Über Sensoren, Drohnen und die Zukunft

Kinderuni in der Universität der Bundeswehr Neubiberg

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Professor Jörg Böttcher vermittelte den schweren Stoff anschaulich und mit Spaß.

MINT-Fächer werden immer wichtiger, denn der Nachwuchsbedarf ist hoch! Um die junge Generation früh für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, veranstaltet die Vhs zusammen mit der Bundeswehruniversität Neubiberg regelmäßig eine Vorlesung für Kinder.

Der Mensch fühlt mit seinen Sinnesorganen. Mit der Haut bemerkt er zum Beispiel, ob es warm oder kalt ist. Doch wie funktioniert das bei einem Thermometer? Um dieser Frage nachzugehen, haben technikbegeisterte Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren vergangene Woche eine Vorlesung im Audimax der Bundeswehruniversität Neubiberg besucht. Während so manch anderer sich bei schönem Wetter wohl lieber draußen tummeln würde, schnupperten sie in der Kinderuni, die in Zusammenarbeit mit der Vhs-Südost veranstaltet wird, in das Studentenleben hinein. Das Thema der Vorlesung: „Sensoren — wie technische Systeme fühlen.“ Professor Jörg Böttcher vermittelte das Thema kindgerecht. „Wichtig beim Unterrichten von Kinder ist, viele Mitmachmöglichkeiten zu bieten und die Kinder einzubeziehen“, erklärte er. Denn Kinder lernen vor allem durch das Selbermachen. Während der Dozent in der normalen Vorlesung Vorträge hält, geschieht in der Kinderuni alles interaktiv.

Doch ein bisschen Theorie musste dennoch vermittelt werden. Dazu erklärte der Professor für Regelungstechnik den Kinderstudenten, wie Sensoren mit Hilfe eines Stromkreises Temperaturunterschiede fühlen. Und die Kinder lernen eine wichtige Formel: Spannung geteilt durch Strom erzeugt Widerstand. Dieser Widerstand ist wichtig für Sensoren aller Art. So merkt zum Beispiel eine Drohne, wenn etwas ihre Flugbahn kreuzt — damit sie nicht mit Ach und Krach gegen die nächste Hauswand fliegt! Um den Kindern diese Funktion zu zeigen, machte Böttcher verschiedene Experimente. Ein Bratenthermometer wurde mal in kaltes, mal in warmes Wasser gehalten und dabei der Widerstand im Stromkreis beobachtet. Besonders spannend zu beobachten war die Funktion einer Wärmebildkamera. Die misst die Wärmeverteilung in der Luft. Um das zu demonstrieren, wurde der Vorlesungsraum abgedunkelt und die Kamera machte Aufnahmen von den Kinderstudenten. Am Ende der Vorlesung applaudierten die begeisterten Nachwuchstechniker, ganz wie es sich an einer Uni gehört, indem sie auf die Tischplatten klopften. Böttcher zufolge ist es wichtig, Kinder früh an Naturwissenschaften heranzuführen, um ihnen die Bedeutung der Technik nahezubringen. Denn Sensoren sind längst nicht nur für Temperaturmessungen interessant. Mit ihrer Hilfe werden zum Beispiel Drohnen und autonome Autos gesteuert. Gerade letzteres ist für Erwachsene zwar noch so unvorstellbar wie vor über 100 Jahren die Erfindung der Glühbirne; für die Kinderuni- studenten könnte das allerdings normaler Alltag werden.

Lydia Wünsch

Am 20. Juni findet die nächste Vorlesung statt. Die Anmeldung erfolgt bei Vhs-Südost unter Telefon 4423890 oder per E-Mail an info@vhs-suedost.de.

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