedient hatten. Nach den Schlachten seien viele mit Kriegsschäden, wie einem fehlenden Arm oder Bein, nach Hause gekommen. Sie hätten nicht mehr arbeiten, geschweige denn die Familie ernähren können. Die Krieger- und Veteranenvereine damals kümmerten sich um diese Männer. 

In der heutigen Zeit ist das anders. Wichtigstes Ziel des Vereins ist der Einsatz für den Frieden, indem die Mitglieder seit Jahrzehnten die jährliche Sammlung für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge in Aying, Dürrnhaar und Peiß organisieren und durchführen. „Aktuell haben wir 113 Mitglieder, von denen 110 Bundeswehrreservisten sind und drei Veteranen aus dem Zweiten Weltkrieg. Neue Mitglieder bekommen wir leider seit dem Ruhen der Wehrpflicht nicht mehr. Nur wenn ich mitbekomme, dass einer aus unserem Ort zur Bundeswehr geht, frage ich ihn schon, ob er nicht in den Verein eintreten will“, erklärt Bachmair.

Wichtig sei den Veteranen, den Wert der Kameradschaft aufrecht zu erhalten und an die Verstorbenen und Vermissten zu erinnern. Auch wollen sich die Mitglieder für den Frieden einsetzen, indem sie auf die Grausamkeiten eines Krieges aufmerksam machen. Zu diesem Zweck findet einmal im Jahr, immer am Pfingstmontag, der Jahrtag des Krieger- und Veteranenvereins Aying statt. Mit einem Gedenkgottesdienst und den Fahnenabordnungen der anderen Ortsvereine wird am Kriegerdenkmal an die Kameraden erinnert.

Am Volkstrauertag, Sonntag, 13. November, gedenkt Bayern der Verstorbenen der Gemeinden. So auch in Aying. Beginn der Veranstaltung ist um 8.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche. Im Anschluss ziehen die Mitglieder des Vereins zum Kriegerdenkmal, an dem Ayings Bürgermeister Johann Eichler einen Kranz niederlegen und eine Ansprache halten wird. im

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