Stühlerücken in Neubiberg

CSU gewinnt im Gemeinderat personell deutlich an Einfluss

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Seit der jüngsten Gemeinderatssitzung steht auch offiziell fest: Die Fraktion der CSU im Neubiberger Gemeinderat wächst zahlenmäßig. Unter anderem der Wechsel des ehemaligen FDP-Gemeinderats Tobias Thalhammer zu den Christsozialen ihre Position im Neubiberger Rat um einen Sitz.

CSU gewinnt im Gemeinderat personell deutlich an Einfluss

Seit der jüngsten Gemeinderatssitzung steht auch offiziell fest: Die Fraktion der CSU im Neubiberger Gemeinderat wächst zahlenmäßig. Zum einen wurde der bisherige FDP-Gemeinderat Tobias Thalhammer nach seinem Parteiwechsel zu den Christsozialen nun auch offiziell in die Fraktion eingeführt. Zum anderen wurde im Rat auch die neue Fraktionsgemeinschaft von CSU und der Studentengruppierung USU mit deren Gemeinderat Antonio Melieni proklamiert.

Im 25-köpfigen Gemeinderat avanciert die christsoziale Fraktion mit jetzt neun Sitzen endgültig zur stärksten Gruppierung – noch vor den Freien Wählern um Bürgermeister Günter Heyland (sieben Sitze), der Gemeinschaft von Grünen/ödp (fünf Sitze) und der SPD mit vier Sitzen. Über die Pläne zur Fraktionsgemeinschaft mit der USU hatte CSU-Ortsvorstand und Rat Thomas ‑Pardeller bereits vor der Sitzung unterrichtet. „Mit der USU haben wir viele inhaltliche Schnittmengen“, betonte Pardeller. Jetzt münde die bisher bereits in den vergangenen Jahren sachliche und konstruktive Zusammenarbeit in eine echte Gemeinschaft. Wie berichtet, hatte sich zuvor bereits Tobias Thalhammer nach Querelen in der FDP von den Liberalen getrennt und der CSU zugewandt. Noch saß er relativ abseits, doch er gehört dazu.

Thalhammers Sitze in den beiden vorberatenden Gremien des Rates, dem Haupt-/Finanzausschuss (HFA) und dem Sonderausschuss Freiwillige Feuerwehren, gibt Thalhammer freiwillig ab. Als FDP-Solist im Gemeinderat hatten Thalhammer nach der Geschäftsordnung eigentlich keine Ausschuss-Sitze zugestanden. Diese waren ihm jedoch angesichts eines „losen Zusammenschlusses“ mit den Freien Wählern zuerkannt worden. Thalhammers Plätze in den Ausschüssen nehmen denn auch jetzt zwei Mandatare der Freien Wähler ein: Jürgen Knopp erhält Sitz und Stimme im HFA. Reiner Höcherl übernimmt im Ausschuss für die Feuerwehren.

Apropos Feuerwehr: Einen Vorgeschmack auf einen womöglich heißen Herbst im ohnehin streitfreudigen Neubiberger Gemeinderat könnte die Umschichtung der Kräfte allemal erbringen. Hauptamtsleiter Thomas Schinabeck wies daraufhin, dass die Gemeinde auch die Besetzung der Ausschüsse prüfen müsse. „Die Stärkeverschiebung“ im Gemeinderat solle sich auch in den Ausschüssen widerspiegeln. Weil Bürgermeister Günter Heyland künftig nicht nur auf eine Phalanx der CSU trifft, sondern ihm ohnehin auch besonders vonseiten der Grünen und deren Fraktionssprecher Kilian Körner fast steter Gegenwind ins Gesicht bläst, könnten die Sitzungen des Rates künftig noch kontroverser werden. Zumal im Oktober auch noch der Kampf ums Maximilianeum sicher seine Schatten auf den Neubiberger Ratssaal werfen dürfte.

Harald Hettich

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