Aus dem Leben gerissen

Böller-Salut für Gemeinderat und FCA-Vorstand Siegfried Weiß

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In tiefer Trauer nahmen Aschheimer Bürger wie auch Vereinsmitglieder Abschied von Siegfried Weiß.

Ziemlich genau zu der Zeit, als Landrat Christoph Göbel am Dienstag vergangener Woche Siegfried Weiß für sein über vier Jahrzehnte andauerndes Vorstandsengagement auszeichnen wollte, verstarb dieser 73-jährig im Krankenhaus. Dabei hatte er Tage zuvor Bürgermeister Thomas Glashauser angekündigt, noch Pläne für den Sportpark schmieden wollen.

Aschheimer aller Altersgruppen begleiteten Siegfried Weiß auf seinem letzten Weg auf dem Kirchenfriedhof. Trauerkränze vieler Institutionen und Vereine ­­— darunter auch der FC Bayern — unterstrichen die Wertschätzung für Siegfried Weiß und zeigten die tiefe Anteilnahme der Trauernden.

Siegfried Weiß wurde aus dem Leben gerissen.

Seit 1984 war Siegfried Weiß CSU-Gemeinderat in Aschheim. In Ratssitzungen ergriff er das Wort, um eine zielführende Entscheidung herbeizuführen. In jungen Jahren spielte Sigfried Weiß aktiv Fußball und übernahm vor 41 Jahren das Amt des Präsidenten beim FC Aschheim. Fußball war seine Leidenschaft. Doch wusste Weiß auch andere in ihrem Engagement zu fördern. Leichtathletik, Volleyball und nicht zuletzt Ski und Snowboard hatten im FCA ihre Heimat gefunden. Vor 35 Jahren hatte Weiß der jungen Theatergruppe im FCA eine Heimat gegeben, ihnen Saal und Equipment zur Verfügung gestellt. Anschließend hat er bis heute dafür gesorgt, dass die Premiere stets ausverkauft war.

Siegfried Weiß war ein geschätzter Ansprechpartner, Visionär und Macher zugleich, wenn es um den FC Aschheim oder sachorientierte Politik im Aschheimer Gemeinderat ging. Uneigennützig und vorausschauend hatte sich Weiß für seine Mitbürger engagiert, ohne dabei Rücksicht auf sich selbst zunehmen. In seinem Trauerwort bezeichnet Bürgermeister Thomas Glashauser Siegfried Weiß „stets als Hilfe und Stütze“. Glashauser erinnerte, dass sich das Ratsgremium warm habe anziehen müssen, wenn der engagierte Sportfunktionär Weiß wieder einmal etwas für den Sportpark habe durchsetzen wollen. So hatte Weiß für seine Anregungen stets stichhaltige Argumente und auch die Sponsoren bereits im Boot. Wen wundert es, dass der Gemeinde die Ehrungen für ihren außergewöhnlichen Mitbürger ausgingen. Über einen geschnitzten Fußballer in den Vereinsfarben freute sich Weiß denn dann besonders.

Vereinsleben gefördert 

Weiß war Förderer des Ascheimer Vereinslebens auch außerhalb des Sportparks. Er unterstützte den Männergesangsverein, nahm gerne an dessen Veranstaltungen teil, soll aber mit Rücksicht auf dessen Gesangserfolg nicht mitgesungen haben. Bei den Spielen seines Fußball-Teams hat Siegfried Weiß mitgefiebert. Die konnten sich seines Interesses sicher sein und erinnerten sich. „Er war traurig, wenn das Spiel verloren wurde und freute sich, wenn wir gewonnen haben. Dann haben wir ihm ein Lächeln ins Gesicht gespielt.“ 

ar

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