Ente gut, alles gut!

Großes Entenrennen in Unterbiberg

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Am Ende fanden sich doch noch einige handverlesene, vor allem junge, dem Regen trotzende Renn-Enten-Fans an der Unterbiberger Bachlaufstrecke ein.

Wasser marsch von oben und unten war am Sonntag das Motto beim 15. Unterbiberger Entenrennen, veranstaltet von den Jungen Liberalen München-Land. Während am Sonntag Petrus mit fast dauerhaftem Regen grollte und das Rennen der Plastikenten durch einen rund 100 Meter langen Abschnitt im Zentrum Unterbibergs zu einem sehr feuchten Vergnügen werden ließ, hatte es bei der Jubiläumsausführung schon im Vorfeld heftig gewittert. Der langjährige Hauptveranstalter Tobias Thalhammer, einst FDP-Lokalgröße und unter anderem Landtagsabgeordneter für die Liberalen, hatte bekanntlich vor wenigen Wochen die Segel gestrichen und war zur CSU gewechselt (HALLO berichtete). Das beliebte Entenrennen hätte Thalhammer, der die Sause mit seiner Mutter lange auch in Eigenregie durchführte, gerne weiter auf seine Fahne geheftet. Doch die Liberalen, einst von Thalhammer vor allem aus versicherungstechnischen Gründen mit ins Boot geholt, lehnten ab. Ihr Antrag wurde von der Gemeinde Neubiberg genehmigt. Thalhammers später eingereichte Eingabe abschlägig beschieden. „Ausbootung statt Würdigung“ für ein langes Engagement wirft Thalhammer seinen früheren Parteikollegen nun vor. Die feuern per Bordkanone zurück. „Es ist seit Jahren eine FDP-Veranstaltung und für uns Jung-Liberale die größte in der Region“, argumentierte die „JULIs“-Kreisvorsitzende Barbara Eggers. Seit drei Monaten plane man das Event. Thalhammer habe sich erst vor vier Wochen beworben. „Er war Schirmherr, jetzt ist er ausgeschieden“, so Eggers. Ob Petrus den liberalen Zank nicht guthieß und es deshalb bis nach dem Rennen aus Kübeln schütten ließ, ist nicht überliefert.

Wummernde Bässe und AC/DC aus der Soundanlage sowie etwas freudlose Bierzeltatmosphäre konnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Jubiläumsveranstaltung kein Höhepunkt in der langen Historie des Entenrennens wurde. Nur einige Dutzend Bürger waren am Ende gekommen – in den Vorjahren waren es oft mehrere hundert Gäste. Immerhin hatten die beiden FDP-Landtagskandidaten – wen wundert´s – im Wahlvorfeld ihr Versprechen wahr gemacht und waren mit eigenen Enten in Unterbiberg am Start. Die Kandidaten Thomas Jännert (München Land / Nord) und sein Süd-Kollege Helmut Markwort blickten ob des fehlenden Ansturms potentieller FDP-Unterstützer zwar mitunter etwas griesgrämig drein. Dafür waren die Kinder ob der Bachflut, Pfützen und eigenen Renn- enten aber umso begeisterter. Am Ende tummelten sich doch noch knapp 100 nummerierte Gummitiere im Bach. Und jenseits der Ziellinie hoffte auch Helmut Markwort, dass nicht nur seine Ente sicher ins Ziel finden würde. „Optimistisch“ ist der Medienprofi auc , was seine Chancen angeht, im Herbst ins Maximilianeum einzuziehen. Dann wären Mark- wort, Jännert und Co auch Petrus‘ schlechte Laune „wurscht“. Die Kids strahlten schon am Sonntag. Und Enten-Rennen-Gründervater Tobias Thalhammer? Der erwägt eine Kandidatur für 2019 – zum Entenrennen, nicht für den Landtag. Ente gut, alles gut?

Harald Hettich

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