Sterben wird teurer

Neue Friedhofsgebührensatzung für Kirchheim

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Für die Friedhöfe in Kirchheim und Heimstetten hat der Gemeinderat jetzt eine neue Gebühren- satzung beschlossen.

„Nur der Tod ist umsonst und der kostet das Leben“, sagt ein Sprichwort. Doch in Kirchheim wird auch das Sterben teurer. Denn der Gemeinderat hat die Friedhofsgebühren deutlich erhöht.

Die Gemeinde Kirchheim betreibt in Kirchheim und Heimstetten gemeindliche Friedhöfe als eine einheitliche Einrichtung. Dabei fallen erhebliche Kosten an – wegen Personal, Pflege, Bestattungen, die teilweise an eine externe Firma vergeben wurden. Für die Kirchheimer Verwaltung ist es nicht einfach, all diese Aufwendungen gerecht auf die Hinterbliebenen zu verteilen.

Und die Gemeinde muss sich auch noch an Vorschriften halten. Denn im letzten Prüfbericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes wurde darauf hingewiesen, dass das Bestattungswesen als eine kostenrechnende Einrichtung zu sehen ist. Die Gebühren müssen demnach grundsätzlich so angesetzt werden, dass diese kostendeckend sind. Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass Verwaltungskostenanteile bislang nicht berechnet wurden. Dies führt dazu, dass in Kirchheim ein hoher Zuschuss notwendig ist. Um dies künftig zu vermeiden, sollte nun eine sachgerechte Kalkulation erfolgen.

Durchgeführt wurde die Kalkulation der Friedhofsgebühren von der Firma KUBUS Kommunalberatung und Service GmbH. Zunächst wurden die Gebühren für die Grabarten und andere Leistungen ermittelt. Dabei wurde versucht, die Kostensteigerung auf einem erträglichen Maß zu halten. Auch wurde von einer 100-prozentigen Kostendeckung der Grabgebühren bei den bisherigen Grabarten abgesehen.

Anfangs war geplant, dass bei allen neu zu erwerbenden Gräbern eine höhere Kostendeckung angestrebt wird, und dass bei allen bereits bestehenden Gräbern bei einer Verlängerung mit einer gestaffelten Kostendeckung gearbeitet werden soll. Dieser Vorschlag wurde jedoch in Stellungnahmen des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband und von der Fachaufsicht Landratsamt München als nicht rechtmäßig erklärt, da es den Gleichheitsgrundsatz verletzt. Gemäß Kommunal- abgabengesetzes kann man nicht für die gleiche Leistung, etwa die Nutzung eines Familiengrabes, unterschiedlich hohe Gebühren verlangen.

Deshalb beschloss der Gemeinderat jetzt eine Erhöhung mit 35 Prozent Kostendeckung. Die betragen für die bisherigen Grabarten Einzelgrab 57 Euro, Familiengrab 114 Euro, Urnengrab 66 Euro, Einzelurnengrab 75 Euro, Urnen-Nischen Heimstetten Halle und Urnen-Nischen Heimstetten Weg sowie Urnen-Nischen Kirchheim 60 Euro und anonymes Grab 22 Euro. Neu dazu kommen Gebühren für die neuen Grabarten Urnengrab im Gemeinschaftsurnengrabfeld mt 57 Euro und Baumgrab mit 57 Euro. Änderungen ergeben sich auch bei den Leistungen Durchführung einer Bestattung, Benutzung des Leichenhauses und Benutzung der Aussegnungshalle. Neu dazu kommt die Leistung für die Verwahrung einer Urne im Leichenhaus über einen längeren Zeitraum. „Die neue Satzung soll vier Jahre gelten“ sagte Bürgermeister Maximilian Böltl, „danach wird wieder neu kalkuliert.“

Gerhard Fuhrmann

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