Mann misshandelt seine Frau

Großeinsatz von Polizei und Spezialeinheiten in Kirchheim

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Über häusliche Gewalt informiert eine Broschüre des Bayerischen Innenministeriums.

Ein Martyrium hat eine Frau aus Kirchheim hinter sich. Sie wurde von ihrem Mann stundenlang misshandelt, ehe sie zu einer Nachbarin flüchten konnte.

Wie die Polizei jetzt mitteilt, kam es bereits am Samstag vergangener Woche in Kirchheim zu einem größeren Polizeieinsatz, einschließlich der Hinzuziehung von Spezialeinsatzkräften. Es bestand der Verdacht, dass ein 51-jähriger Ehemann seine 40-jährige Ehefrau über mehrere Stunden gefesselt, geschlagen und gewürgt haben soll.

Die Frau konnte sich zum Glück gegen Mittag zu einer Nachbarin flüchten. Diese verständigte die Polizei. Bei Eintreffen der Beamten drohte der Ehemann den Einsatzkräften, dass er bei Eindringen zuerst von einer Schusswaffe Gebrauch machen und anschließend sich selbst umbringen werde. Der Beschuldigte konnte in der Wohnung festgenommen werden, musste jedoch wegen des Verdachts einer Intoxikation in eine Klinik gebracht werden. Eine akute Lebensgefahr besteht nicht. Wegen ihrer Verletzungen musste auch die Ehefrau in einer Klinik stationär behandelt werden.

Die Mordkommission hat wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts noch am Samstag die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat aufgenommen. Am Pfingstmontag erließ der zuständige Haftrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Die weiteren Ermittlungen werden derzeit beim Kommissariat 11 fortgeführt.

Häusliche Gewalt 

Gewalt in der Familie gilt nach Angaben der Münchner Polizei inzwischen als die weitest verbreitete Form der Gewalt, die ein Mensch in seinem Leben erfahren oder beobachten kann. Mehr als 40.000 Frauen flüchten jährlich bundesweit teilweise auch mit ihren Kindern in eines der mehr als 400 Frauenhäuser in Deutschland. Häusliche Gewalt ist ein Phänomen, dessen Existenz und Allgegenwärtigkeit in unserer Gesellschaft sowohl von Opfern als auch von Tätern und Mitwissern nach außen hin häufig tabuisiert wird.

Weiter Informationen bietet eine Broschüre des Bayerischen Innenministeriums. Sie kann unter http://www.polizei.bayern.de/muenchen/schuetzenvorbeugen/kriminalitaet/haeuslichegewalt/index.html heruntergeladen werden.

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