Bald ist der Spuk vorbei

Gespinstmotten erobern derzeit Bäume in Stadt und Landkreis

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Eine von der Gespinstmotte befallene Weide am Heimstettener See. Über die Raupen der Motte freuen sich derzeit vor allem Vogel-Eltern. Spaziergänger dagegen finden die eingehüllten Bäume eher gruselig. Einen Schaden richtet die Motto aber nicht an.

Am Heimstettener See und im Riemer Park wundern sich Spaziergänger derzeit über kahlgefressene und von weißem Gespinst umhüllte Bäume. Schuld daran ist die Gespinstmotte, von der aber – weder für Mensch, noch für Baum – eine Gefahr ausgeht.

Das sehe „grausig“ aus, „wie Milchhaut“ und die Bäume würden angesichts der „Millionen von Raupen keine Luft mehr kriegen“, klagte eine besorgte Riemerin vergangene Woche gegenüber HALLO.

Die Fachstellen im städtischen Baureferat als auch im Münchner Landratsamt geben der Leserin recht: „Ein wenig unheimlich sehen sie schon aus, die von den Larven der Gespinstmotte kahlgefressenen und wie von einem weißen Schleier umhüllten Bäume“, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts. Je nach Art der Motte würden die kleinen Tiere bevorzugt Traubenkirschen, Holunder, Weiden oder verschiedene Obstbaumarten befallen. Dabei gehen die Raupen geschickt vor: Sie hüllen den gesamten Baum in ein weißes Gespinst, was sie vor Fressfeinden wie Vögeln und Insekten schützt. Unter diesem Netz fressen sie den Baum bis Mitte Juni meist komplett kahl. Danach wandern sie zum Stammfuß, um sich dort zu verpuppen. Anfang Juli schlüpfen die fertig entwickelten Falter und der Spuk hat ein Ende.

Der Kahlfraß fügt den Bäumen meist keinen dauerhaften Schaden zu. „Denn nach dem Schlüpfen der Schmetterlinge im Hochsommer treiben die Sträucher im gleichen Jahr wieder aus“, erklärt Dagmar Rümenapf als Sprecherin des Baureferats der Stadt. Und auch für Menschen stellt die Raupe keine Gefährdung dar. „Es handelt sich lediglich um eine optische Beeinträchtigung, die zur Zeit besonders in den Erholungsgebieten zu beobachten ist“, erklärt Christine Spiegel vom Landratsamt.

Tatsächlich dürfte es aber sogar Lebewesen geben, die sich über die Motte freuen, betont Rümenapf, denn: „Vogel-Eltern sind natürliche Fressfeinde der Raupen und freuen sich über den reich gedeckten Tisch für ihre Jungen.“

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