„Wir reagieren sofort auf jeden Hilferuf“

Gemeinnützige Familienkrebshilfe „Sonnenherz“ aus Freising unterstützt Familien

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Die Diagnose Krebs kann jede Familie treffen und verändert ihr Leben von einem Tag auf den anderen. Die gemeinnützige Familienkrebshilfe „Sonnenherz“ unterstützt betroffene Familien indem sie Benefiz-Veranstaltungen organisiert.

Die Diagnose Krebs kann das Leben von Familien von einer Sekunde auf die andere völlig verändern. Neben der Angst um das Leben des Patienten, kommen oftmals finanzielle Sorgen. Die gemeinnützige Familienkrebshilfe „Sonnenherz“ aus dem Landkreis Freising hilft betroffenen Familien, indem sie Benefiz-Veranstaltungen organisiert. Unter anderem in Neubiberg.

Der 48-jährige Christian Neumeir lebt in dem kleinen Ort Mauern. Etwa 3000 Einwohner hat die Gemeinde im Landkreis Freising. Unter ihnen ein heute fünfjähriges Mädchen. Das Mädchen war schwer krank. Als die Kleine zwei Jahre alt war, erhielten die Eltern die Schockdiagnose: Leukämie, also Blutkrebs. „Ihre Krankheit hat damals unseren ganzen Ort bewegt“, erinnert sich Christian Neumeir. Der Ort ist klein, man kenne sich. „Schon damals dachte ich mir, man muss an Krebs erkrankten Kindern und ihren Familien doch irgendwie helfen können“, erzählt der 48-Jährige. Als das Mädchen damals als geheilt galt, ruhte dieser Gedanke eine Zeit lang. Doch: „Die Sache ging mir einfach nicht mehr ganz aus dem Kopf“, sagt Neumeir.

Drei Jahre später dann der traurige Anstoß: „Die heute Fünfjährige erlitt einen Rückfall.“ Zeit zu handeln, dachte sich Neumeir. Im August 2017 gründete er die gemeinnützige Familienkrebshilfe „Sonnenherz“. Diese verfolgt ein — „zumindest im näheren Umkreis“ — einmaliges Konzept. „Im Rahmen von Aktionstagen sammeln wir Spendengelder für Betroffene“, erklärt Neumeir die Idee. Für das fünfjährige Mädchen und eine weitere Familie, in der die Mutter an Brustkrebs erkrankt war, fand im Oktober 2017 ein solcher Aktionstag in Landshut statt. Mit großem Erfolg: „9000 Euro konnten wir den beiden Familien insgesamt überreichen“, freut sich Neumeir. Und auch für das kleine Mädchen sieht es gut aus. „Unabhängig von unserer Aktion konnte ein Stammzellspender für sie gefunden werden“, berichtet er. Bei einer Veranstaltung soll es natürlich bei weitem nicht bleiben. Neumeir und sein derzeit siebenköpfiges Team sind bayernweit tätig und wollen alle zwei Monate einen geplanten Aktionstag organisieren. So auch in Neubiberg am Sonntag, 15. April. „Wir wollten im Landkreis München eine Aktion starten und haben in Neubiberg einen geeigneten Platz gefunden.“ Der Erlös soll in diesem Fall der Krebsstation der Haunerschen Kinderklinik in München zugute kommen.

Doch nicht nur sogenannte geplante Aktionstage organisieren Neumeir und

Christian Neumeir aus dem Landkreis Freising hat das Projekt ins Leben gerufen.

sein Team. „Wir reagieren auch auf jeden ‚Hilferuf‘ von betroffenen Familien“, erklärt er. Soll heißen, jede betroffene Familie (Kinder müssen involviert sein), die finanzielle Hilfe benötigt, kann sich bei „Sonnenherz“ melden. „Dann planen wir die Benefiz-Veranstaltung direkt vor Ort“, so Neumeir. Auch Knochenmark-Typisierungen können im Rahmen dessen mit organisiert werden. Er wolle den Familien damit zeigen, dass der gesamte Ort hinter ihnen steht und helfen will. „Wir wollen alle aktivieren!“ Das schafft Solidarität und bringt den Familien neuen Lebensmut, Motivation und die Erleichterung, sich wenigstens weniger Gedanken um das Geld machen zu müssen. „Eine Krebsdiagnose in der Familie ist ja schlimm genug.“ Oftmals kommen finanzielle Probleme etwa wegen des Verlusts des Arbeitsplatzes hinzu. „Auch manche Medikamente werden von den Krankenkassen nicht übernommen“, weiß Neumeir. Auch durch einen kliniknahen Wohnraum für Angehörige, zusätzliche Therapieverfahren, Fahrtkosten, die Betreuung des Angehörigen oder häusliche Umbaumaßnahmen können Kosten anfallen, an die man zunächst einmal nicht denkt. „Da kommt unsere Hilfe dann ins Spiel.“ Keineswegs würden betroffene Familien in irgendeiner Form vorgeführt. „Es kann auch alles anonym ablaufen, falls gewünscht“, sagt der Mauerer.

Neumeir selbst habe „bisher Gott sei Dank keinen Hintergrund mit Krebs“. Er organisiere gerne und sei sehr sozial eingestellt, führt er die Gründe auf, weswegen er die Organisation ins Leben gerufen hat. „Zudem kann ich als selbstständiger Heilpraktiker meine Zeit sehr gut einteilen.“ Bisher habe er auch ausschließlich positive Resonanz erfahren. „Der Bedarf ist eindeutig da, unser Angebot muss nur noch bekannter werden.“ 

tb

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