Landkreis München denkt um

Asylunterkünfte im Landkreis waren Thema bei der Bürgermeisterdienstbesprechung

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Sogenannte Feel-Home-Häuser sollten unter anderem am Ottobrunner Kathi-Weidner-Weg entstehen. Da jedoch immer weniger Asylbewerber in den Landkreis kommen, verfolgt der Landkreis München das Bauvorhaben voraussichtlich nicht weiter.

Nach dem gestoppten Bauvorhaben von Asylunterkünften an der Äußeren Hauptstraße in Neubiberg, wird es auch in Ottobrunn Änderungen in der Unterbringung von Geflüchteten geben. Unter anderem darüber sprachen die Bürgermeister und Landrat Christoph Göbel bei der Bürgermeisterdienstbesprechung.

Dem Landkreis München wurden insgesamt weit weniger Asylbewerber zugewiesen, als noch im vergangenen Jahr prognostiziert. Die Realisierung einiger der auf Grundlage der damaligen Zahlen geplanten Unterkünfte ist aufgrund ihrer hohen Kapazität deshalb nun nicht mehr angemessen. Neben dem bereits gestoppten Bauvorhaben an der Äußeren Hauptstraße in Neubiberg wird nun auch die am Kathi-Weidner-Weg geplante Unterkunft in Ottobrunn auf den Prüfstand gestellt.

Grund hierfür ist allerdings nicht ein vergaberechtliches Hindernis wie in Neubiberg, sondern das Baurecht. Die ursprünglich angedachte Unterkunft in Ottobrunn dürfte wegen ihrer Lage baurechtlich nur für die vorübergehende Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden. Das heißt, dauerhaftes Wohnen von anerkannten Geflüchteten wäre dort nicht möglich. Weil aber inzwischen vor allem hierfür Bedarf besteht, wird das Bauvorhaben voraussichtlich nicht weiterverfolgt, sondern stattdessen eine Alternative an einem anderen Standort gesucht.

In Neubiberg beginnt indes die Planung ebenfalls von neuem. Landkreis und Gemeinde sind sich einig, dass hier nach Möglichkeit bezahlbarer Wohnraum für anerkannte Flüchtlingsfamilien, aber auch andere Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf entstehen könnte. Die Rathauschefs waren sich auf der Bürgermeisterdienstbesprechung vergangene Woche einig: Im Fokus stehen nicht nur die im Verfahren befindlichen, sondern vor allem auch die geflüchteten Menschen, die langfristig im Landkreis Fuß fassen werden. Die Quote, die die Verteilung der Geflüchteten anteilig der Einwohnerzahlen der Kommunen regelt, umfasst deshalb neben den eigentlichen Asylbewerbern auch die Fehlbeleger und unbegleiteten Minderjährigen — und das soll auch so bleiben.

„Die Quotenerfüllung schwankt naturgemäß“, warnte Landrat Christoph Göbel vor einer Missinterpretation der Zahlen, die teilweise nur eine Momentaufnahme darstellten. „Einige Gemeinden, die aktuell eine relativ geringe Quotenerfüllung aufweisen, haben in Zeiten der Notunterkünfte durch die Bereitstellung von Turnhallen oder Flächen für die Traglufthallen bereits einen großen Anteil geleistet.“

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