Es kann nur schlimmer werden

Baustellenmarathon auf der A99

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Am Dienstag vergangener Woche brach der Verkehr auf dem Autobahnring wieder einmal völlig zusammen. Mehrere Unfälle – etwa als ein Lkw in einen holländischen Wohnwagen krachte – führten dazu, dass sich nicht nur der Verkehr auf der A99, sondern auch auf den Ausweichrouten durch die Landkreisgemeinden kilometerlang staute.

Der Bereich der A99 zwischen Kreuz Nord und Ausfahrt Putzbrunn ist derzeit voller Baustellen. Wenn sich dann auch noch mehrere Unfälle ereignen – wie am vergangenen Dienstag geschehen – geht gar nichts mehr. Dass sich an dieser sprichwörtlich festgefahrenen Situation bald etwas ändert, ist unwahrscheinlich. Im Gegenteil.

Wer in letzter Zeit gezwungen war, sich auf der nordöstlichen A99 zu bewegen, musste feststellen, dass neben und wegen der vielen Baustellen fließender Verkehr immer seltener wird. Grund für die vielen Behinderungen sind die Vorarbeiten für den achtspurigen Ausbau der Autobahn zwischen dem Kreuz Nord und der Ausfahrt Aschheim. Im Rahmen dessen wurde nämlich beschlossen, sämtliche Brücken und Überführungen zu sanieren oder neu zu bauen.

Nach dem Verkehrschaos vergangenen Dienstag mit drei Unfällen und mehreren Kilometern Stau hat HALLO deshalb bei der Autobahnpolizei in Hohenbrunn nachgefragt, wie sie die aktuelle Situation bewertet und ob sich in absehbarer Zeit eine Erleichterung der Verkehrssituation ermöglichen ließe. Polizeiobermeister David Schmidt hat diesbezüglich wenig Hoffnung; das Problem sei nämlich: „Da wir einerseits nur eine Streife zur Verfügung haben, dauert es bei mehreren Unfällen natürlich länger, bis wir vor Ort sein können. Außerdem sind dadurch unsere Möglichkeiten sehr begrenzt. Zusätzlich erschweren die Baustellen auch die Bildung einer Rettungsgasse.“ Zudem gebe es für die Rettungskräfte keine konkreten Notfallpläne: „Wir wissen zwar, wie wir die verschiedenen Baustellen anfahren müssen, können aber erst vor Ort entscheiden, wie wir mit der Situation umgehen“, so Schmidt. Und da es nur eine Streife gebe, könnten die Beamten meistens auch erst agieren, wenn Unterstützung durch Feuerwehr und Autobahnmeisterei eingetroffen sei.

Doch nicht nur die Einsatzkräfte arbeiten derzeit unter erschwerten Bedingungen: Wegen der vielen Baustellen müssten Autos und Lkws häufiger Spurwechsel vornehmen. Auch dies, weiß der Polizeiobermeister, erhöhe das Unfallrisiko auf der Autobahn.

Der anstehende Ferienreiseverkehr werde zwar in den kommenden Woche für weitere Staus sorgen, aber immerhin, so hofft Schmidt, die Zahl der Unfälle sinken lassen. Denn: „Es ist gut möglich, dass durch den dichteren und dadurch langsameren Verkehr die Anzahl der Kleinunfälle abnimmt.“ Das allerdings mindere nicht die Gefahr der Auffahrunfälle an Stauenden.

Und auch langfristig ist laut Schmidt keine freie Fahrt in Sicht. Im Gegenteil: Es könne nur schlimmer werden! Denn wenn die Vorarbeiten für den Autobahnausbau gegen Ende 2017 abgeschlossen sind, wird die Autobahn in den nächsten beiden Jahren auf der Strecke zwischen Kreuz Nord und Aschheim auf jeweils eine Fahrbahn umgeleitet. Laut Autobahnpolizei sollen zwar weiterhin sechs Spuren bleiben, aber durch die engeren Fahrbahnen und der oben erwähnten Gefahr von Unfällen bei Spurwechseln sind regelmäßige Staus vorprogrammiert. 

Wolfgang Rescher

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