Ein sehr realistisches Szenario

Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr Aschheim

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Ein sehr realistisches Einsatzszenario fanden die Aschheimer Feuerwehrleute bei ihrer Übung im Hort vor.

Dicke Rauchschwaden ziehen durch zwei Räume im zweiten Stock und breiten sich auf den Flur aus. Etwa 100 Kinder mit ihren Erzieherinnen sind beim Ertönen des Räumungsalarms noch im Gebäude. Einer Handwerkerin ist durch den Rauch der rettende Fluchtweg abgeschnitten und ein Kind wird in der Mittagsbetreuung vermisst …

Mit dieser überaus realistischen Übungslage sahen sich jetzt die Einsatzkräfte der Feuerwehr Aschheim konfrontiert. Kommandant Florian Gebauer hat in den Wochen zuvor mit den Leiterinnen des Horts, der Mittagsbetreuung und der Grundschule das Übungsszenario entwickelt. Nur diese Personen waren eingeweiht und wussten, was sich an diesem Nachmittag ereignen würde.

Um 14.25 Uhr spuckten die beiden Nebelmaschinen so viel von dem ungefährlichen, aber dafür umso dichteren Disco-Nebel aus, dass die Brandmeldeanlage anschlug. Während ein Großteil der Kinder Hausaufgaben machte, heulte der Räumungsalarm los und über die Standleitung wurde die Feuerwehreinsatzzentrale des Landkreises München verständigt, die ihrerseits dann die Kräfte der Feuerwehr Aschheim alarmierte. Diesmal wussten die Feuerwehrleute schon Wochen vorher, dass eine Übung stattfinden wird, aber nicht, wo und was sich ereignet.

Mit einer sogar die Feuerwehrleute überraschenden Präzision begaben sich die Kinder mit ihren Erzieherinnen während der ersten Sekunden des Räumungsalarms ins Freie und sammelten sich gruppenweise auf dem nahen Bolzplatz. Die Erzieherinnen konnten sofort melden, dass alle Kinder anwesend und damit gerettet wären – bis auf eines: Kommandant Gebauer hat seine Tochter, die auch die Mittagsbetreuung besucht, vorher an einer ungefährdeten Stelle im Gebäude „versteckt“ – sie sollte von den Einsatzkräften gesucht werden.

Die von der Feuerwehreinsatzzentrale verständigten Aschheimer Feuerwehrleute rückten dann wie in Echt mit Blaulicht und Sirene aus zum Schulhaus. Die Gruppenführer erkundeten und teilten ihre Leute ein, während sich die Angriffstrupps mit schweren Atemschutzgeräten, Schläuchen, Wärmebildkameras und anderen unverzichtbaren Teilen ausrüsteten. Alleine die persönliche Schutzausrüstung, also Uniform, Helm, Stiefel, Atemschutzgerät und -maske, wiegt um die 30 Kilogramm – und so ausgerüstet krochen sie dann am Boden entlang durch die verrauchten Bereiche, schleppten Schläuche mit und suchten nach zu rettenden Personen beziehungsweise dem Brandherd. Die vom Rauch eingeschlossene Handwerkerin, ein Mitglied der Jugendfeuerwehr, wurde mit der Drehleiter durch ein Fenster gerettet, während ein anderer Trupp das vermisste Kind fand und ins Freie brachte. Zwei weitere Trupps kümmerten sich um die Brandbekämpfung und „löschten“ die Nebelmaschinen. Wieder andere Feuerwehrleute brachten aus den Fahrzeugen große Überdrucklüfter, mit denen auch im Ernstfall der Rauch in Minuten aus dem Gebäude geblasen werden kann. Wenige Minuten nach 15 Uhr waren alle Übungsziele erfüllt, Kommandant Gebauer konnte die Übung beenden und die Kinder wieder ins Gebäude.

Eine solche realistische Übung ist auch für die Feuerwehr nicht alltäglich. Die Feuerwehr bedankt sich deswegen ganz herzlich beim Hort, bei der Mittagsbetreuung und der Grundschule, dass sie dort den Ernstfall üben konnte – der aber hoffentlich nie eintritt.

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