Sportzentrum bleibt Zukunftsmusik

Brunnthaler Vereine müssen sich in Geduld üben

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Die Brunnthaler Vereine und insbesondere die Sportler werden wohl noch länger auf ein eigenes, zentrales Sportzentrum vor allem für die Aktiven des TSV Brunnthal und des TSV Hofolding warten müssen.

Aufgrund dramatischer Raumnöte hatte die Vereinsspitze den Antrag an die Gemeinde gerichtet, bis spätestens 2021 eine Mehrweck-Dreifachsporthalle zu errichten.

Der Mehrheit im Rat erschien dieser Zeitkorridor viel zu eng. Mit den Stimmen der CSU und der PWB wurde der Antrag gegen das Minderheitsvotum von SPD, UBW und Grün gekippt. Fast einstimmig und lediglich gegen das Votum von Grünen-Rätin Hilde Miner einigte sich der Rat anschließend auf ein Alternativkonstrukt. Danach sollen die maßgeblichen Vereine aus Brunnthal und Hofolding zunächst ein gemeinsames Planungskonzept abstimmen.

Anschließend soll der Gemeinderat im engen Zusammenwirken mit Vereinen und Bevölkerung an den Modalitäten einer Hallen-Planung und Realisierung arbeiten. Laut Bürgermeister Stefan Kern (CSU) dürfte der Handlungsrahmen hierfür bei rund acht bis zehn Jahren liegen. Immerhin sollen in den kommenden Haushalt 2018 bereits erste Planungsmittel für das offensichtliche Langzeitprojekt eingestellt werden.

Die Einmütigkeit im prall gefüllten Ratssaal bei der Abstimmung des jetzt abgesegneten Alternativvorschlages sollte indes die einzige Übereinstimmung im Rat bei dem offensichtlich schwierigen Zukunftsthema bleiben. Zuvor in der kon- troversen Diskussion waren diverse Gräben offenkundig geworden.

Ein tragfähiges Zukunftskonzept fehlt

Mit „Not“ beschrieb TSV-Brunn- thal-Vorsitzender und UBW-Ge- meinderat Matthias Amtmann die Situation im Verein. Zwar hätten sich die Mitgliederzahlen in den vergangenen drei Jahren auf aktuell 746 eingetragene TSV-ler „drastisch erhöht“. Ebenso drastisch sei das Miss-Verhältnis zwischen neuen, erfolgreichen Sparten wie dem Handball einerseits und fehlenden Hallenzeiten andererseits. Man sei am Ende der Fahnenstange angelangt. Der Gemeinderatsmehrheit mit Rathauschef Kern an der Spitze warf der TSV vor, seit Jahren „lediglich Löcher zu stopfen“. Es fehle ein tragfähiges Zukunftskonzept. Konterpart Kern verband sein Lob für „all die fleißigen Übungsleiter“ mit dem klaren Hinweis auf die Haushaltslage. Man müsse erst „unsere Pflichtaufgaben im Bereich der Schulversorgung, bei der Kinderbetreuung oder bei der Abwicklung wesentlicher Bauprojekte wie in der Ortsmitte oder an der Glonner Straße abwickeln.“ Kern verwies neben den aktuellen Belastungen einer sich stetig verteuernden Ortsmitte-Realisierung auf den Umstand, dass die Kreisumlage im kommenden Jahr drastisch steigen werde.

Zudem müsse vor der Forcierung eigener Hallenpläne erst abgewartet werden, für welchen Standort die Entscheidung zum Bau einer neuen Realschule (Höhenkirchen als Favorit) und eines Gymnasiums (Sauerlach ist hier Topfavorit) falle. Auch hier ließen sich Synergien abschöpfen glaubt Kern auch im Chor mit Rathaus-Vize Thomas Mayer (CSU). Hallen an diesen beiden Standorten würden „zum einen den Brunnthaler Vereinen Hallen-Optionen verschaffen“ und andererseits laut Mayer zur Frage berechtigen, ob dann „innerhalb weniger Kilometer Entfernung gleich drei große Hallen gebaut werden“ müssten. Die Einschätzung Kerns, wonach auch Brunnthal noch eine Option im „Standortpoker Realschule“ sei, sahen andere kritisch.

Insgesamt sei aber eine Hallen-Planung nur binnen der kommenden acht bis zehn Jahre zu stemmen. Die Grundzüge vor allem zum Standort und zu den Kosten (kolportiert wurden mindestens zehn Millionen Euro) will man jedenfalls auf breiter Basis erörtern. In einem zweiten Versuch nach 2013. Damals war das Hallenprojekt an vielen Widerständen gescheitert. Das Ganze wird dieses Mal zumindest noch dauern. 

Harald Hettich

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