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Feuerteufel treibt wieder sein Unwesen im Münchner Osten

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Im Münchner Osten treibt ein Brandstifter sein Unwesen. Seit Ende März musste die Feuerwehr bereits neun Waldbrände löschen, zuletzt am Friedrich-Panzer-Weg.

München - Und wieder brennt's im Münchner Osten. Bei der Suche nach dem unbekannten Serien-Brandstifter hofft die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Im Münchner Osten treibt auch heuer wieder ein Feuerteufel sein Unwesen. Nachdem es bereits im vergangenen Jahr, schwerpunktmäßig im April, eine Serie von 13 Waldbränden gegeben hatte, musste die Polizei heuer schon wieder neun Brände verzeichnen.

Angefangen hatte es am 25. März. In den Nachmittagsstunden hatten Spaziergänger ein Feuer im Waldgebiet nördlich der Putzbrunner Straße gemeldet. Dort waren gerodete Bäume und eine Wiese auf einer Fläche von über 1000 Quadratmetern in Brand geraten und wurden so zum Teil zerstört. Nur wenige hundert Meter vom diesem Brandort entfernt kam es gegen 15.45 Uhr zu einem zweiten Waldbrand. Diesmal standen Bäume und Wiese im Bereich einer Jungeichenschonung auf einer Fläche von rund einem Hektar in Brand.

Am 30. März schlug der Feuer- teufel dann bei Hohenbrunn und Keferloh erneut zu. Gegen 16.20 Uhr teilten mehrere Spaziergänger unabhängig voneinander über den Notruf der Feuerwehr zunächst eine Rauchentwicklung in einem Teilwaldstück des „Höhenkirchner Forst“ bei Hohenbrunn mit. Von den eintreffenden Einsatzkräften konnte dort auf einer Fläche von etwa 40 mal 40 Metern ein Brand festgestellt und gelöscht werden. Gegen 17.10 Uhr wurde der Feuerwehr eine weitere Brandstelle in einem Waldabschnitt des sogenannten „Lohholz“ mit etwa gleicher Fläche gemeldet. Dieser konnte ebenfalls kurz darauf gelöscht werden.

Schwelende Brände, Schaden und Rauch - das Chaos hört nicht auf

Am Montag, 2. April, gab es erneut Alarm. Wieder meldeten Passanten einen weiteren Brand in einer Waldlichtung Höhe Tegernseer Landstraße 201 in Taufkirchen. Etwa 50 mal 50 Meter auf einer Waldlichtung standen in Flammen. Die alarmierte Freiwillige Feuer- wehr Unterhaching konnte sie schnell ablöschen, es entstand nur minimaler Schaden. Wenige Stunden zuvor kam es ebenfalls in einer Waldlichtung zu einem schwelenden Brand des Waldbodens auf einer Fläche von etwa 20 mal 20 Meter. Eine Passantin entdeckte den Rauch im Bereich des Weges Perlach Geräumt in Unterhaching. Auch hier wurde die Brandstelle von der Feuerwehr großflächig bewässert. Es entstand nur minimaler Schaden. Am Mittwochnachmittag wütete dann in Waldperlach nahe des Friedrich-Panzer-Wegs erneut ein Waldbrand. Mehrere aufmerksame Passanten bemerkten Rauch von einer Forststraße aus und alarmierten umgehend die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte des Hilfeleistungslöschfahrzeugs der Feuerwache Perlach stellten fest, dass 12.000 Quadratmeter Waldfläche brannten. Das in Brand geratene Reitgras konnte innerhalb von eineinhalb Stunden gelöscht werden. Ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera kontrollierte den betroffenen Bereich auf Glutnester. Verletzte gab es bei diesem Einsatz keine. Der vor elf Jahren neu aufgeforstete Laubwald wurde laut Aussage des Försters komplett zerstört. Es entstand somit ein Sachschaden in Höhe von zirka 40.000 Euro.

Im Einsatz war aber auch ein großes Aufgebot der Polizei. Die Zufahrtsstraßen zum Brandgebiet waren weiträumig abgesperrt, zahlreiche Beamte befragten Anwohner und Passanten. Denn die Polizei hofft, mit Hinweisen aus der Bevölkerung dem Brandstifter endlich auf die Spur zu kommen. Denn bereits wenige Stunden später brannte es erneut. Um 21.02 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Waldperlach zu einem Walldbrand Im Gefilde gerufen. Polizei und Feuerwehr stellten brennende Gräser, Gebüsch und Bäume an drei Brandstellen, die jeweils etwa 15 Meter voneinander entfernt lagen, fest. Jede von ihnen hatte eine Fläche von rund 70 Quadrat- metern.

Doch damit nicht genug: Am Freitag kurz vor 20 Uhr schlug der Brandstifter erneut in einem Waldgebiet östlich von München zu. Diesmal brannte eine Fläche von rund 600 Quadratmeter Reitgras und Unterholz im Oedenstockacher Holz bei Putzbrunn. An der gleichen Örtlichkeit hatte es bereits vergangenes Jahr gebrannt. Es entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei wurden durch einen Polizeihubschrauber bei der Suche nach Glutnestern und zur Täterfahndung unterstützt. Bei dem Brand handelt es sich um den neunten der Brandstiftungsserie aus dem Jahr 2018. Aus dem vergangenen Jahr werden 13 Fälle der Serie zugerechnet, sodass derzeit von insgesamt 22 Brandlegungen ausgegangen wird.

Die Ermittler hoffen neben Hinweisen aus der Bevölkerung darauf, dass der Brandstifter von einer der zahlreichen Wildkameras fotografiert wird. Zeugen werden gebeten, sich mit dem Polizei- präsidium München, Telefon 2910-0, oder jeder anderen Dienststelle in Verbindung zu setzen.

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Erhöhte Waldbrandgefahr

Auch ohne Brandstifter: Mit den ersten warmen Frühlingstagen ist die Waldbrandgefahr in den Wäldern rund um München deutlich gestiegen. In zahlreichen Flächen stehen noch dürre Gräser und Kräuter vom Vorjahr, die sehr leicht entflammbar sind. 

Gleichzeitig ist der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes bereits auf Stufe drei von insgesamt fünf angestiegen. Mit einer Entspannung der Gefahrenlage ist erst nach Austrieb der Bodenvegetation oder länger anhaltenden Niederschlägen zu rechnen. 

Das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Ebersberg (AELF) appelliert daher an alle Waldbesucher, große Vorsicht walten zu lassen und das von Anfang März bis Ende Oktober geltende Rauchverbot im Wald unbedingt einzuhalten. Denn bereits eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe könne einen folgenschweren Brand auslösen. Gefährdet sind laut AELF vor allem vergraste Kulturen und Lichtungen. 

Auch Waldbesitzern, Jägern und alle Personen, die mit Waldarbeiten beschäftigt sind, wird dringend empfohlen, in den nächsten Wochen kein offenes Feuer im Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 Metern anzuzünden. Das bei der Borkenkäferbekämpfung anfallende Reisig und Kronenmaterial sollte aus dem Wald abtransportiert oder gehäckselt werden.

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