Kompromiss gefunden

Diskussion über Firmenerweiterung in Hofolding

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Bus-Riese Geldhauser will sein Betriebsgelände nach Osten (re.) deutlich erweitern. Mit knapper Mehrheit gab der Brunnthaler Gemeinderat den Planungen statt.

Ein Busunternehmen in Holding will sein Betriebsgelände erweitern. Bei Bürgern und einigen Gemeinderäten stießen die Pläne auf Skepsis. Weil das Bauprojekt jedoch auch Vorteile mit sich bringt, sprach sich der Gemeinderat für die Planung aus.

Bei Hofoldinger Gemeindeteil-Bürgerversammlungen spielt das Busunternehmen Geldhauser mitunter schon mal eine Hauptrolle. Denn der stete Verkehrsstrom brachte manchen Anwohner bereits auf die Palme. Zudem erregten sich die Hofoldinger Gemüter immer wieder über die aus ihrer Sicht allzu regelmäßigen „Wild-Park-Einlagen“ rund um das Firmen-Terrain im Bereich von Fichten- und Tannenstraße. Gerade Eltern junger Sportler äußerten bisweilen Sorge um die Sicherheit ihrer Sprösslinge. Geldhauser-Planspiele rund ums eigene Firmengelände werden folglich fast schon traditionell kritisch beäugt.

Jetzt will das renommierte Transport-Unternehmen sein bestehendes Betriebsgelände ausweiten. Zuletzt diskutierte der Brunnthaler Gemeinderat über die Pläne. Dabei wurde dem weiteren Planungsverlauf zur Erstellung eines qualifizierten Bebauungsplans nur mit der hauchdünnen Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen stattgegeben. „Allerdings ist das weitere Verfahren völlig offen“, unterstrich Bürgermeister Stefan Kern (CSU), der im Vorfeld für eine entsprechende Betrachtung geworben hatte. Vor allem die Bürger und betroffene Anwohner sollen in der Öffentlichkeitsphase umfassend zu Wort kommen. Im Detail sehen die Pläne des Unternehmens vor, direkt östlich angrenzend an das bestehende Firmengrundstück auf einer Grundfläche von rund 1,5 Hektar entlang der Tannenstraße eine räumliche Erweiterung vorzunehmen. Um das Projekt überhaupt anstoßen zu können, muss der bislang vornehmlich auf landwirtschaftliche Nutzung ausgerichtete Flächennutzungsplan geändert werden.

Im Gemeinderat wurde der Vorstoß durchaus kontrovers diskutiert. Vor allem die Nähe zum Sportplatz, aber auch zu diversen Kindertageseinrichtungen an dieser Nahtstelle zwischen Hofolding und Faistenhaar ließ einige Räte das Projekt durchaus kritisch beäugen. Vor allem Siegfried Hauser (PWB) formulierte neben den ortspezifischen Einwänden auch generelle Bauchschmerzen beim Thema: „Ein Unternehmen, das derart viele Emissionen verursacht, gehört doch überhaupt nicht in die Ortsmitte!“ Vielmehr gelte es, einen alternativen Standort zu finden.

Doch diese Suche gestaltet sich im näheren Umgriff offenbar schwierig. „Das ist bereits versucht worden“, unterstrich Rathauschef Kern. Der Bürgermeister erkannte in dem Projekt nicht nur kritische Punkte. So soll die Zu- und Abfahrt künftig entsprechend der Pläne allein über die Fichtenstraße erfolgen – die Tannenstraße würde so entlastet. Zudem schaffe das Unternehmen auf eigenem Grund weitere Parkplätze. Doch derzeit, das betonte Kern ausdrücklich, befänden sich die Planungen noch „im absoluten Frühstadium“. Harald Hettich

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