Neubiberg/Ottobrunn

Frauen stellen Marmelade für wohltätigen Zweck her

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Den Erlös aus dem Marmeladenverkauf spendet die Hilforganisation "Mammalade für Karla" an ein Frauenhaus in der Münchner Karlstraße.

Marmelade kochen für einen guten Zweck: So lautet die Philosophie des ehren- amtlich tätigen Vereins „Mammalade für Karla“. HALLO hat in der Marmeladen-Kochstube vorbeigeschaut und nachgefragt, was es mit dem Projekt auf sich hat.

Eine lächelnde Mama mit einer Lade voller Marmeladengläser vor sich: Das ist das Logo der Hilfsorganisation „Mamma- lade für Karla“. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch den Verkauf von selbst gekochter Marmelade die „Frauen von Karla“ zu unterstützen. „Karla 51“ ist eine Einrichtung für obdachlose Frauen an der Münchner Karlstraße.

Das soziale Projekt wurde von Helene Nestler ins Leben gerufen. Die engagierte Otto- brunnerin arbeitet schon seit Jahren ehrenamtlich für die Karla-Einrichtung. „Ich habe gesehen, wo die Not am größten ist“, erzählt sie. „Und dachte mir, das müsste man doch besser unterstützen können.“ Der Einfall mit der Marmelade hätte sich aus ihrer Leidenschaft fürs Kochen ergeben und daraus, beschädigtes Obst vor der Vernichtung zu bewahren. Schließlich spiele beim Marmelade-Koche das optische Erscheinungsbild der Früchte keine Rolle. Im Herbst vergangenen Jahres realisierte Nestler ihre Idee. „Wir haben zum ersten Mal Marmelade aus Obstspenden gekocht.“ Der Marmeladenliebhaberin wurde jedoch schnell bewusst, dass eine private Küche für ihre Aktion nicht ausreicht, sondern eine Produktionsstätte benötigt wird. Nachdem Nestler Kontakt mit Dekan Mathis Steinbauer aufgenommen hatte, stand die neue „Mammalade“-Produktionsstätte fest: die Küche der Corneliuskirche in Neubiberg. Am 6. Januar dieses Jahres war es dann soweit: Der ehrenamtlich tätige Verein wurde von Münchens Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Schirmfrau von „Mammalade für Karla“, aus der Taufe gehoben.

Mittlerweile ist Nestlers Konzept sehr erfolgreich. Von Apfel-Banane über Kiwi-Melone bis hin zu Erdbeer-Ananas — für jeden Geschmack ist etwas dabei. Im Winter seien, laut Nestler, besonders die Sorten Orange-Ingwer und Mandarine die Verkaufsrenner gewesen. Passend zum Frühling gebe es auch eine Oster-Marmelade. Darüber hinaus plane die ehrenamtliche Helferin weitere „Motto-Marmeladen“. Zu Weihnachten gab es bereits eine Bratapfel-Marmelade und auch zum Valentinstag haben sich die engagierten Frauen etwas Spezielles ausgedacht. Die schön verzierten Gläser mit dem süßen Inhalt kosten zwei Euro. Sie sind im Otto- brunner Geschäft „Klawotte“ an der Alten Landstraße 5, in der Unterhachinger „Klawotte“ an der Hauptstraße 33a sowie bei der AWO-Nachbarschaftshilfe an der Ottosäule 2 in Ottobrunn erhältlich.

Helene Nestler freut sich: „Durch ‚Mammalade für Karla‘ wird gleich doppelt Gutes getan: Die Lebensmittel werden vor der Entsorgung gerettet und Frauen in Not können unterstützt werden.“ Doch inwiefern hilft „Mammalade für Karla“ denn nun konkret den bedürftigen Frauen? „Mit den Einnahmen durch den Marmeladen-Verkauf wird das Essen finanziert, das wir einmal im Monat im ‚Karla‘ kochen“, erklärt Nestler. „Auch die Geburtstagsfeiern, die wir monatlich für die Frauen veranstalten, werden durch unsere Marmelade ermöglicht.“ Ebenso Babyartikel wie Windeln und Cremes oder Hygieneartikel könnten dank des Projekts zur Verfügung gestellt werden. „Das Tolle an der Sache ist, dass wir direkt an den Frauen dran sind und wir zu den meisten auch persönlich Kontakt haben.“ Dadurch könne man viel gezielter helfen, da man die Betroffenen und ihre Bedürfnisse besser kenne.

Der karitative Verein schaut sich wegen seines großen Erfolgs nach weiteren Verkaufsstellen um. „Die Nachfrage ist so hoch, dass wir kaum mit der Produktion nachkommen“, sagt Nestler. Aus diesem Grund sucht sie Freiwillige, die ihr immer freitags ab 10 Uhr in der Corneliuskirche an der Wendelsteinstraße 1 in Neubiberg beim Einkochen helfen. „Man muss auch gar nicht jeden Freitag kommen, einmal oder zweimal im Monat wäre schön“, meint Helene Nestler. Für sie steht fest: „Ehrenamt muss Spaß machen, sonst macht man‘s nicht“. Weitere Infos gibt‘s bei Helene Nestler unter Telefon 0163/4780188 oder per E-Mail an helene.nestler@mammaladefuerkarla.de richten.

Verena Möckl

Osterkonfitüre

Den HALLO-Lesern verrät Helene Nestler exklusiv ihr Rezept für die hausgemachte Ostermarmelade:

- 300 Gramm Möhren

- 300 Gramm Äpfel

-300 Milliliter Orangensaft

- eine Messerspitze Orangenschalen-Aroma

- ein Esslöffel Vanillezucker

- zwei Esslöffel Zitronensaft

- 500 Gramm Gelierzucker

Die Möhren und Äpfel im Mixer zerkleinern. Alle Zutaten miteinander verrühren und zum Kochen bringen. Drei bis vier Minuten sprudelnd kochen lassen und pürieren. In Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen. Tipp: Zehn bis 15 Gramm Ingwer anfangs beigeben!

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