Löschen wie die Großen

Bei der Kinderfeuerwehr schnuppern die Kleinen in den Feuerwehralltag

In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
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In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
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In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
Konzentriert zielt Marco mit auf das kleine brennende Loch oben im Spritzenhaus.
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Konzentriert zielt Marco mit auf das kleine brennende Loch oben im Spritzenhaus.
In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
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In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
Je öfter die Kinder es mit dem Wasserstrahl treffen, desto höher steigt der Wasserpegel in der Röhre auf der rechten Seite. Leiterin Marina Vondrak unterstützt die Kinder.
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Je öfter die Kinder es mit dem Wasserstrahl treffen, desto höher steigt der Wasserpegel in der Röhre auf der rechten Seite. Leiterin Marina Vondrak unterstützt die Kinder.
In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
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In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
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In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.
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In Höhenkirchen dürfen die Kinder in den Alltag bei der Feuerwehr schnuppern.

Löschen, schützen, bergen, retten – das sind nur einige der oftmals lebensrettenden Aufgaben der Feuerwehr. Damit auch schon die Kleinen die Welt der Feuerwehr kennenlernen können, wurde in Höhenkirchen vergangenes Jahr eine Kinderfeuerwehr gegründet – die einzige im Landkreis.

„Wasser marsch“, ruft Marco, woraufhin Patrik den Wasserhahn aufdreht. „Puff“ macht es, als das Wasser in den Feuerwehrschlauch schießt. Ein sogenannter „D-Schlau“, also der kleinste Schlauch, den es bei der Feuerwehr gibt, wie die Brandmeisterin der Feuerwehr Höhenkirchen, Nikola Schwaiger, erklärt.

Auch wenn er „nur“ etwa die Dicke eines Gartenschlauches hat, entsteht durch das durchschießende Wasser ein enormer Druck. „Ich muss ihn schon mit beiden Händen halten“, merkt Marco an, während er mit vor Konzentration zusammengekniffenen Augen auf das Loch im Spritzenhaus zielt. „Du musst besser zielen“, ruft Patrik von hinten, da Marcos Wasserstrahl zunächst knapp neben dem – mit Flammen bemalten – Loch aufkommt. Nun packen alle 16 Kinder der „Feuertiger“ – wie sich die Gruppe der Kinderfeuerwehr nennt – mit an und helfen Marco, dem Druck des Wassers standzuhalten und das Loch genau zu treffen. Auch Leiterin Marina Vondrak packt mit an. „Bald sind wir alle Brandmeister“, freut sich Nico. Damit meint er, dass der Wasserpegel in der Plastikröhre so hoch gestiegen ist, dass die Kugel auf Höhe der Bezeichnung „Brandmeister“ schwimmt – die höchste Stufe eines Feuerwehrmanns!

„Das ist natürlich alles nur eine Übung“, sagt Schwaiger, die auf die Idee kam, eine Kinderfeuerwehr zu gründen. „Ich besuchte einen Workshop an der Feuerwehrschule in Würzburg, wo das Thema Kinderfeuerwehr angesprochen wurde“, erinnert sie sich. Daraufhin habe sie dem Feuerwehrverein Höhenkirchen vorgeschlagen, selbst eine solche zu gründen. Gesagt, getan, wurden alle Sieben- bis Elfjährigen in Höhenkirchen und Siegertsbrunn angeschrieben. „Das Interesse war überwältigend“, sagt die Siegertsbrunnerin. „Da Jugendfeuerwehr erst ab zwölf ist, bekommen die Kleineren so die Chance, in den Alltag der Feuerwehr zu schnuppern.“ Der Startschuss für das Landkreis-weite Modellprojekt fiel im März 2015. Seitdem treffen sich die beiden Leiterinnen, Britta Werhahn und Marina Vondrak einmal im Monat mit den 20 Kindern.

„Natürlich geht es zu 90 Prozent um Spiel, Sport, Spaß und Pädagogik“, sagt Vondrak. Aber auch darum, wie man einen Notruf richtig absetzt oder ein kleines Feuer löscht — natürlich unter Aufsicht der beiden Pädagoginnen.

Inzwischen macht es den Kindern so viel Spaß, dass sie gemeinsam mit den beiden Leiterinnen beschlossen, sich zweimal im Monat zu treffen. Gemeinsam machen sie Ausflüge, Rallyes durch das Feuerwehrhaus oder malen in ihren Feuerwehrbüchern. „Am tollten ist es, wenn wir in die Feuerwehrautos dürfen“, sagt Liv mit einem Strahlen in den Augen. „Ja, in den Autos rumkraxeln würden sie am liebsten jedes Mal“, bestätigt Werhahn. Aber auch die Rallye kommt bei den Kleinen gut an: In drei Gruppen eingeteilt sollen sie die Fragen auf einem Fragebogen beantworten. „Da müssen wir zählen, wie viele Helme in der Umkleide hängen oder welche W-Fragen man beantworten muss, wenn man den Notruf anruft“, erklärt Nico. Auch alle Stufen im Treppenhaus müssen gezählt werden. „50 sind es!“, ruft Liv sofort. Sie erklärt: „Das hab‘ ich mir beim letzten Mal gemerkt!“

Als alle Gruppen die Fragen beantwortet und sich wieder im Zimmer der Feuertiger versammelt haben, wird noch ein bisschen Theorie geübt. „Wir gehen unsere Regeln durch“, erklärt Sebastian. Tatsächlich gibt es strenge Regeln bei den Feuertigern, da sie die Feuerwehrmänner im Ernstfall nicht bei der Arbeit behindern dürfen. „Falls es einen Alarm gibt, gehen wir geordnet und ruhig in unser Zimmer; rennen dürfen wir im ganzen Haus nie“, fasst Paul zusammen.

Zum Abschluss singen die Kinder noch ihr Feuerwehrlied: „Ein Auto liegt am Straßenrand – wähl die 112; die Kühlschranktür klemmt Dir die Hand – wähl die 112. Dann kommt der Mann, der alles kann, der Feuerwehrmann! Tatü, tata, seht alle her, da vorne kommt die Feuerwehr. Und alle rufen laut oh ja! Tatü, tata, tatü, tata!“, heißt es im Text. Und schon sind die zwei Stunden der Kinderfeuerwehr um. „Ich freu mich schon so aufs nächste Mal“, sagt Nico. Ob er später auch mal Feuerwehrmann werden will, weiß der Siebenjährige noch nicht.

Um bei der Kinderfeuerwehr mitmachen zu können, brauchen die Kleinen eine Mitgliedschaft im Verein, die 3 Euro im Monat kostet. „Allerdings haben wir eine lange Warteliste“, sagt Schwaiger. Weitere Infos gibt‘s unter info@feuerwehr-hoehenkirchen.de.

Tanja Buchka

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