„Das Traditionsbewusstsein steigt wieder“

Festakt zu 125 Jahre Burschenverein Putzbrunn

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Der Burschenverein Putzbrunn bei einem der ältesten bayerischen Bräuche: Dem Aufstellen des Maibaums.

Ein kleiner, aber sehr aktiver Verein, das ist der Burschenverein Putzbrunn. Im Juni feiert er 125-jähriges Jubiläum und das gleich mit vier großen Veranstaltungen. HALLO hat mit Vorstand Sebastian Schmelzer darüber geredet, wie zeitgemäß ein Burschenverein ist und ob man CSU-Wähler sein muss, um heimatverbunden zu sein.

HALLO: So ein 125-jähriges Jubiläum ist schon etwas Besonderes, oder?

Sebastian Schmelzer: Auf jeden Fall! Darum feiern wir das im Juni mit vier Veranstaltungen. Der Auftakt ist am 9. Juni, mit „40 Jahren Nirwana“. Da legen wir unser Jubiläum zusammen mit dem 40-jährigen Bestehen der bayrischen Rockband, die an dem Tag ein Konzert in Putzbrunn spielt. Ein paar frühere Musiker der Band sind als Special-Guests da. Am 15. Juni kommen die jungen Schürzenjäger. Das sind die Nachfolger der berühmten Zillertaler Schürzenjäger, die auch Klassiker wie „Sierra Madre“ spielen werden. Und der Abschluss ist der Festsonntag. Dafür haben sich bis jetzt schon 70 Vereine aus Putzbrunn und Umgebung angemeldet. Bisher erwarten wir zirka 1500 Leute. 

Was muss man für Voraussetzungen erfüllen, um dem Burschenverein Putzbrunn beitreten zu können? 

Zunächst mal muss man unverheiratet sein. Mit der Heirat scheidet man dann auch aus. Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren. Die bayerischen Bräuche muss man zwar nicht alle kennen, sollte sie aber schon mögen. Aber hauptsächlich geht es um Engagement und Zuverlässigkeit. Und natürlich muss man in einem Burschenverein männlich sein. 

Seid ihr da so strikt? 

Natürlich gibt es auch Mädels, die uns helfen. Aber offizielle Mitglieder sind sie nach der Tradition keine. Was auch den Vorteil hat, dass sie weniger Verpflichtungen haben. Die können nach Lust und Laune mitmachen.

Wie sieht‘s mit Nachwuchs aus? Ist ein Burschenverein heutzutage überhaupt noch gefragt? 

Wir haben derzeit 39 Mitglieder, davon 30 aktive. Wir sind zufrieden. Pro Jahr kommt mindestens eine Aufnahme hinzu. Momentan sieht es sogar danach aus, dass wir immer mehr werden. Das Traditionsbewusstsein scheint gerade zu steigen.

Gibt‘s ein Ritual zum Einstieg? 

Eine Mass Bier trinken und eine Zigarre rauchen.

Auf ex? 

Nö. Da sind wir recht human im Vergleich zu anderen Burschenvereinen.

Muss man aus Putzbrunn kommen oder kann auch als Haarer bei euch mitmachen? 

Wir haben auch Mitglieder aus Ottobrunn und Waldperlach. Grundsätzlich sind wir offen. Aber natürlich haben die meisten Gemeinden ihren eigenen Verein, und man ist dort Mitglied, wo man wohnt.

Trägt ein Burschenverein damit zur Identität einer Gemeinde bei? 

Bei uns in Putzbrunn auf jeden Fall. Wir sind hauptsächlich junge Leute, die in der Gemeinde sehr aktiv sind. Wir organisieren viele Feste wie den Faschingsball, das Weißbier- und das Dorffest. Und natürlich repräsentieren wir die Gemeinde, wenn wir zu anderen Burschenfesten fahren. 

Seid ihr politisch? 

Eigentlich nicht, obwohl wir in Putzbrunn mehr mit der CSU zusammenarbeiten. Das hängt aber eher an einzelnen Personen, die uns eben sehr unterstützen, und weniger mit der Partei an sich zusammen. Uns geht es in erster Linie um Heimatverbundenheit.

Können bei euch also auch überzeugte Linke Mitglieder werden? 

Klar! 

Was ist der traditionsreichste Brauch? 

Ein riesiges Highlight ist das Bewachen und Aufstellen des Maibaums. Das ist wohl eine der ältesten Traditionen. Und da es nur alle fünf Jahre stattfindet, auch etwas Besonderes.

Interview: Lydia Wünsch

Programm zum Festakt

• 9. Juni, „40 Jahre Nirwana“, Einlass ab 19 Uhr. 

• 15. Juni, „Die Schürzenjäger“, Einlass ab 18 Uhr. 

• 16. Juni, „Da Huawa, da Meier und I“ mit dem Kabarett-Programm „Zeit is a Matz!“ 

• 17. Juni, Festsonntag, Hohenbrunner Straße 3, am Bürgerhaus, ab 8 Uhr Begrüßung der Vereine, um 10 Uhr Feldmesse, um 11 Uhr Festumzug, ab Mittag wird im Festzelt am Florianseck gefeiert. Dort finden auch alle anderen Veranstaltungen statt. 

Ticketreservierung unter www.burschenverein.bayern oder an der Postfiliale, Schreibi, Michael-Haslbeck-Str. 12, am Drivers Inn, Innstraße 1, am Motopoint-Yamaha, Mangfallstraße 1, im Cafe Auszeit, Glonner Str. 14

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