40 Jahre Miteinander ohne feurige Liebe

Neujahrsempfang der Gemeinde Kirchheim mit Ehrung verdienter Bürger

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Die Musikkapelle Kirchheim begleitete den Neujahrs-Empfang, der erstmals offen für alle Gemeindebürger war.

Die Aula des Gymnasiums Kirchheim war gut gefüllt. Kein Wunder – konnte doch der Neujahrsempfang der Gemeinde Kirchheim das erste Mal von allen Bürgern besucht werden.

Das betonte auch Katharina Ruf, Leiterin des Kulturreferats, in ihrer Begrüßungsrede. „Früher waren es geschlossene Veranstaltungen der Vereine. Ab diesem Jahr wird es immer eine öffentliche Veranstaltung bleiben“, sagte Katharina Ruf und begrüßte unter anderem auch die Musikkapelle Kirchheim, die für die musikalische Begleitung des Abends sorgte. Dann sprachen die Pfarrer beider Konfessionen ein paar Worte und segneten die Anwesenden.

Im Anschluss übernahm Bürgermeister Maximilian Böltl das Mikrofon. Er sprach nochmals die Vergangenheit der Neujahrs-Veranstaltungen an, die in Zukunft „ein Miteinander“ sein sollen. „,40 Jahre Miteinander‘ wird das Motto des Jahres 2018 sein“, sagte Maximilian Böltl und zielte damit auf die Beziehung zwischen Kirchheim und Heimstetten ab, der er „keine leidenschaftlichen Szenen einer feurigen Liebesbeziehung“ unterstellte und meinte, dass „sich zwei gefunden haben, die sich nie gesucht hatten“. 40 Jahre Miteinander – das heißt für ihn auch Innehalten und Zurückblicken, aber auch Anpacken und Perspektive schaffen. Die beiden Gemeindeteile haben verschiedene Epochen durchlebt: Die 70er- und 80er-Jahre waren die des Wachstums, die 90er- und 2000er-Jahre Epochen der Konsolidierung. Es gab auch Zeiten von Trennungsgedanken und Pausen. Und jetzt – die Epoche des Aufbruchs.

Maximilian Böltl dankte den amtierenden Gemeinderäten für ihre Mitarbeit und die von ihnen aufgebrachte Zeit. Er sieht – im Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat – zwei Leitplanken, die das Jahr 2018 prägen werden. Zum einen Investition. Das Haushaltsvolumen umfasst 16 Millionen Euro – davon sechs Millionen alleine für Bildung und Betreuung. Zum anderen Innovation. Aufgrund der angespannten Haushaltslage muss in einigen Bereichen der Rotstift angesetzt werden. Das bedeutet für alle Beteiligten und Betroffenen, kreativ zu werden. Dafür fordert Maximilian Böltl auch die Kirchheimer Bürger auf, sich mit Vorschlägen und auch Kritik einzubringen.

Großes Lob sprach er all jenen aus, die sich in aktiven Ehrenämtern engagieren. „Das ist unsere Stärke“, lobte er, „die sich in 80 Vereinen und Institutionen niederschlägt. Deren Einsatz hält unsere Gemeinde zusammen – und das schon seit 40 Jahren.“ Nach den Lobeshymnen auf das Ehrenamt ehrte Maximilian Böltl die Bürger, die sich durch ihr außergewöhnliches Engagement hervortaten. Werner Plank bekam die Ehrennadel in Gold für seine Verdienste um den Männergesangverein Heimstetten, wo er seit 1988 in führenden Positionen tätig ist. Unter seiner Führung wurden Jubiläumskonzerte – wie das Weihnachtssingen – und zahlreiche Ausflüge eingeführt.

Opika und Johann Felbermayr wurden mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet. Die beiden haben sich mit ihrem langjährigen Engagement um die Partnerschaft zwischen Kirchheim und der ungarischen Gemeinde Paty verdient gemacht – mit Bürgerkontakten und gegenseitigen Ferienkinderaktionen. Im nächsten Teil zeichnete Maximilian Böltl drei Personen für ihr vorbildliches, ehrenamtliches soziales Engagement aus. Brigitte Marx arbeitet seit 2013 im Helferkreis Asyl und unterrichtet Deutsch für französisch sprechende Flüchtlinge, leitet die AG „Sprache und Bildung“ und engagiert sich bei der Hausaufgabenbetreuung.Ebenso im Helferkreis Asyl hilft Jürgen Gnuschke bei der Integration von Flüchtlingen. Heinz Graßold engagierte sich viele Jahre als Fahrer für die Kirchheim-Heimstettener Tafel, die einkommensschwachen Familien, Menschen in Krisensituationen und kurzfristig in Not geratenen Mitbürgern zur Seite steht.

Zum Schluss ergriff der stellvertretende Landrat und Landtagsabgeordnete Ernst Weidenbusch das Wort und lobte in seiner Laudatio Alois Spieß. Dieser empfing dann die Verdienstmedaille des Verdienst- ordens der Bundesrepublik Deutschland. Alois Spieß wurde für sein ehrenamtliches Wirken in der Gemeinde Kirchheim, dem Landkreis München und dem Freistaat Bayern geehrt. Neben seiner Tätigkeit im Gemeinderat war er im Siedlungsverein Vogelsiedlung Heimstetten, in der Arbeiterwohlfahrt Kirchheim-Aschheim-Feldkirchen, im VdK Ortsverband Zentral-Feldkirchen und in der Kirnarra aktiv. In der 1980er-Jahren arbeitet Spieß als Schöffe bei verschiedenen Münchner Gerichten, später übte er das Amt eines ehrenamtlichen Richters im Verwaltungsgericht München aus. Seit vielen Jahren ist er ehrenamtlicher Heimatpfleger und Archivar der Gemeinde Kirchheim, wo er sich um die Erschließung der Ortsgeschichte sowie die Fortschreibung der Gemeinde-Chronik kümmert.

Gerhard Fuhrmann

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